Kategorie: Küche

Warum Schubladendenken Deinen Alltag erleichtert

Ich habe mich schon so oft darüber geärgert, dass klassische Kleiderschränke nicht dazu gemacht sind, effizient hängende UND liegende Klamotten zu beherbergen. Während hängende Teile mindestens eine Tiefe von 50 cm brauchen (außer man hängt sie frontal in mehreren Blöcken), brauchen liegende Klamotten auf den Regalböden doch eher nur eine Tiefe von 30 cm. Um die “brach” liegenden 20 cm der Regalböden zu nutzen, müsste man also irgendwie in “zweiter Reihe” stapeln, was nicht gerade zur Übersichtlichkeit und Ordnung im Kleiderschrank beiträgt. 

Marie Kondo hat mich in ihrem Buch “Magic Cleaning” auf eine Idee gebracht, die seitdem Einzug in mein Schlafzimmer und sogar in meine Küche (aber dazu später mehr) gehalten hat: so viele Klamotten wie möglich als stehende Päckchen in Schubladen aufzubewahren. Das hat zwei immens große Vorteile gegenüber dem Stapeln auf Regalböden:

1. Du siehst auf einen Blick, was Du hast. Das ist sehr entspannend.

2. Du kannst leichter Ordnung halten, weil das Herausnehmen und Zurücksortieren viel einfacher geht. 

Das kannst Du auch völlig losgelöst vom Gedanken des Ausmistens umsetzen, obwohl ich finde, dass Ausmisten sich bei der Gelegenheit geradezu aufdrängt. Hier ein paar Tipps aus meiner nun, glaube ich, schon fünf Jahre andauernden Päckchenpack-Praxis:

  1. sortiere auch in den Schubladen nach Kategorien, also alle Oberteile zusammen, Unterwäsche zu Socken etc.
  2. die Bekleidung, die Du am häufigsten brauchst, sollte am Einfachsten zu erreichen sein  
  3. falte so, wie es für Dich am Einfachsten ist, Du sollst nicht nach jeder gewaschenen Wäsche ein YouTube Video für die Faltanleitung zur Hand nehmen müssen. 
  4. manche Teile sind einfach so klein und weich, dass sich daraus nicht so stabile Päckchen falten lassen, in dem Fall ist es sinnvoll, kleinere Kartons als Trennhilfen zu benutzen oder siehe Punkt 5
  5. nicht alle Päckchen müssen wirklich für sich und von alleine stehen können. (in diesem Punkt bin ich nicht ganz so penibel wie Marie Kondo) Meistens sind ja noch viele andere Päckchen in der Schublade und alles stützt sich gegenseitig
  6. richtig große und dicke Bekleidung, wie z.B. Winterpullover sind immer noch am besten auf dem Regalboden im Kleiderschrank aufgehoben. Solche Artikel nehmen einfach extrem viel Platz in der Kommode weg, sind aber voluminös genug, um auf einem Regalboden im Kleiderschrank nicht für Wirrwarr zu sorgen. 
  7. Du musst Dich nicht stressen, alles in Päckchen packen zu müssen. Hemden und Blusen oder auch Kleider sind immer noch am besten auf einem Kleiderbügel aufgehoben. 
  8. Probieren geht über Studieren! Dein Kleidungsstück zeigt Dir, ob es lieber hängen oder als Päckchen gefaltet werden will. Wenn es einfach geht, dann ist es richtig.
  9. falls Du keine oder nicht so viele Kommoden hast, dann kannst Du vielleicht in Deinem Kleiderschrank Regalböden gegen Schubladenelemente austauschen? Ich denke da z.B. an die Kleiderschranksysteme des schwedischen Möbelhauses…
  10. als wahrer Ordnungsjunkie wirst Du Deine Klamotten natürlich nach Farbe sortieren.

Die Schublade oben beherbergt fast alle meine Oberteile und ich möchte betonen, dass ich, bevor ich das Foto gemacht habe, NICHT extra aufgeräumt habe. Es fällt einfach viel leichter, mit der Päckchenmethode Ordnung zu halten, als wenn alle Oberteile übereinander gestapelt auf dem Regalboden im Kleiderschrank liegen würden.

Ich habe diese Systematik auch in meiner Küche angewandt. Der Stauraum in meiner Küche ist nämlich auch eher sehr simpel durch Regalböden gelöst, ich besitze keine Einbauküche, die ja heutzutage fast nur noch aus Schubladen bestehen. (Ein Beweis für die Sinnhaftigkeit von Schubladen!) Hier habe ich mir geholfen, indem ich für meine Lebensmittel und andere “Themen” leere Kartons aus dem Supermarkt mitgenommen habe. Beschriftet und nach Thema befüllt, kann ich sie ganz einfach ein Stück herausziehen und habe auch hier alles im Blick und griffbereit. 

So, und jetzt viel Spaß beim Päckchen packen!

Falls Dich dieser Artikel dazu inspiriert hat, Deine Kleiderschranksystematik etwas umzugestalten, würde ich mich riesig über Dein Feedback freuen! 

Die Gläsersammlerin – für mehr Ordnung, Stil und Kreativität in der Küche

Manchmal klappert es in meiner Tragetasche. Das sind dann nicht immer nur leere Gläser und Flaschen, die ich dorthin zurück bringe, wo ich sie gekauft habe. Manchmal nehme ich leere Gläser auch mit nach Hause oder behalte sie. Um sie zu waschen und dann Gewürze, Kräuter, Mehl, Tees, Hülsenfrüchte und vieles mehr dort hinein zu füllen. Oder ich bringe sie zu Freunden, die mittlerweile auch schon sammeln. Eigentlich hatte ich mir anfangs einheitliche braune Apothekergläser für meine Küche gewünscht. Eine Internetseite*, wo es die in allen Größen und Formen gibt, hatte ich auch schon entdeckt. Da ich aber recht viele Apothekergläser gebraucht hätte, hätte die Anschaffung doch ein etwas zu großes Loch in meinen Geldbeutel gerissen. Außerdem hatte der Wunsch nach diesen Gläsern keine allzu hohe Priorität. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, die leeren Gläser, in denen oft Tomatensoßen, Aufstriche, Obstmuse, Obstkonserven, Oliven etc. verkauft werden, für meine Lebensmittel wieder zu verwenden. Klassisches Upcycling: aus Verpackung wird dauerhafter Gebrauchsgegenstand. Ich habe mich insgeheim immer riesig gefreut, wenn ich ein neues leeres Glas hatte, in das ich wieder etwas umfüllen konnte.

Das konsequente Umfüllen von Lebensmitteln in verschließbare Gläser bietet aber nicht nur für ordnungsliebende Personen (wie mich) viele Vorteile:

  1. Insekten haben keine Chance, sich über angebrochene, halb verschlossene und in Vergessenheit geratene Verpackungen herzumachen und sich darin zu vermehren. (eklige Sache! wer von euch hat das auch schon mal erlebt?)
  2. Wenn die Gläser, wie bei mir zu Hause, auf oder in einem Regal stehen, siehst Du auf einen Blick, was vorrätig ist und was fehlt.
  3. Es sieht einfach schöner aus und ist praktischer, als ein Sammelsurium an halb und unglücklich geöffneten Plastik- und Papierverpackungen.
  4. Du wirst kreativer beim Kochen und Backen! Die Zutaten sind beim Öffnen des Schrankes oder beim Blick aufs Regal einfach präsenter und leichter zu erkennen. Sie inspirieren dazu, verwendet zu werden. Auch für Zubereitungen, für die man sie ursprünglich gar nicht gekauft hatte. Zusammengeknäuelte und in der hintersten Schrankecke verstaute Verpackungen inspirieren weniger zum Öffnen. Oft sieht man auch gar nicht mehr auf Anhieb, was eigentlich drin ist und so bleiben sie erst recht im Schrank liegen.
  5. Wenn Du, so wie ich, die Gläser nicht extra kaufst, sondern die leeren Gläser Deiner Lieblingstomatensauße oder Deines Lieblingsjoghurts benutzt, kommen die Aufbewahrungslösungen gratis mit dem Lebensmittel zu Dir nach Hause. Wenn dann doch mal ein Glas zu Bruch geht, ist es nicht so dramatisch und am nächsten Tag gibt es einfach wieder Spaghetti mit Tomatensoße!
  6. Die Gläser können einfach gewaschen werden. Die Beschriftung mit einem wasserfesten Stift kann, wenn der Inhalt aufgebraucht ist, mit einem rauhen Schwamm wieder entfernt und das Glas danach für eine andere Zutat benutzt werden. Ich stelle meine Gläser immer in die Spülmaschine. (Offiziell sind sie wahrscheinlich nicht spülmaschinenfest, da sie ursprünglich nur als “Verpackung”  gedacht sind und nicht als Gebrauchsgegenstand. Deshalb bitte nur auf eigene Gefahr in der Spülmaschine waschen.)
  7. Wenn die Gläser bei Dir auf oder in einem Regal stehen, sind die Gewürze, Kräuter und anderen Zutaten mit ihren verschiedenen Formen und Farben nicht nur nützlich, sondern gleichzeitig eine natürliche und selbstverständliche Küchendeko!
  8. Natürlich gibt es unbestritten Unmengen von richtig tollen Aufbewahrungsdosen auf dem Markt. Auch im schwedischen Möbelhaus kann man für wenig Geld richtig viele von den schönen Gläsern mit Bügelverschluss oder anderen Formen kaufen. Bei mir persönlich schwankt aber die benötigte Anzahl von Gläsern und deren Größen ständig, so dass ich froh bin, nicht alle Gläser immer aufbewahren zu müssen, was viel Platz benötigen würde. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich zu viele unbenutzt in meinem Schrank stehen habe, gebe ich einfach ein paar in den Glascontainer. So bleibe ich flexibel mit meinem Stauraum in der Küche.
  9. Die Gläser können auch für viele andere Zwecke verwendet werden. Als Blumenvase, plastikfreie “Tupperdose”, Sprossenglas und vieles mehr.
  10. Glas ist geruchlos und geschmacksneutral und lässt sich heiß waschen. Ein Glas, in dem ihr z.B. Kurkumapulver (was stark färbt) aufbewahrt, wird also auch nach der Benutzung und dem Waschen ein farbloses und geschmacksneutrales Glas sein, allerhöchstens die Deckelinnenseite wird einen leichten Gelbstich davon tragen. Bei Plastikbehältern gehen einige Gewürze leider nicht so spurlos am Material vorbei. Und umgekehrt geht das Plastik wahrscheinlich auch nicht spurlos am Inhalt vorbei.
  11. Egal ob Du ein passionierter Hobbykoch bist und jeden Tag den Kochlöffel schwingst oder Dich nur ein Mal in der Woche an den Herd stellst: es sieht immer aus, als ob Du ein versierter Profikoch wärst, wenn die Zutaten in Reih und Glied in Deiner Küche stehen.
  12. Wenn Du einen Unverpackt-Laden in der Nähe hast, nimmst Du einfach die leeren Gläser mit und brauchst zu Hause überhaupt nichts mehr umfüllen. Außerdem weißt Du dann gleich, was Du kaufen musst und wie viele Gläser Du mitnehmen musst.

Und hier noch ein paar praktische Tipps:

  1. Bei sehr vielen Zutaten, die untergebracht werden wollen, bleibt die Gesamtoptik ruhiger, wenn die Gläser nicht alle total unterschiedlich aussehen. Ich hatte anfangs neben den Gläsern mit goldenem Deckel auch Einmachgläser mit Bügelverschluss in verschiedenen Formen benutzt, aber ab einer gewissen Anzahl von Gläsern wurde es mir zu wuselig, deshalb habe ich mich letztlich für wenige Größen und Formen entschieden. Ich finde es auch viel schöner, wenn die Deckelfarbe einheitlich und ohne Herstellerbeschriftung ist.
  2. Gewürze und Kräuter verlieren im Laufe der Zeit und unter Lichteinwirkung ihr Aroma. Wenn ihr also Feinschmecker seid und nicht so oft kocht, sind braune Gläser oder ganz lichtundurchlässige Behälter wahrscheinlich die bessere Wahl. Sie schützen die Aromen zumindest vor dem Licht, wenn auch nicht vor dem Lauf der Zeit. Mir persönlich macht ein eventueller Aromaverlust nicht allzuviel aus und ich liebe die Optik der Gewürze in den klaren Gläsern, deshalb belasse ich es erst einmal so. In einer Schublade oder im Schrank aufbewahrt, erübrigt sich natürlich dieses Thema.
  3. Ich beschrifte die Gläser immer mit einem wasserfesten weißen Edding auf dem Glas. Wer keinen Platz hat, die Gläser auf Regalböden zu stellen, der kann sie auch in Schubladen stellen und den Deckel beschriften. Da die Deckel meist auf irgendeine Art beschichtet sind, vermute ich, dass es dann allerdings nicht so einfach ist, die Beschriftung mehrfach zu entfernen, ohne der Beschichtung des Deckels zu schaden. Meine Mutter bewahrt ihre Gewürzgläser auch in Schubladen auf und ich habe ihr dazu mal ganz viele selbstklebende Etiketten für die Deckel gemacht. Sie wäscht dementsprechend immer nur die Gläser und wischt die Deckel nur aus.
    Falls ihr an der Vorlage für die Etiketten interessiert seid, schreibt mir einfach eine Nachricht, dann schicke ich sie euch. Die neun Etiketten oben sind nur eine kleine Auswahl, insgesamt sind es über 40… (Die einzelnen Zeichnungen sind aus dem Internet zusammengesucht, das Layout ist von mir) Alternativ könnt ihr die Beschriftung auch mit einem Etikettenprägegerät machen, ich finde die Optik dieser Textstreifen auch ganz schön. Wenn Du eine kleine Küche und so wie ich, keine Dunstabzugshaube hast, ist es unter Umständen auch deshalb schon sinnvoller, die Gläser in Schubladen aufzubewahren, da sie sonst schnell fettig werden und öfter gereinigt werden müssen.
  4. Das spricht übrigens auch dafür, schon beim Kauf von Lebensmitteln kleinere Einheiten zu wählen, dann sind die Gläser schneller leer und man kann sie zwischendurch einfach mal waschen. Auch das Problem des Aromaverlustes ist damit behoben. Da ich die meisten meiner Gläser oft in Benutzung habe und sie sowieso vor jeder Neubefüllung in die Spülmaschine stelle, haben sie keine Chance, fettig zu werden.
  5. Absolut keinen Platz in der Küche? Dann könnte Ausmisten (dazu in einem anderen Beitrag mehr) schon eine Lösung sein. Wenn das auch nicht hilft, benutze die Türen Deiner Küchenschränke, um dort schmale Halterungen für Gewürzgläser anzubringen. Eine andere tolle Idee, die ich schon öfter im Internet gesehen habe, ist es, die Deckel der Schraubgläser unter einem Regal anzuschrauben. Dann hängen die Gläser unter dem Brett. Der Vorteil ist, dass sie dort kaum staubig werden dürften. Sei aber sicher, dass das Brett, bzw. die Wand, die das Brett trägt, das Gewicht der Belastung von oben und unten dann noch aushält.
  6. Eine Firma, die das Upcycling Potential ihrer Glasflaschen schon länger erkannt hat und sogar zusätzlich online bestellbare Flaschenaufsätze anbietet, ist True Fruits*

Ich hoffe, ich habe Dir Lust darauf gemacht, Deine Nahrungsmittel und Gewürze wieder mehr in den Mittelpunkt des (Koch-)Geschehens zu rücken. Oder fürchtest Du, Deine Küche ist ein hoffnungsloser Fall? Oder hast Du selbst schon die optimale Lösung für Dich und Deine Küche gefunden? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.