Kategorie: Fashion

Upcycling – Overdye mit Schwarzem Tee – meine Erfahrungen und inspirierende Blogbeiträge zum Thema Färben mit Pflanzen

Falls ihr direkt zum eigentlichen Färbeergebnis und -experiment springen wollt, dann klickt einfach hier. Falls ihr wissen möchtet, was mich dazu inspiriert hat und zwei andere tolle Blogs kennenlernen möchtet, dann lest einfach weiter…

Der Ursprung zu dieser Idee kam mir eigentlich durch meine Neurodermitis. Bei Neurodermitis sollen ja Umschläge mit schwarzem Tee wegen der darin enthaltenen Gerbstoffe beruhigend und entzündungshemmend wirken. Leider ist bei mir die Wirkung größtenteils ausgeblieben, aber ich fand den beigen Ton, der dabei an meinem weißem Handtuch entstanden ist, sehr schön. Damals wurden außerdem meine weißen Handtücher trotz Kochwäsche nicht mehr richtig weiß, denn ich vertrage wegen meiner Neurodermitis keine Vollwaschmittel mit optischem Aufheller, deshalb kam ich dann auf die Idee, meine Handtücher einfach alle mit schwarzem Tee beige zu färben. (Kurz darauf habe ich dann aber doch noch eine Möglichkeit gefunden, die Wäsche haut- und umweltschonend weiß zu bekommen, aber davon berichte ich euch in einem anderen Beitrag. Die Idee, meine  Handtücher beige zu färben, wurde also erst mal begraben.) Dann habe ich ein paar Monate später einen Blogbeitrag von Woodlark entdeckt, in dem sie davon berichtet, wie sie Stoffe und T-Shirts ebenfalls mit schwarzem Tee gefärbt hat.

https://woodlarkblog.com/natural-dyeing-with-tea/

https://woodlarkblog.com/natural-dyeing-with-tea/

Und wieder habe ich mich in den beigen Ton verliebt, der dabei entstanden ist.

Parallel habe ich bei einem anderen meiner Lieblingsblogs, Heimatbaum, von Pepper Schmidt, außerdem einen Beitrag gelesen, in dem sie davon berichtet, wie sie weiße Mulltücher mit Avocado gefärbt hat! Dabei entsteht ein ganz toller altrosé Ton:

https://www.heimatbaum.com/faerben-mit-avocado-diy/

https://www.heimatbaum.com/faerben-mit-avocado-diy/

Genug Inspiration und Motivation also, um die Idee doch wieder aufleben zu lassen. Dieses Mal aber sollten es nicht die Handtücher sein, sondern meine pfirsich-bonbon-farbene Chino, die irgendwie so langsam aus der Mode gekommen ist, die ich aber dennoch noch nicht wegschmeißen wollte, weil sie so unglaublich bequem ist und sich super gehalten hat. Ich habe mir überlegt, dass ich sie viel wahrscheinlicher wieder anziehen würde, wenn die Farbe nicht mehr so bonbonmäßig wäre, wie hier noch auf dem Foto zu sehen:

Da kam mir die Idee, sie mit schwarzem Tee zu überfärben. Da ich keinen schwarzen Tee trinke und die positive Wirkung auf die Neurodermitis ja leider ausblieb, hatte ich also schwarzen Tee übrig. Das Ergebnis ist, da es ja nur ein “Overdye” ist, nicht ganz so extrem, als wenn ich weißen Stoff gefärbt hätte, aber im Vergleich doch deutlich erkennbar und ich finde den herbstlichen, erdigen roséfarbenen Ton, der dabei entstanden ist, richtig schön (Die Lichtverhältnisse waren bei beiden Aufnahmen annähernd gleich).

Ich habe es auch mit einem anderen Stoff probiert, den Du auf den folgenden Fotos im Färbeeimer sehen wirst, allerdings ist dieser Stoff aus Synthetikfasern und mir war eigentlich klar, dass das Färbeergebnis nicht gut ausfallen würde. Leider hat sich das bestätigt. Die Färbung ist auf diesem Stoff recht fleckig geworden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal darauf hinweisen:

Verwende nur Stoffe oder Bekleidung aus pflanzlichen Naturfasern , also Baumwolle oder Leinen (das Färben mit Wolle und Seide ist, soweit ich weiß, noch mal eine andere Geschichte, hier habe ich noch keine Erfahrungswerte). Synthetische Fasern nehmen Farbstoffe nicht mehr gut und gleichmäßig auf und werden höchstwahrscheinlich fleckig.

Berücksichtige auch, dass die “Kleinteile” an fertiger Bekleidung, wie Knöpfe, Steppnähte, Stickereien, Reißverschlussbänder etc. die Farbe ganz anders, also wahrscheinlich gar nicht oder viel weniger aufnehmen werden, wie der “Hauptstoff” aus dem euer Kleidungsstück gemacht ist, da diese Nähzutaten auch oft aus synthetischen Materialien hergestellt sind.

Ich habe mich beim Färben hauptsächlich an Woodlarks Anleitung gehalten und möchte meine Vorgehensweise und das Resultat mit Dir hier teilen. Vielleicht inspiriert mein Beitrag oder der  Beitrag der beiden anderen Bloggerinnen Dich ja auch, ein paar Deiner Kleidungsstücke, die Du eigentlich schon in der Altkleidersammlung gesehen hast, mit anderen Augen zu betrachten und es auf einen Versuch ankommen zu lassen…

Was Du brauchst:

  • schwarzen Tee, ca 150 g sollten es sein, je nach gewünschter Intensität (Beutel oder lose ist egal)
  • Essigessenz (ich habe drei Flaschen auf einen Eimer Wasser, der ca. 15 Liter fasst, benutzt)
  • das zu färbende Textil
  • einen Topf, um den Teesud herzustellen
  • einen Eimer oder großen Emailletopf, in dem Du das Textil erst in der Essiglösung und später in dem Teesud  ziehen lassen kannst

Und so gehst Du vor:

  1. Textil in Essigwasser einweichen

Dazu kippst Du die drei Flaschen Essigessenz mit Wasser in den Eimer oder Topf und lässt es zusammen mit Deinem Textil ein paar Stunden (am besten über Nacht) einwirken. Dem Blog von Woodlark zufolge hilft das den Textilfasern, die Farbe später besser aufzunehmen. Ich habe auch schon Blogbeiträge gelesen, bei denen ohne vorheriges Einweichen in Essiglösung gefärbt wurde. Ich weiß nicht, ob das wirklich nötig ist, aber ich denke bei schwarzem Tee macht es allein deshalb Sinn, weil dann nicht dieser Film auf der Wasseroberfläche entsteht, der durch kalkhaltiges Wasser verursacht wird. Das könnte eventuell zu ungleichmäßigen Färbeergebnissen führen.

Bevor ihr dann die Essiglösung wegkippt, überlegt, welche Haushaltsgeräte eventuell mal eine Entkalkung bräuchten und verwendet sie einfach dafür. Ich habe meine Essiglösung z.B. in Wasserkocher, Spülmaschine und Waschmaschine gekippt und mal eben von Kalkresten befreit.

2. Teesud kochen

Dann kocht ihr den Tee wie gewohnt und lasst ihn eine Weile ziehen. Lasst ihn aber nicht kalt werden, ich denke, je heißer das Wasser noch ist, desto intensiver das Färbeergebnis. Ich habe erst nur ca. 20 Teebeutel verwendet, die Intensität sah dann so aus:

Ich habe dann noch losen schwarzen Tee in meiner Küche gefunden, ca. 150 g, und habe diesen einfach noch mal mit neuem Wasser aufgekocht, habe etwas von dem schon vorhandenen Sud im Eimer abgegossen und den Eimer mit dem stärkeren Sud wieder aufgefüllt. Dann sah die Intensität so aus:

3. Einwirken und Ausspülen

Das Ganze habe ich über Nacht einwirken lassen und vorher so oft wie möglich mit einem Holzlöffel umgerührt und den Stoff immer wieder nach unten getunkt. Eigentlich ist mein Eimer auch etwas zu klein für beide Textilien gewesen. Wenn möglich nutzt also einen Eimer oder Topf, in dem das Textil noch genug Platz hat und in dem ihr gut herumrühren könnt. Nach der gewünschten Einwirkzeit schüttet ihr den Teesud weg (oder färbt noch etwas anderes damit) und spült euer Textil mit klarem Wasser aus. Ich habe beides direkt in die Waschmaschine gegeben und bei niedriger Temperatur und mit mildem Waschmittel gewaschen.

   

Wichtig zu wissen: die Farbe ist natürlich nie so dauerhaft, wie synthetisch und industriell gefärbte Kleidung. Du solltest das Textil also nur noch bei 30-40 Grad im Schonwaschgang waschen und auch nicht enttäuscht sein, wenn sich die Farbe vielleicht auch nach und nach wieder herauswäscht, bzw. blasser wird. Meistens sehen Naturfarben aber auch in blasserem Zustand noch schön aus und zur Not färbst Du einfach noch mal nach.

Hast Du selbst auch schon einmal etwas mit Pflanzen gefärbt? Wie waren Deine Erfahrungen? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

Simsalabim! Der Turban Look aus alten Klamotten – genäht oder gebunden

Hast Du mal ‘ne Minute? Dann schnapp Dir doch schnell Deinen Lieblingsschal oder Dein Lieblingstuch und binde Dir damit ganz stylish eine neue Frisur. Oder hast Du vielleicht sogar eine Stunde Zeit und noch ein paar alte Tücher oder Klamotten, die Du nicht mehr anziehst, deren Stoffe Du aber noch ganz schön findest? Dann kannst Du Dir sogar ratz-fatz ein (Turbo-)Turban-Haarband nähen. Auch für Bad Hair Days oder einfach nur als Abwechslung zu Zopf und Dutt finde ich den Look super. Außerdem funktioniert er bei kurzen und bei langen Haaren gleich gut und ist unglaublich wandelbar (sportlich, dramatisch, elegant, Hippie….).

Ich selbst wurde von einem Video* meiner Lieblings-Yoga-You-Tuberin Mady Morrison dazu inspiriert und habe deshalb meine Schals aus Baumwolle oder Viskose schon im Winter gerne auf diese Art als “Ohrenwärmer” getragen. Wegen meiner Neurodermitis kratzt mich nämlich selbst die feinste Wolle ganz schnell auf der Haut und es ist gar nicht so leicht, winterliche Mützen oder Stirnbänder zu finden, die nicht aus Wolle oder Synthetikfasern bestehen. Vor ein paar Tagen kam dann noch meine nähbegeisterte Freundin zu mir und wollte sich aus ihrem alten Tuch ein Turban-Haarband nähen. Die “Bindevariante” fand sie für sich nicht optimal, da sie sehr dünne Haare hat und sie jedes gebundene Tuch auf dem Kopf als zu viel Stoff empfunden hätte. Wir haben uns also gleich nach einer Nähanleitung im Internet umgeschaut. Ich fand diese* hier von Eliza sehr hilfreich, allerdings ist die Anleitung nur für elastische Materialien geeignet, das Tuch von Sabrina ist aber gewebt, also nicht elastisch. Es würde also schnell vom Kopf rutschen, da es sich nicht so gut an die Kopfform anpassen könnte. Kurzerhand haben wir uns eine abgewandelte Version der Nähanleitung ausgedacht und das hat mich dazu gebracht, diese mit euch hier zu teilen. Es gibt also in diesem Beitrag drei Anleitungen für den Turban- Look:

Variante 1: gebunden (ohne nähen, geht am schnellsten)

Variante 2: genäht mit nur drei Nähten aus dehnbarem Material (einfach und schnell)

Variante 3: genäht aus nicht dehnbarem Material (etwas kniffliger, dauert aber trotzdem nicht länger als eine Stunde)

Die 2. Variante könnte man übrigens aufgrund der wenigen Nähte sogar ohne Nähmaschine, aber dafür mit der Hand nähen. Dauert etwas länger, aber der Arbeitsaufwand bleibt trotzdem noch übersichtlich.

1. die gebundene Variante:

Der Vorteil dieser Variante ist natürlich, dass es unglaublich schnell geht. Außerdem musst Du nichts nähen und zerschneiden und kannst Deine Schals und Tücher das nächste Mal auch wieder für etwas Anderes benutzen. Die Länge sollte so sein, dass der Schal oder das Tuch zwei Mal um Deinen Kopf gewickelt werden kann und noch Platz für ein Abschlussknoten ist.

Beginne mit der Schalmitte am Hinterkopf, führe beide (gleich langen) Schalhälften an den Ohren entlang nach oben zur Stirn.

   

Überkreuze nun die Schalhälften am Haaransatz in der Mitte (oder seitlich) und drehe sie jeweils in die gleiche Richtung um 180° umeinander (Richtung ist egal, Du musst zwei Mal die Hände wechseln, um keinen Knoten in den Armen zu bekommen)

   

Jetzt haben sich beide Schalhälften ineinandergehakt und Du kannst sie wieder an den Ohren vorbei zum Hinterkopf führen und mittig (oder seitlich) verknoten. Zuppel jetzt noch ein bisschen an den Schalteilen herum, bis es Dir gefällt. Wenn Du die Schalteile auf jeder Seite etwas versetzt nebeneinander am Kopf entlangführst, wirkt das “Haarband” nicht so dick aber dafür breiter. Mir persönlich gefällt es so am besten.

2. die genähte Variante aus dehnbarem Material

Der Vorteil dieser Variante ist, dass sie wirklich sehr leicht zu nähen ist und Du aus alten Klamotten etwas ganz Neues zaubern kannst. Ich habe zum Beispiel ein T-Shirt von meinem Freund genommen, das er zwar noch schön fand, aber eigentlich doch nicht mehr getragen hat. Ich finde den Spruch ziemlich lustig und die Farben haben mir auch gefallen, deshalb musste es als Versuchsobjekt herhalten. Falls Du Nähanfänger/in bist, möchte ich kurz noch erklären, woran man erkennen kann, ob der eigene Stoff eher zu der dehnbaren (Gewirke/Gestricke oder Maschenware genannt) oder nicht dehnbaren Sorte (Gewebe oder Webware genannt) gehört:

Nähbasics: Gewirke/Gestricke und Gewebe

Textile Flächen können in noch mehr Kategorien, als nur in Gewirke/Gestricke und Gewebe eingeteilt werden, aber der Großteil Deines Kleiderschrankinhalts besteht aus diesen beiden Arten, deshalb beschränke ich mich darauf:

Gewirke/Gestricke: Bei Gestricken, die entweder manuell oder maschinell hergestellt werden können, wird ein Faden mit einer Nadel in horizontaler Richtung als Schlinge (Masche) nacheinander durch jede Schlinge der vorhergehenden Reihe gezogen. Die ganze Fläche kann wieder aufgeribbelt werden, wenn man an diesem Faden ziehen würde. Bei Gewirken werden auch Fadenschlingen durch die vorhergehenden Schlingen gezogen, allerdings passiert dieser Prozess bei jeder Masche der vorhergehenden Reihe gleichzeitig. Die Arbeitsfäden verlaufen hier deshalb vertikal. Diese Flächen können nur maschinell hergestellt werden, weil man so viele Nadeln braucht, wie es Maschen in der Breite der textilen Fläche gibt. Diese Fläche kann nicht einfach aufgeribbelt  werden. Gestricke und Gewirke haben gemeinsam, dass die fertige textile Fläche aus Maschen besteht und deshalb dehnbar ist und sich den Körperformen gut anpassen kann. Die Maschen können ganz klein und kaum wahrnehmbar sein, oder ganz groß, wie z.B. bei dicken Winterpullovern.

Beim Nähen mit der Nähmaschine ist bei Maschenware zu beachten, dass Du eine Jerseynadel benutzt. Diese sind weniger spitz als normale Nähmaschinennadeln. Das ist wichtig, damit die Nadel beim Einstechen Deine Maschenware nicht kaputt macht. Sonst entsteht ganz leicht ein Loch oder mehrere Löcher dort, wo Du genäht hast. Dieses Problem hat übrigens einen lustigen Namen: Maschensprengschäden. Wenn Du nur eine Haushaltsnähmaschine hast, solltest Du beim Nähen mit diesen Stoffen immer den Zickzack Stich wählen, damit Deine Naht ebenso dehnbar ist, wie der Stoff selbst. Wenn Du einen normalen Steppstich nehmen würdest, und den Stoff beim Anziehen und Tragen dehnst, kann die Naht schnell reißen. Manchmal möchte man bei später sichtbaren Steppnähten die Zickzack Optik vermeiden, dann kannst Du es mit einem schmaler eingestellten Zickzack Stich probieren. Dieser hat dann meist immer noch mehr Elastizität als ein gerader Steppstich, ist aber nicht ganz so auffällig.

Gewebe: bei Geweben werden meist zwei rechtwinklig zueinander stehende Fadensysteme miteinander verkreuzt. Je nachdem nach welcher Methode/Regel die Fadensysteme miteinander verkreuzt werden, können verschiedene haptische und optische Eigenschaften des Stoffes erzielt werden. Prinzipiell ist ein Gewebe nicht oder kaum dehnbar, außer, es werden dem Gewebe elastisch machende Materialien beigemischt (wie z.B. Elasthan).

Bei Geweben sollte man die Dicke der Nähnadeln an die Feinheit des Stoffes anpassen. Eine Jeansstoff braucht z.B. eine andere Nadel, als Chiffon.

 

Aber nun zur Anleitung, die quasi die fotografierte Version von Eliza’s Videoanleitung ist:

Schneide aus Deinem Stoff zwei Streifen á 22 x 58 cm aus. (Ich hatte bei meinem T-Shirt leider nur Platz für 54 cm Länge, es sitzt daher etwas straff.) Schneide im Zweifel lieber ein paar Zentimeter mehr in der Länge zu. Kürzen kannst Du später noch.

Falls Du möchtest, dass Motive später immer noch mittig auf dem Stoffstreifen platziert sind, zeichne Dir Hilfslinien (z.B. durch die gedachte Mitte des Motivs) und miss von dort jeweils die Hälfte des Längen- und/oder Breitenmaßes.

Falte beide Stoffstreifen rechts auf rechts längs zur Hälfte und stecke die Stofflagen fest. Nähe nun mit einem Zickzack Stich die Stofflagen fest und verriegele (kurzes Vor- und Zurücknähen) am Anfang und Ende der Naht. Als Nahtzugabe kannst Du ca. 1 cm kalkulieren.

Nähbasics: vor dem Nähen Stofflagen feststecken

Während Du nähst, wird die obere Stofflage vom Nähfuß auf die untere Stofflage gedrückt und die untere Stofflage wird von den Zähnchen des Transporteurs gezogen. Transporteur und Nähfuß gewährleisten den Weitertransport beider Stofflagen beim Nähen. Durch das Drücken auf der oberen Stoffseite und Ziehen auf der unteren Stoffseite werden die Stofflagen allerdings minimal gegeneinander verschoben. Die obere Stofflage scheint am Ende der Naht auf einmal “länger” als die untere. Deshalb ist es wichtig, die Stoffkanten, die Du beabsichtigst zu nähen, vorher zusammenzustecken, um diese Differenzen beim Nähen zu vermeiden. Zuerst sollten Anfang und Ende zusammengesteckt werden, danach die Mitte, danach die Mitte von der Mitte etc. Je kürzer die Naht und je sicherer Du Dich beim Nähen fühlst, desto weniger Nadeln wirst Du wahrscheinlich brauchen. Wenn Du Nadeln mit kleinem Metallkopf wählst und diese im rechten Winkel zum Nahtverlauf steckst, kannst Du auch vorsichtig drüber nähen, ohne die Nähnadel oder Stecknadel kaputt zu machen.

 

Nun hast Du zwei “Schläuche”, die Du noch umstülpen musst, so dass die Nahtzugabe innen liegt. Lege die Naht mittig zur Schlauchbreite, so wie auf dem Foto zu sehen.

Lege die beiden Schläuche über Kreuz aufeinander. Die Nähte beider Schläuche zeigen zueinander (schauen sich an).

Nun faltest Du die Schläuche in der Mitte und legst die jeweiligen Schlauchenden aufeinander.

Die zwei Schläuche sind jetzt ineinander verhakt und die Nähte der jeweils beiden Schlauchhälften zeigen wieder zueinander.

Normalerweise könnten jetzt schon alle vier Schlauchenden übereinander gelegt und zusammengenäht werden. Dann wäre das Haarband fertig, aber man würde leicht die Nahtzugabe der letzten Naht erkennen. Deshalb lege noch nicht alle Schlauchenden aufeinander. Nimm zuerst einmal nur die obere Schlauchhälfte des linken Schlauches und legen ihn so auf die beiden rechten Schlauchhälften, dass die Naht nach oben zeigt.

Die untere linke Schlauchhälfte legst Du nun unter alle drei rechts liegenden Schlauchenden, so dass die Naht nach unten zeigt.

An Deinem “Schlauchendenpäckchen” solltest Du jetzt von oben und unten eine Naht sehen können.

Jetzt ziehst Du alle Lagen noch einmal zurecht. Achte darauf, dass die Nähte alle mittig übereinander liegen und nähe mit einer Zickzack Naht alle Stofflagen zusammen. Vergiss nicht, die Naht am Anfang und Ende zu verriegeln.

Du kannst nun noch die Ecken der Nahtzugaben schräg abschneiden, dann fallen sie später noch weniger auf. Pass aber auf, dass Du nicht zu dicht an der Naht schneidest.

Wenn Du jetzt wieder alles auseinander faltest, sollte die Nahtzugabe zwischen den Schlauchenden versteckt liegen. Das Turban Haarband ist fertig!

3. die genähte Variante aus nicht dehnbarem Material

Die Vorgehensweise ist erst einmal dieselbe, wie bei Variante 2, nur dass Du für alle Nähte eine normale Steppnaht anstatt eines Zickzack Stiches verwendest. Nähe Dein Haarband aus nicht dehnbarem Material nach Anleitung 2 so weit, bis Du bei diesem Foto angekommen bist:

Dies ist der Punkt, an dem Du das Band schon mal um Deinen Kopf legen solltest. Am Hinterkopf sollten noch ein paar Zentimeter Platz zischen den Schlauchenden sein. Bei Sabrina  haben wir die Schlauchenden so gekürzt, dass 5 cm Zwischenraum frei waren. Du brauchst nun für diesen Zwischenraum ein Elastikgummi, dass später für die nötige Spannung sorgt und garantiert, dass dein Haarband auch abends noch da bleibt, wo Du es morgens hingerückt hast. Damit man das Elastikgummi später nicht sieht, nähst Du dafür noch einen kleinen Schlauch aus dem gleichen Stoff, wie Deinem Haarband. Und das geht so:

 

Die Länge des Gummibandes kann ungefähr der Länge des Zwischenraumes entsprechen, der entsteht, wenn Du Dein Haarband jetzt schon mal um den Kopf legst. Du müsstest zwar normalerweise noch Nahtzugaben bei Gummiband und Schlauchenden hinzurechnen, aber eine gewisse Grundspannung im Gummiband ist nicht verkehrt, damit das Haarband später gut sitzt.

Die Maße des benötigten Stoffstreifens errechnest Du so:

Länge = ca. 2x Länge des Gummibandes (da sich der Schlauch später mit dem Gummiband “mitdehnen” können muss)

Breite = 2x Breite des Gummibandes + 2x gewünschte Nahtzugabe + 1-2 cm Mehrweite damit das Gummiband später leicht in den Schlauch passt.

Wir waren hier großzügig und haben ein den Stoffstreifen mit den Maßen 6 cm Breite x 9,5 cm Länge zugeschnitten. Mit zwei Mal Nahtzugabe von 0,5 cm hat der Schlauch dann eine fertige Breite von 2,5 cm, also 1 cm breiter, als das Gummiband. Auch hier wird der Stoffstreifen, wie anfangs bei den zwei großen Schläuchen, längs rechts auf rechts gefaltet und mit einem normalen Steppstich zugenäht. Am Anfang und Ende der Naht wieder verriegeln und danach den entstandenen Schlauch wenden.

Nun stecke das Gummiband in den kleinen Schlauch. Lege die Kante des Gummibandes und  die Kante des Schlauches bündig aufeinander und nähe mit einem Steppstich beides miteinander fest.

Dasselbe machst Du auf der anderen Seite des Gummibandes. Schiebe dazu die ganze Mehrweite des Stoffes in die Richtung Deiner eben genähten Naht. Da der Schlauch länger ist, als das Gummi, wird er sich jetzt in Falten legen. Das ist richtig und so gewollt, achte aber darauf, dass der Stoff an der Schlauchkante glatt liegt und Du beim Festnähen keine Falten in den  Stoff nähst.

Jetzt ist Deine faltige “Gummibandraupe” fertig und sie muss nun nur noch als Verbindung zwischen die Schlauchenden Deines Haarbandes genäht werden. Lege es dafür bündig auf die zwei Schlauchenden einer Seite und falte sie auf die Breite der “Gummibandraupe” zusammen, indem du die Längskanten Deiner Schlauchenden immer weiter in Richtung “Gummibandraupe” einschlägst.

 

Wenn Deine “Gummibandraupe” fertig eingewickelt ist, kannst Du alles wieder mit einem Steppstich festnähen. Verriegeln lohnt bei so einer kurzen Strecke nicht, deshalb nähst Du am besten einmal komplett nach vorne und komplett wieder zurück. Dasselbe machst Du noch mit den anderen beiden Schlauchenden Deines Haarbandes. Achte darauf, dass Du nicht aus Versehen Stofflagen verdrehst, die nicht verdreht werden sollen. Die Nähte Deiner Haarbandschläuche sollten auch hier innen liegen. Und tadaaaa, auch dieses Haarband ist jetzt schon fertig!

 

Ich hoffe, ich konnte euch zu einer kleinen Nähaktion oder einfach nur zu einer neuen Frisur inspirieren. Kommt ihr mit der Nähanleitung gut zurecht? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

 

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen oder Personen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.