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Blumen für die Wand – ein Herbarium als Alternative zu Fotos, Postern & Co

Manchmal mag ich unsere vier Jahreszeiten und manchmal nicht. Eines steht aber fest: Ich liebe den Sommer! Wenn die Fenster den ganzen Tag und die ganze Nacht sperrangelweit offen stehen können, ohne dass ich deshalb friere. Wenn ich barfuß über die kalten Fließen in Küche und Bad laufen kann. Wenn ich das Duschshampoo der Nachbarn durch die offenen Fenster rieche und die leisen Töne einer Gitarre aus einer anderen Wohnung höre…

Und ebenso liebe ich Klatschmohn!

Den gibt es ja sogar schon im Frühling. Leider habe immer bedauert, dass sich diese feinen Stängel mit ihren unverhältnismäßig großen und wunderschönen seidenpapierartigen Blüten kaum abseits des Wegrandes oder Feldes, auf dem sie wachsen, betrachten lassen wollen. Kaum gepflückt, lassen sie schon ihren großen Blütenkopf hängen. Deshalb habe ich mir dieses Jahr etwas Anderes überlegt: ich werde sie pressen!

Blumen pressen ist etwas, das ich als Kind mal gemacht, aber relativ schnell wieder vergessen habe. Einzig ein winziger Bilderrahmen mit einer kleinen Blüte, den ich meiner Oma mal zum Geburtstag geschenkt hatte, ist ein Beweisstück von damals.

        

Das Tolle am Blumen pressen ist, dass Du dafür nichts brauchst, was Du nicht sowieso zu Hause hast: Bücher oder Zeitschriftenstapel und Löschpapier (ich habe das Papier, das es bei uns bei der Arbeit zum Hände abtrocknen auf der Toilette gibt, benutzt und später zu Hause dann unser ungebleichtes Toilettenpapier) Natürlich kannst Du es auch ganz professionell angehen und eine richtige Blumenpresse benutzen, aber zum Ausprobieren sind Bücher und Zeitschriften total in Ordnung.

Und dann beginnt auch schon der erste tolle Teil: Du gehst raus in die Natur oder den (am besten eigenen ;)) Garten und suchst Dir ein oder mehrere Objekte Deiner Begierde.

  • am besten um die Mittagszeit, dann sind die meisten Blüten “entfaltet”
  • nicht ganz so fleischige Arten, diese lassen sich wegen der Dicke und der vielen Feuchtigkeit nicht so gut pressen
  • lass nicht allzu viel Zeit zwischen Pflücken und Pressen verstreichen, sonst lassen einige Kandidaten eventuell schon wieder den Kopf hängen, ehe Du bei Deinen Büchern angekommen bist. Nimm Dir eventuell schon Bücher und Löschpapier mit raus in die Natur.
  • ich finde es am Schönsten, wenn bei den Pflanzen alle Blätter und Seitentriebe bis zur Wurzel dran bleiben, dann sieht es später schön “botanisch-wissenschaftlich” aus

Zu Hause angekommen, öffnest Du dann ein Buch, legst Löschpapier (oder die oben genannten Alternativen) auf eine Seite, die Pflanze auf das Löschpapier und darauf dann wieder eine Lage Löschpapier. Bis zur nächsten Lage Löschpapier – Pflanze – Löschpapier habe ich immer ca. einen halben bis einen Zentimeter dicken Abstand innerhalb eines Buches gelassen.

Dann schließt Du das Buch, beschwerst es noch mit einigen anderen und lässt es ein paar Wochen liegen. Ich habe mal gelesen, dass man alle paar Tage das Küchenpapier wechseln sollte, weil sonst die noch vorhandene Feuchtigkeit Schimmel bilden und die Blütenteile dann dunkel werden könnten. Das Wechseln des Löschpapiers habe ich bei meinem Klatschmohn nur nach dem ersten Tag gemacht und danach nicht mehr. Das hatte ihm schon gereicht. Es ist sicher nicht verkehrt, nach ein, zwei Tagen noch mal nach dem Rechten zu sehen. Ob das wirklich regelmäßig gemacht werden muss, hängt wahrscheinlich von der Pflanze ab. Hier geht Probieren definitiv über Studieren. Ich habe noch ein paar Tipps für’s Pressen:

  • für Pflanzen, die länger sind, als Deine Bücher groß sind, legst Du unter und über das “Pflanzen-Küchenpapier-Sandwich” am besten Zeitschriften der gleichen Sorte. Diese haben oft die gleiche Dicke und so kannst Du sie aneinander legen, um eine größere Fläche zu bekommen.
  • Wenn Du die Zeitschriften, wie oben beschrieben, zur Flächenerweiterung benutzt, sind unbeschichtete wahrscheinlich ideal, weil hier das Papier der Deckblätter auch noch ein bisschen Feuchtigkeit aufsaugen kann.
  • Du musst damit rechnen, dass sich die Seiten, zwischen denen die Pflanzen liegen, danach leicht gewellt sein könnten (wegen der Feuchtigkeit). Verwende also keine Bücher, bei denen Du das nicht möchtest.
  • lege mehrere Pflanzenteile nicht übereinander bzw. lass sie nicht überlappen, sie bekommen sonst eventuell Knicke oder Falten

Auf jeden Fall kommt nach ein paar Wochen (bei den Mohnblumen waren es ungefähr drei Wochen) der zweite aufregende Teil: Die Pflanzen sind fertig gepresst und getrocknet und ihr könnt eure Schätze begutachten. Ich fand es bei den Mohnblumen zum Beispiel total interessant, wie sich die Farben verändert haben (das Rot ist weniger stark und hat sich bei einer der Sorten in ein Altrosa und bei der anderen in ein dunkles Purpur verwandelt). Als Unterlage für die Bilderrahmen habe ich Aquarellpapier benutzt. Das hat eine schöne Struktur und ich finde, die Blüten sehen darauf noch edler aus. Fixieren musste ich den Klatschmohn auf der Unterlage gar nicht, das Glas hält ihn an Ort und Stelle. In ovalen oder runden Rahmen kommen die gepressten Blüten meiner Meinung nach übrigens am besten zur Geltung. Leider war mein ovaler Rahmen etwas zu klein für die Mohnblumen. Da werde ich mich wohl noch auf die Suche nach einer anderen Blüte machen müssen…

  

Dieses Wochenende habe ich in dem Garten meines Vaters dasselbe mit vielen verschiedenen Kräutern gemacht. Jetzt heißt es also erst mal wieder warten. Ich werde den Artikel auf jeden Fall aktualisieren, wenn ich neue Erkenntnisse gewonnen habe.

Kräuter Update

Seit der Veröffentlichung dieses Beitrages sind nun fast sechs Wochen vergangen und es steht ja noch ein Ergebnis aus. Ich habe nun alle Kräuter, die ich bei meinem Vater im Garten gesammelt hatte, aus ihren Sandwichlagen befreit und die eine oder andere kleine Überraschung erlebt. Hier meine Tipps und Fotos der letzten “Presserlebnisse”:

  • das Allerwichtigste: KEIN Küchenpapier verwenden! Küchenpapier ist zu stark strukturiert. Feine Blätter und Blüten waren nach dem Pressen mit dem Küchenpapiermuster “gebrandmarkt”. Ich hatte meine Mohnblumen mit dem Papier, was man auf öffentlichen Toiletten zum Hände abtrocknen findet, gepresst. Das hatte keine Struktur. (Ich hatte die Blumen morgens auf dem Weg vom Bahnhof zur Arbeit gepflückt) Später zu Hause hatte ich es mit Toilettenpapier getrocknet. Das hatte zwar eine Struktur, aber nicht so stark und fest, wie die des Küchenpapiers bei meinem Vater. Deshalb ist mir dieses Thema bei den Mohnblumen noch gar nicht aufgefallen. Oben im Text habe ich das Küchenpapier deshalb als Option wieder aus dem Text herausgenommen.
  • die Kapuzinerkresse hielt noch eine andere Überraschung für mich parat:  anscheinend hatte sich Ungeziefer noch im gepressten Zustand an der Pflanze vermehrt. Zumindest war mir beim ins Buch legen keines aufgefallen. Also am besten vorher zwei Mal schauen, das Ungeziefer könnte sich sonst noch während des Trocknungsprozesses negativ auf das Aussehen der Pflanze auswirken

  • manche Blätter an derselben Pflanze sind gelb geworden, andere grün geblieben. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich würde in Zukunft von einer Pflanze einfach mehrere Exemplare pressen, damit die Chance für eine schöne Variante größer ist. Ich vermute, es liegt auch daran, wie lange eine Blüte schon geblüht und wie frisch und fein die Triebe noch sind. Bei Kräutern mit sehr stabilen Blättern, wie dem Eukalyptus, Thymian, Rosmarin oder Salbei ist das mit dem Gelb werden gar nicht oder kaum passiert, bei Kapuzinerkresse und Rucola schon eher.

So, das wars auch schon von meinen neuen Erkenntnissen. Ich habe die für mich schönsten Exemplare dann eingerahmt und in meiner Küche über die Gewürzgläser gehängt. Wer meinen Beitrag über die Gewürzgläser schon gelesen hat, der weiß wahrscheinlich schon, dass ich dort erst Bilderrahmen mit Illustrationen von Kräutern hängen hatte. Die liebe ich auch immer noch, aber Kräuter in “echt” sind natürlich noch viel toller, wie ich finde. Was meinst Du?

Vorher:

Nachher:

 

Ich habe für die Kräuter, wie auch schon für die Mohnblumen, Aquarellpapier als Unterlage benutzt, da ich finde, dass es dem Ganzen eine edlere Optik gibt. Außerdem habe ich noch in meiner schönsten Sonntagsschrift den botanischen Namen der Pflanze dazu geschrieben. Achte auf jeden Fall auch darauf, die Kräuter nicht dort aufzuhängen, wo die Sonne hinscheint, die Farben werden sonst schnell verblassen.

  

 

Hast Du schon mal Blumen oder Kräuter gepresst? Hast Du noch einen Punkt, den man auf jeden Fall beachten sollte? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

Stell Dir vor, Du liebst es auszumisten…

… haha, wirst Du jetzt denken, “Ich und Ausmisten, das ist wie Wasser und Öl, Eisbären und Pinguine, Rindersteak und Veganer.” Wenn meiner Mutter und mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal anderen Menschen beim Aufräumen ihrer Wohnung helfen würde, hätten wir wahrscheinlich ähnlich reagiert. Wir hätten denjenigen erst mit offenem Mund und staunenden Augen angeschaut, um gleich danach in schallendes Gelächter auszubrechen. Ich war so unordentlich oder ordentlich, wie wahrscheinlich fast alle Kinder und Teenager. Weshalb ich mit zunehmendem Alter vermehrt Spaß am Ausmisten, Aufräumen und Sortieren gefunden habe, weiß ich gar nicht mehr so genau. Aber ich bin davon überzeugt, dass es jedem so gehen kann…

Nachdem ich meine Ausbildung zur Modedesignerin beendet und drei Jahre in diesem Job gearbeitet hatte, wollte ich noch etwas Anderes lernen und entschied mich für ein Duales Studium zur Textilbetriebswirtin (also Praxisphasen in einer Firma und Theoriephasen an einer Schule/Uni). Es war klar, dass ich ständig umziehen müsste, da die Praxisphasen nicht in einem Headquarter, sondern in den Stores des Unternehmens in immer anderen Städten sein würden. Ich lagerte also fast meinen gesamten Haushalt in der Garage meines Vaters ein und zog immer nur mit dem Nötigsten um. Ich gewöhnte mich sehr schnell an die geringe Auswahl meiner Habseligkeiten und stellte irgendwann fest, dass ich mit diesem Wenig ziemlich gut klar komme. Das Einzige, was ich wirklich vermisst hatte und was auch heute noch einen Großteil meines Wohnungsinhaltes ausmacht, sind Stoffe zum Nähen und Dinge, die ich für’s Nähen und Schnitte machen und so generell zum kreativ sein brauche. Das Studium an sich hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Arbeit im Verkauf in den Filialen (Bekleidungsbranche) leider nicht so sehr. Ich habe viel lieber im Büro Ordner sortiert, ausgemistet und mir clevere Ablagelösungen einfallen lassen. Das hat sich übrigens wie ein roter Faden durch alle folgenden Bürojobs gezogen. Immer habe ich mir zuerst die Ordner vorgenommen und neu sortiert (was meine neuen Kollegen auch durchaus geschätzt haben), bevor es dann an die eigentliche Arbeit gehen konnte/musste.

Während des Dualen Studiums habe ich außerdem drei Monate bei meiner Mutter gewohnt. Sie lebte damals schon in Frankfurt und hatte (und hat bis heute) eine kleine Wohnung im Zentrum Frankfurts.

In ihrer Wohnung habe ich mich immer pudelwohl gefühlt. Das lag nicht nur daran, dass sie eben meine Mutter ist, sondern auch und vor allem daran, dass sie schlicht und einfach nicht viel Platz hat und ihre kleine Wohnung deshalb sehr ordentlich und klar eingerichtet ist. Gleichzeitig strahlt sie eine warme Gemütlichkeit aus.

Wir wussten beide, dass ich während meiner Zeit zur Zwischenmiete bei ihr gezwungen sein würde, meinen Ausbreitungs- und Liegenlasstrieb sehr zu kontrollieren und alles Benutzte nach Gebrauch gleich wieder aufzuräumen, ansonsten würden wir schnell Ärger miteinander bekommen. Meine Mutter und ich lieben uns sehr, aber in diesem Punkt ist mit ihr nicht zu spaßen. Unbewusst habe ich aber auch eingesehen, dass genau diese Ordnungsliebe von ihr dafür sorgt, dass ihre Wohnung so eine Ruhe und Wärme ausstrahlt. Ich strengte mich also an und ich glaube, wir sind in dieser Zeit kein einziges Mal aneinander geraten.

Als ich nach dem Dualen Studium dann wieder eine feste eigene Wohnung hatte, ist mir ein Buch in die Hände gefallen, das mich, glaube ich, ebenso nachhaltig geprägt hat und mich bis heute inspiriert:

“Simplicity” von Mark und Sally Bailey*.

Darin wird mit stimmungsvollen Fotos gezeigt, wie schön natürliche Materialien und Farben in Wohnungen wirken, wie man Gegenstände recyceln und upcyceln kann und wie charmant auch unperfekte und alte Möbel sein können. Das Buch vermittelt wunderschön, wie ästhetisch natürliche Farben und Materialien sind und machen auch Lust auf freie, unverstellte Stellen in der Wohnung. Die drei unteren Bilder sind aus diesem Buch.

aus dem Buch “Simplicity” von Mark und Sally Bailey

aus dem Buch “Simplicity” von Mark und Sally Bailey

aus dem Buch “Simplicity” von Mark und Sally Bailey

Ich hatte damals sowieso schon ein Faible für alte Gegenstände und Möbel. Ein Freund hat mich damals mit erhobenen Augenbrauen angeschaut, als ich ihm sagte, er müsse mir helfen, einen Schrank aus Norddeutschland abzuholen – einen “Schrank mit Seele”, den ich nach langem Suchen auf Ebay gefunden und ersteigert hatte. Wir sind dafür an einem Tag mehrere hundert Kilometer gefahren. Das hier ist er übrigens:

Meine Wohnungen waren auch noch nie sehr bunt eingerichtet, deshalb hat dieses Buch bei mir nur Öl ins Feuer gekippt. Und so habe ich dann auch weiterhin auf Ebay oder auf dem Flohmarkt nach Einrichtungsgegenständen und Möbeln “mit Seele” gesucht. Gleichzeitig habe ich immer wieder meinen eigenen Hausstand überdacht und selbst vieles auf Flohmärkten und Ebay verkauft. So haben sich in meiner Wohnung im Laufe der Zeit “Lieblingsstücke” und Dinge, die mir aus irgend einem Grund wichtig sind und mich an bestimmte Personen oder Momente oder Orte erinnern, vermehrt. Dinge, die mit der Zeit nicht mehr zu mir gepasst oder die ich nicht mehr gebraucht habe, sind weniger geworden.

Immer wenn ich von einer Sache zwei Varianten zur Verfügung habe, behalte ich die für mich wertvollere Variante und verkaufe oder verschenke die weniger „schöne“. Glücklicherweise ist “schön” sehr subjektiv und so findet sich meistens jemand, der genau das haben möchte, was ich nicht (mehr) haben möchte.

Vor nicht allzu langer Zeit ist mir dann noch ein anderes Buch in die Hände gefallen, das Du vielleicht auch schon kennst oder von dem Du zumindest schon gehört hast:

“Magic Cleaning” von Marie Kondo*.

Marie Kondo kommt aus Japan und ist Aufräumprofi. Das Buch ist letztlich eine Anleitung dafür, wie man seine Wohnung optimal ausmistet. Einige Methoden wirken etwas unkonventionell und fast schon esoterisch, aber meistens geht sie sehr strukturiert und rationell vor. Vieles in ihrem Buch hat mich bestätigt und ich war froh, zu lesen, dass in manchen Punkten noch jemand so verrückt ist, wie ich (Ich finde z.B. auch Verkaufsverpackungen fast immer hässlich und habe dann das Bedürfnis, den Inhalt in “schöne” Gefäße umfüllen zu müssen, siehe auch mein Beitrag zu den Gewürzgläsern. Marie Kondo hat da eine ganz eigene Meinung zu dem Thema Verpackungen, über die ich demnächst berichten werde). Ich denke, dass nicht alle Methoden von Marie Kondo für jeden geeignet sind. Grundsätzlich ist das Buch aber ein guter Leitfaden und auf einige Punkte werde ich auch in meinen Beiträgen eingehen.

Aufgrund meiner eigenen Geschichte bin ich davon überzeugt, dass jeder von uns Spaß am Ausmisten haben kann. Wir brauchen nur Inspirationsquellen, die uns eine Idee davon vermitteln, wie toll es aussehen und sich anfühlen könnte, in einer aufgeräumten Wohnung zu leben. In einer Wohnung, in der es nur Dinge gibt, die wir lieben und die uns Geschichten erzählen. Ausgedachte oder Wahre.

Jeder Möbelhauskatalog, jedes Foto auf Instagram, Pinterest oder Deiner Lieblingszeitschrift kann Dich dazu animieren, auszumisten und Deine Wohnung oder Dein Zimmer oder auch nur ein Regal oder Sideboard dadurch schöner, gemütlicher, freier und ordentlicher zu gestalten. Suche nach solchen Bildern und hänge sie irgendwo auf, wo Du sie ständig siehst! Jeder hat etwas Anderes, das ihn inspiriert. Als ich das Buch “Simplicity” damals ganz begeistert einer Freundin ausgeliehen habe, habe ich es mit einem etwas nüchternem: “Naja, das sind ja schon eher Möbel, die ich auf dem Sperrmüll liegen lassen würde” zurück bekommen. Etwas verdutzt, aber dankbar für ihre Ehrlichkeit ist mir dann klar geworden, welch unterschiedliche Vorstellungen wir alle von einer Traumwohnung und -einrichtung haben. Du kannst Dir auch eine Person schnappen, deren Wohnung Du schön findest und bei der Du Dich so wohl fühlst, wie ich es damals (und natürlich auch heute noch) in der Wohnung meiner Mutter getan habe. Frag’ sie, ob sie Dir Tipps geben kann. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht oder weiß nicht, wie man anfangen soll und dann ist ein neutraler Blick von außen unglaublich hilfreich. Wenn du möchtest, kann auch ich diese Person sein. Schreib’ mir gerne eine Nachricht. Je nachdem, was Du in Deiner Wohnung verändern möchtest, helfe ich Dir mit einem Plan zum Ausmisten oder den richtigen Fragen und Tipps zum richtigen Zeitpunkt. Damit Du bald in Deiner Traumwohnung oder Deinem Traumzimmer wohnst und Zeit und Energie für das hast, was Dir wirklich wichtig ist.

Hast Du auch ein Buch, eine Person oder ein Erlebnis, das Dich dazu gebracht hat, den inneren Schweinehund zu besiegen und Deine Wohnung oder auch nur den Kleiderschrank auszumisten? Was war es? Ich freue mich, wie immer, auf Deinen Kommentar!

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir markierten oder verlinkten Unternehmen, Produkten oder Personen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.

Simsalabim! Der Turban Look aus alten Klamotten – genäht oder gebunden

Hast Du mal ‘ne Minute? Dann schnapp Dir doch schnell Deinen Lieblingsschal oder Dein Lieblingstuch und binde Dir damit ganz stylish eine neue Frisur. Oder hast Du vielleicht sogar eine Stunde Zeit und noch ein paar alte Tücher oder Klamotten, die Du nicht mehr anziehst, deren Stoffe Du aber noch ganz schön findest? Dann kannst Du Dir sogar ratz-fatz ein (Turbo-)Turban-Haarband nähen. Auch für Bad Hair Days oder einfach nur als Abwechslung zu Zopf und Dutt finde ich den Look super. Außerdem funktioniert er bei kurzen und bei langen Haaren gleich gut und ist unglaublich wandelbar (sportlich, dramatisch, elegant, Hippie….).

Ich selbst wurde von einem Video* meiner Lieblings-Yoga-You-Tuberin Mady Morrison dazu inspiriert und habe deshalb meine Schals aus Baumwolle oder Viskose schon im Winter gerne auf diese Art als “Ohrenwärmer” getragen. Wegen meiner Neurodermitis kratzt mich nämlich selbst die feinste Wolle ganz schnell auf der Haut und es ist gar nicht so leicht, winterliche Mützen oder Stirnbänder zu finden, die nicht aus Wolle oder Synthetikfasern bestehen. Vor ein paar Tagen kam dann noch meine nähbegeisterte Freundin zu mir und wollte sich aus ihrem alten Tuch ein Turban-Haarband nähen. Die “Bindevariante” fand sie für sich nicht optimal, da sie sehr dünne Haare hat und sie jedes gebundene Tuch auf dem Kopf als zu viel Stoff empfunden hätte. Wir haben uns also gleich nach einer Nähanleitung im Internet umgeschaut. Ich fand diese* hier von Eliza sehr hilfreich, allerdings ist die Anleitung nur für elastische Materialien geeignet, das Tuch von Sabrina ist aber gewebt, also nicht elastisch. Es würde also schnell vom Kopf rutschen, da es sich nicht so gut an die Kopfform anpassen könnte. Kurzerhand haben wir uns eine abgewandelte Version der Nähanleitung ausgedacht und das hat mich dazu gebracht, diese mit euch hier zu teilen. Es gibt also in diesem Beitrag drei Anleitungen für den Turban- Look:

Variante 1: gebunden (ohne nähen, geht am schnellsten)

Variante 2: genäht mit nur drei Nähten aus dehnbarem Material (einfach und schnell)

Variante 3: genäht aus nicht dehnbarem Material (etwas kniffliger, dauert aber trotzdem nicht länger als eine Stunde)

Die 2. Variante könnte man übrigens aufgrund der wenigen Nähte sogar ohne Nähmaschine, aber dafür mit der Hand nähen. Dauert etwas länger, aber der Arbeitsaufwand bleibt trotzdem noch übersichtlich.

1. die gebundene Variante:

Der Vorteil dieser Variante ist natürlich, dass es unglaublich schnell geht. Außerdem musst Du nichts nähen und zerschneiden und kannst Deine Schals und Tücher das nächste Mal auch wieder für etwas Anderes benutzen. Die Länge sollte so sein, dass der Schal oder das Tuch zwei Mal um Deinen Kopf gewickelt werden kann und noch Platz für ein Abschlussknoten ist.

Beginne mit der Schalmitte am Hinterkopf, führe beide (gleich langen) Schalhälften an den Ohren entlang nach oben zur Stirn.

   

Überkreuze nun die Schalhälften am Haaransatz in der Mitte (oder seitlich) und drehe sie jeweils in die gleiche Richtung um 180° umeinander (Richtung ist egal, Du musst zwei Mal die Hände wechseln, um keinen Knoten in den Armen zu bekommen)

   

Jetzt haben sich beide Schalhälften ineinandergehakt und Du kannst sie wieder an den Ohren vorbei zum Hinterkopf führen und mittig (oder seitlich) verknoten. Zuppel jetzt noch ein bisschen an den Schalteilen herum, bis es Dir gefällt. Wenn Du die Schalteile auf jeder Seite etwas versetzt nebeneinander am Kopf entlangführst, wirkt das “Haarband” nicht so dick aber dafür breiter. Mir persönlich gefällt es so am besten.

2. die genähte Variante aus dehnbarem Material

Der Vorteil dieser Variante ist, dass sie wirklich sehr leicht zu nähen ist und Du aus alten Klamotten etwas ganz Neues zaubern kannst. Ich habe zum Beispiel ein T-Shirt von meinem Freund genommen, das er zwar noch schön fand, aber eigentlich doch nicht mehr getragen hat. Ich finde den Spruch ziemlich lustig und die Farben haben mir auch gefallen, deshalb musste es als Versuchsobjekt herhalten. Falls Du Nähanfänger/in bist, möchte ich kurz noch erklären, woran man erkennen kann, ob der eigene Stoff eher zu der dehnbaren (Gewirke/Gestricke oder Maschenware genannt) oder nicht dehnbaren Sorte (Gewebe oder Webware genannt) gehört:

Nähbasics: Gewirke/Gestricke und Gewebe

Textile Flächen können in noch mehr Kategorien, als nur in Gewirke/Gestricke und Gewebe eingeteilt werden, aber der Großteil Deines Kleiderschrankinhalts besteht aus diesen beiden Arten, deshalb beschränke ich mich darauf:

Gewirke/Gestricke: Bei Gestricken, die entweder manuell oder maschinell hergestellt werden können, wird ein Faden mit einer Nadel in horizontaler Richtung als Schlinge (Masche) nacheinander durch jede Schlinge der vorhergehenden Reihe gezogen. Die ganze Fläche kann wieder aufgeribbelt werden, wenn man an diesem Faden ziehen würde. Bei Gewirken werden auch Fadenschlingen durch die vorhergehenden Schlingen gezogen, allerdings passiert dieser Prozess bei jeder Masche der vorhergehenden Reihe gleichzeitig. Die Arbeitsfäden verlaufen hier deshalb vertikal. Diese Flächen können nur maschinell hergestellt werden, weil man so viele Nadeln braucht, wie es Maschen in der Breite der textilen Fläche gibt. Diese Fläche kann nicht einfach aufgeribbelt  werden. Gestricke und Gewirke haben gemeinsam, dass die fertige textile Fläche aus Maschen besteht und deshalb dehnbar ist und sich den Körperformen gut anpassen kann. Die Maschen können ganz klein und kaum wahrnehmbar sein, oder ganz groß, wie z.B. bei dicken Winterpullovern.

Beim Nähen mit der Nähmaschine ist bei Maschenware zu beachten, dass Du eine Jerseynadel benutzt. Diese sind weniger spitz als normale Nähmaschinennadeln. Das ist wichtig, damit die Nadel beim Einstechen Deine Maschenware nicht kaputt macht. Sonst entsteht ganz leicht ein Loch oder mehrere Löcher dort, wo Du genäht hast. Dieses Problem hat übrigens einen lustigen Namen: Maschensprengschäden. Wenn Du nur eine Haushaltsnähmaschine hast, solltest Du beim Nähen mit diesen Stoffen immer den Zickzack Stich wählen, damit Deine Naht ebenso dehnbar ist, wie der Stoff selbst. Wenn Du einen normalen Steppstich nehmen würdest, und den Stoff beim Anziehen und Tragen dehnst, kann die Naht schnell reißen. Manchmal möchte man bei später sichtbaren Steppnähten die Zickzack Optik vermeiden, dann kannst Du es mit einem schmaler eingestellten Zickzack Stich probieren. Dieser hat dann meist immer noch mehr Elastizität als ein gerader Steppstich, ist aber nicht ganz so auffällig.

Gewebe: bei Geweben werden meist zwei rechtwinklig zueinander stehende Fadensysteme miteinander verkreuzt. Je nachdem nach welcher Methode/Regel die Fadensysteme miteinander verkreuzt werden, können verschiedene haptische und optische Eigenschaften des Stoffes erzielt werden. Prinzipiell ist ein Gewebe nicht oder kaum dehnbar, außer, es werden dem Gewebe elastisch machende Materialien beigemischt (wie z.B. Elasthan).

Bei Geweben sollte man die Dicke der Nähnadeln an die Feinheit des Stoffes anpassen. Eine Jeansstoff braucht z.B. eine andere Nadel, als Chiffon.

 

Aber nun zur Anleitung, die quasi die fotografierte Version von Eliza’s Videoanleitung ist:

Schneide aus Deinem Stoff zwei Streifen á 22 x 58 cm aus. (Ich hatte bei meinem T-Shirt leider nur Platz für 54 cm Länge, es sitzt daher etwas straff.) Schneide im Zweifel lieber ein paar Zentimeter mehr in der Länge zu. Kürzen kannst Du später noch.

Falls Du möchtest, dass Motive später immer noch mittig auf dem Stoffstreifen platziert sind, zeichne Dir Hilfslinien (z.B. durch die gedachte Mitte des Motivs) und miss von dort jeweils die Hälfte des Längen- und/oder Breitenmaßes.

Falte beide Stoffstreifen rechts auf rechts längs zur Hälfte und stecke die Stofflagen fest. Nähe nun mit einem Zickzack Stich die Stofflagen fest und verriegele (kurzes Vor- und Zurücknähen) am Anfang und Ende der Naht. Als Nahtzugabe kannst Du ca. 1 cm kalkulieren.

Nähbasics: vor dem Nähen Stofflagen feststecken

Während Du nähst, wird die obere Stofflage vom Nähfuß auf die untere Stofflage gedrückt und die untere Stofflage wird von den Zähnchen des Transporteurs gezogen. Transporteur und Nähfuß gewährleisten den Weitertransport beider Stofflagen beim Nähen. Durch das Drücken auf der oberen Stoffseite und Ziehen auf der unteren Stoffseite werden die Stofflagen allerdings minimal gegeneinander verschoben. Die obere Stofflage scheint am Ende der Naht auf einmal “länger” als die untere. Deshalb ist es wichtig, die Stoffkanten, die Du beabsichtigst zu nähen, vorher zusammenzustecken, um diese Differenzen beim Nähen zu vermeiden. Zuerst sollten Anfang und Ende zusammengesteckt werden, danach die Mitte, danach die Mitte von der Mitte etc. Je kürzer die Naht und je sicherer Du Dich beim Nähen fühlst, desto weniger Nadeln wirst Du wahrscheinlich brauchen. Wenn Du Nadeln mit kleinem Metallkopf wählst und diese im rechten Winkel zum Nahtverlauf steckst, kannst Du auch vorsichtig drüber nähen, ohne die Nähnadel oder Stecknadel kaputt zu machen.

 

Nun hast Du zwei “Schläuche”, die Du noch umstülpen musst, so dass die Nahtzugabe innen liegt. Lege die Naht mittig zur Schlauchbreite, so wie auf dem Foto zu sehen.

Lege die beiden Schläuche über Kreuz aufeinander. Die Nähte beider Schläuche zeigen zueinander (schauen sich an).

Nun faltest Du die Schläuche in der Mitte und legst die jeweiligen Schlauchenden aufeinander.

Die zwei Schläuche sind jetzt ineinander verhakt und die Nähte der jeweils beiden Schlauchhälften zeigen wieder zueinander.

Normalerweise könnten jetzt schon alle vier Schlauchenden übereinander gelegt und zusammengenäht werden. Dann wäre das Haarband fertig, aber man würde leicht die Nahtzugabe der letzten Naht erkennen. Deshalb lege noch nicht alle Schlauchenden aufeinander. Nimm zuerst einmal nur die obere Schlauchhälfte des linken Schlauches und legen ihn so auf die beiden rechten Schlauchhälften, dass die Naht nach oben zeigt.

Die untere linke Schlauchhälfte legst Du nun unter alle drei rechts liegenden Schlauchenden, so dass die Naht nach unten zeigt.

An Deinem “Schlauchendenpäckchen” solltest Du jetzt von oben und unten eine Naht sehen können.

Jetzt ziehst Du alle Lagen noch einmal zurecht. Achte darauf, dass die Nähte alle mittig übereinander liegen und nähe mit einer Zickzack Naht alle Stofflagen zusammen. Vergiss nicht, die Naht am Anfang und Ende zu verriegeln.

Du kannst nun noch die Ecken der Nahtzugaben schräg abschneiden, dann fallen sie später noch weniger auf. Pass aber auf, dass Du nicht zu dicht an der Naht schneidest.

Wenn Du jetzt wieder alles auseinander faltest, sollte die Nahtzugabe zwischen den Schlauchenden versteckt liegen. Das Turban Haarband ist fertig!

3. die genähte Variante aus nicht dehnbarem Material

Die Vorgehensweise ist erst einmal dieselbe, wie bei Variante 2, nur dass Du für alle Nähte eine normale Steppnaht anstatt eines Zickzack Stiches verwendest. Nähe Dein Haarband aus nicht dehnbarem Material nach Anleitung 2 so weit, bis Du bei diesem Foto angekommen bist:

Dies ist der Punkt, an dem Du das Band schon mal um Deinen Kopf legen solltest. Am Hinterkopf sollten noch ein paar Zentimeter Platz zischen den Schlauchenden sein. Bei Sabrina  haben wir die Schlauchenden so gekürzt, dass 5 cm Zwischenraum frei waren. Du brauchst nun für diesen Zwischenraum ein Elastikgummi, dass später für die nötige Spannung sorgt und garantiert, dass dein Haarband auch abends noch da bleibt, wo Du es morgens hingerückt hast. Damit man das Elastikgummi später nicht sieht, nähst Du dafür noch einen kleinen Schlauch aus dem gleichen Stoff, wie Deinem Haarband. Und das geht so:

 

Die Länge des Gummibandes kann ungefähr der Länge des Zwischenraumes entsprechen, der entsteht, wenn Du Dein Haarband jetzt schon mal um den Kopf legst. Du müsstest zwar normalerweise noch Nahtzugaben bei Gummiband und Schlauchenden hinzurechnen, aber eine gewisse Grundspannung im Gummiband ist nicht verkehrt, damit das Haarband später gut sitzt.

Die Maße des benötigten Stoffstreifens errechnest Du so:

Länge = ca. 2x Länge des Gummibandes (da sich der Schlauch später mit dem Gummiband “mitdehnen” können muss)

Breite = 2x Breite des Gummibandes + 2x gewünschte Nahtzugabe + 1-2 cm Mehrweite damit das Gummiband später leicht in den Schlauch passt.

Wir waren hier großzügig und haben ein den Stoffstreifen mit den Maßen 6 cm Breite x 9,5 cm Länge zugeschnitten. Mit zwei Mal Nahtzugabe von 0,5 cm hat der Schlauch dann eine fertige Breite von 2,5 cm, also 1 cm breiter, als das Gummiband. Auch hier wird der Stoffstreifen, wie anfangs bei den zwei großen Schläuchen, längs rechts auf rechts gefaltet und mit einem normalen Steppstich zugenäht. Am Anfang und Ende der Naht wieder verriegeln und danach den entstandenen Schlauch wenden.

Nun stecke das Gummiband in den kleinen Schlauch. Lege die Kante des Gummibandes und  die Kante des Schlauches bündig aufeinander und nähe mit einem Steppstich beides miteinander fest.

Dasselbe machst Du auf der anderen Seite des Gummibandes. Schiebe dazu die ganze Mehrweite des Stoffes in die Richtung Deiner eben genähten Naht. Da der Schlauch länger ist, als das Gummi, wird er sich jetzt in Falten legen. Das ist richtig und so gewollt, achte aber darauf, dass der Stoff an der Schlauchkante glatt liegt und Du beim Festnähen keine Falten in den  Stoff nähst.

Jetzt ist Deine faltige “Gummibandraupe” fertig und sie muss nun nur noch als Verbindung zwischen die Schlauchenden Deines Haarbandes genäht werden. Lege es dafür bündig auf die zwei Schlauchenden einer Seite und falte sie auf die Breite der “Gummibandraupe” zusammen, indem du die Längskanten Deiner Schlauchenden immer weiter in Richtung “Gummibandraupe” einschlägst.

 

Wenn Deine “Gummibandraupe” fertig eingewickelt ist, kannst Du alles wieder mit einem Steppstich festnähen. Verriegeln lohnt bei so einer kurzen Strecke nicht, deshalb nähst Du am besten einmal komplett nach vorne und komplett wieder zurück. Dasselbe machst Du noch mit den anderen beiden Schlauchenden Deines Haarbandes. Achte darauf, dass Du nicht aus Versehen Stofflagen verdrehst, die nicht verdreht werden sollen. Die Nähte Deiner Haarbandschläuche sollten auch hier innen liegen. Und tadaaaa, auch dieses Haarband ist jetzt schon fertig!

 

Ich hoffe, ich konnte euch zu einer kleinen Nähaktion oder einfach nur zu einer neuen Frisur inspirieren. Kommt ihr mit der Nähanleitung gut zurecht? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

 

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen oder Personen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.

Die Gläsersammlerin – für mehr Ordnung, Stil und Kreativität in der Küche

Manchmal klappert es in meiner Tragetasche. Das sind dann nicht immer nur leere Gläser und Flaschen, die ich dorthin zurück bringe, wo ich sie gekauft habe. Manchmal nehme ich leere Gläser auch mit nach Hause oder behalte sie. Um sie zu waschen und dann Gewürze, Kräuter, Mehl, Tees, Hülsenfrüchte und vieles mehr dort hinein zu füllen. Oder ich bringe sie zu Freunden, die mittlerweile auch schon sammeln. Eigentlich hatte ich mir anfangs einheitliche braune Apothekergläser für meine Küche gewünscht. Eine Internetseite*, wo es die in allen Größen und Formen gibt, hatte ich auch schon entdeckt. Da ich aber recht viele Apothekergläser gebraucht hätte, hätte die Anschaffung doch ein etwas zu großes Loch in meinen Geldbeutel gerissen. Außerdem hatte der Wunsch nach diesen Gläsern keine allzu hohe Priorität. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, die leeren Gläser, in denen oft Tomatensoßen, Aufstriche, Obstmuse, Obstkonserven, Oliven etc. verkauft werden, für meine Lebensmittel wieder zu verwenden. Klassisches Upcycling: aus Verpackung wird dauerhafter Gebrauchsgegenstand. Ich habe mich insgeheim immer riesig gefreut, wenn ich ein neues leeres Glas hatte, in das ich wieder etwas umfüllen konnte.

Das konsequente Umfüllen von Lebensmitteln in verschließbare Gläser bietet aber nicht nur für ordnungsliebende Personen (wie mich) viele Vorteile:

  1. Insekten haben keine Chance, sich über angebrochene, halb verschlossene und in Vergessenheit geratene Verpackungen herzumachen und sich darin zu vermehren. (eklige Sache! wer von euch hat das auch schon mal erlebt?)
  2. Wenn die Gläser, wie bei mir zu Hause, auf oder in einem Regal stehen, siehst Du auf einen Blick, was vorrätig ist und was fehlt.
  3. Es sieht einfach schöner aus und ist praktischer, als ein Sammelsurium an halb und unglücklich geöffneten Plastik- und Papierverpackungen.
  4. Du wirst kreativer beim Kochen und Backen! Die Zutaten sind beim Öffnen des Schrankes oder beim Blick aufs Regal einfach präsenter und leichter zu erkennen. Sie inspirieren dazu, verwendet zu werden. Auch für Zubereitungen, für die man sie ursprünglich gar nicht gekauft hatte. Zusammengeknäuelte und in der hintersten Schrankecke verstaute Verpackungen inspirieren weniger zum Öffnen. Oft sieht man auch gar nicht mehr auf Anhieb, was eigentlich drin ist und so bleiben sie erst recht im Schrank liegen.
  5. Wenn Du, so wie ich, die Gläser nicht extra kaufst, sondern die leeren Gläser Deiner Lieblingstomatensauße oder Deines Lieblingsjoghurts benutzt, kommen die Aufbewahrungslösungen gratis mit dem Lebensmittel zu Dir nach Hause. Wenn dann doch mal ein Glas zu Bruch geht, ist es nicht so dramatisch und am nächsten Tag gibt es einfach wieder Spaghetti mit Tomatensoße!
  6. Die Gläser können einfach gewaschen werden. Die Beschriftung mit einem wasserfesten Stift kann, wenn der Inhalt aufgebraucht ist, mit einem rauhen Schwamm wieder entfernt und das Glas danach für eine andere Zutat benutzt werden. Ich stelle meine Gläser immer in die Spülmaschine. (Offiziell sind sie wahrscheinlich nicht spülmaschinenfest, da sie ursprünglich nur als “Verpackung”  gedacht sind und nicht als Gebrauchsgegenstand. Deshalb bitte nur auf eigene Gefahr in der Spülmaschine waschen.)
  7. Wenn die Gläser bei Dir auf oder in einem Regal stehen, sind die Gewürze, Kräuter und anderen Zutaten mit ihren verschiedenen Formen und Farben nicht nur nützlich, sondern gleichzeitig eine natürliche und selbstverständliche Küchendeko!
  8. Natürlich gibt es unbestritten Unmengen von richtig tollen Aufbewahrungsdosen auf dem Markt. Auch im schwedischen Möbelhaus kann man für wenig Geld richtig viele von den schönen Gläsern mit Bügelverschluss oder anderen Formen kaufen. Bei mir persönlich schwankt aber die benötigte Anzahl von Gläsern und deren Größen ständig, so dass ich froh bin, nicht alle Gläser immer aufbewahren zu müssen, was viel Platz benötigen würde. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich zu viele unbenutzt in meinem Schrank stehen habe, gebe ich einfach ein paar in den Glascontainer. So bleibe ich flexibel mit meinem Stauraum in der Küche.
  9. Die Gläser können auch für viele andere Zwecke verwendet werden. Als Blumenvase, plastikfreie “Tupperdose”, Sprossenglas und vieles mehr.
  10. Glas ist geruchlos und geschmacksneutral und lässt sich heiß waschen. Ein Glas, in dem ihr z.B. Kurkumapulver (was stark färbt) aufbewahrt, wird also auch nach der Benutzung und dem Waschen ein farbloses und geschmacksneutrales Glas sein, allerhöchstens die Deckelinnenseite wird einen leichten Gelbstich davon tragen. Bei Plastikbehältern gehen einige Gewürze leider nicht so spurlos am Material vorbei. Und umgekehrt geht das Plastik wahrscheinlich auch nicht spurlos am Inhalt vorbei.
  11. Egal ob Du ein passionierter Hobbykoch bist und jeden Tag den Kochlöffel schwingst oder Dich nur ein Mal in der Woche an den Herd stellst: es sieht immer aus, als ob Du ein versierter Profikoch wärst, wenn die Zutaten in Reih und Glied in Deiner Küche stehen.
  12. Wenn Du einen Unverpackt-Laden in der Nähe hast, nimmst Du einfach die leeren Gläser mit und brauchst zu Hause überhaupt nichts mehr umfüllen. Außerdem weißt Du dann gleich, was Du kaufen musst und wie viele Gläser Du mitnehmen musst.

Und hier noch ein paar praktische Tipps:

  1. Bei sehr vielen Zutaten, die untergebracht werden wollen, bleibt die Gesamtoptik ruhiger, wenn die Gläser nicht alle total unterschiedlich aussehen. Ich hatte anfangs neben den Gläsern mit goldenem Deckel auch Einmachgläser mit Bügelverschluss in verschiedenen Formen benutzt, aber ab einer gewissen Anzahl von Gläsern wurde es mir zu wuselig, deshalb habe ich mich letztlich für wenige Größen und Formen entschieden. Ich finde es auch viel schöner, wenn die Deckelfarbe einheitlich und ohne Herstellerbeschriftung ist.
  2. Gewürze und Kräuter verlieren im Laufe der Zeit und unter Lichteinwirkung ihr Aroma. Wenn ihr also Feinschmecker seid und nicht so oft kocht, sind braune Gläser oder ganz lichtundurchlässige Behälter wahrscheinlich die bessere Wahl. Sie schützen die Aromen zumindest vor dem Licht, wenn auch nicht vor dem Lauf der Zeit. Mir persönlich macht ein eventueller Aromaverlust nicht allzuviel aus und ich liebe die Optik der Gewürze in den klaren Gläsern, deshalb belasse ich es erst einmal so. In einer Schublade oder im Schrank aufbewahrt, erübrigt sich natürlich dieses Thema.
  3. Ich beschrifte die Gläser immer mit einem wasserfesten weißen Edding auf dem Glas. Wer keinen Platz hat, die Gläser auf Regalböden zu stellen, der kann sie auch in Schubladen stellen und den Deckel beschriften. Da die Deckel meist auf irgendeine Art beschichtet sind, vermute ich, dass es dann allerdings nicht so einfach ist, die Beschriftung mehrfach zu entfernen, ohne der Beschichtung des Deckels zu schaden. Meine Mutter bewahrt ihre Gewürzgläser auch in Schubladen auf und ich habe ihr dazu mal ganz viele selbstklebende Etiketten für die Deckel gemacht. Sie wäscht dementsprechend immer nur die Gläser und wischt die Deckel nur aus.
    Falls ihr an der Vorlage für die Etiketten interessiert seid, schreibt mir einfach eine Nachricht, dann schicke ich sie euch. Die neun Etiketten oben sind nur eine kleine Auswahl, insgesamt sind es über 40… (Die einzelnen Zeichnungen sind aus dem Internet zusammengesucht, das Layout ist von mir) Alternativ könnt ihr die Beschriftung auch mit einem Etikettenprägegerät machen, ich finde die Optik dieser Textstreifen auch ganz schön. Wenn Du eine kleine Küche und so wie ich, keine Dunstabzugshaube hast, ist es unter Umständen auch deshalb schon sinnvoller, die Gläser in Schubladen aufzubewahren, da sie sonst schnell fettig werden und öfter gereinigt werden müssen.
  4. Das spricht übrigens auch dafür, schon beim Kauf von Lebensmitteln kleinere Einheiten zu wählen, dann sind die Gläser schneller leer und man kann sie zwischendurch einfach mal waschen. Auch das Problem des Aromaverlustes ist damit behoben. Da ich die meisten meiner Gläser oft in Benutzung habe und sie sowieso vor jeder Neubefüllung in die Spülmaschine stelle, haben sie keine Chance, fettig zu werden.
  5. Absolut keinen Platz in der Küche? Dann könnte Ausmisten (dazu in einem anderen Beitrag mehr) schon eine Lösung sein. Wenn das auch nicht hilft, benutze die Türen Deiner Küchenschränke, um dort schmale Halterungen für Gewürzgläser anzubringen. Eine andere tolle Idee, die ich schon öfter im Internet gesehen habe, ist es, die Deckel der Schraubgläser unter einem Regal anzuschrauben. Dann hängen die Gläser unter dem Brett. Der Vorteil ist, dass sie dort kaum staubig werden dürften. Sei aber sicher, dass das Brett, bzw. die Wand, die das Brett trägt, das Gewicht der Belastung von oben und unten dann noch aushält.
  6. Eine Firma, die das Upcycling Potential ihrer Glasflaschen schon länger erkannt hat und sogar zusätzlich online bestellbare Flaschenaufsätze anbietet, ist True Fruits*

Ich hoffe, ich habe Dir Lust darauf gemacht, Deine Nahrungsmittel und Gewürze wieder mehr in den Mittelpunkt des (Koch-)Geschehens zu rücken. Oder fürchtest Du, Deine Küche ist ein hoffnungsloser Fall? Oder hast Du selbst schon die optimale Lösung für Dich und Deine Küche gefunden? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.