Kategorie: Pflanzen

Dufte Säckchen – zum Entspannen, zum Verschenken und als Schutz für Deine Wollsachen

Du hast eine Hand voll Lavendel zu Hause, aber keine Nähmaschine? Oder nähst Du gar nicht so gerne, brauchst aber trotzdem etwas, um in der nächsten Saison Deinen Lieblingspullover auch ohne Mottenlöcher anziehen zu können? Oder hast Du Lavendel UND nähst gerne? Dann bist Du hier genau richtig! Ich zeige Dir neun verschiedene Lavendelsäckchen Varianten, da ist bestimmt eine nach Deinem Geschmack dabei. Du kannst die kleinen Säckchen auch für etwas ganz Anderes, wie Schmuck oder als Geschenkverpackung für Kleinigkeiten benutzen. Oder vielleicht schon ganz vorausschauend für einen selbst gemachten Adventskalender…? Außerdem erkläre ich Dir anhand von zwei Varianten (Doppelnaht oder mit Deinem Rollierfüßchen), wie Du Stoffkanten von feinen, durchscheinenden Stoffen schön versäubern kannst, ohne dass man eine Versäuberungs- oder Zickzack Naht sieht.

Lavendel ist eine meiner Lieblingspflanzen, wenn es um ätherische Düfte geht. Ich mag den Duft in Seifen oder Lavendelsäckchen und wenn ich irgendwo im Urlaub bin, kann ich fast nicht zurückreisen, ohne ein Lavendelsäckchen von dort mitzunehmen. Eigentlich wollte ich nur ein klitzekleines DIY mit einer Lavendelsäckchen Variante machen, denn ich kenne kaum einen Garten, in dem nicht mindestens ein kleiner Lavendelstrauch zu finden ist. Und vom Strauch zum gefüllten Lavendelsäckchen ist es gar kein weiter Weg. Natürlich sollte es auch ein “upgecyceltes” Säckchen werden, und je mehr ich überlegt habe, was ich denn zu einem Säckchen upcyceln könnte, desto mehr Ideen kamen mir. Aber nun ist es doch wieder ein sehr ausführlicher Beitrag geworden, dafür sind selbst für Nicht-Näher zwei Optionen dabei.

Denn auch wer nicht gerne näht, ist gut beraten, mindestens ein Lavendelsäckchen im Kleiderschrank oder in der Kommode aufzubewahren. Bei mir befindet sich mittlerweile in jeder Kommode, in der ich etwas aus Wolle oder Seide gelagert habe, ein Lavendelsäckchen. Seitdem muss ich Mottenlöcher nicht mehr fürchten. Probier’s mal aus!

Ganz am Ende des Beitrages verrate ich Dir noch, was ich sonst noch gerne mit Lavendel mache und zeige Dir eine Internetseite mit vielen weiteren interessanten Themen und DIYs zum Thema Lavendel.

Der Vorteil fast aller Säckchenvarianten in diesem Beitrag ist, dass Du die sie jederzeit mit neuem Lavendel befüllen und waschen kannst. Die Anleitungen sind nach Schwierigkeitsgrad von total leicht zu etwas kniffliger sortiert. Klicke einfach auf das Bild und Du kommst direkt zur Anleitung:

1. der Teebeutel

okay, hier gibt es nicht viel zu erklären, Teebeutel nehmen, Öffnung auf gleiche Länge abschneiden, befüllen und mit einem Band Deiner Wahl zubinden, fertig!

   

2. der Damenstrumpf

die Idee hierfür kam mir durch ein Tutorial für Kissenbezüge aus alten T-Shirts. Dort werden auch die Kanten in Fransen geschnitten und somit die Kante “zugeknüpft”. Alles ohne einen Nadelstich. Hier gehts übrigens zu dem Tutorial.

 

Nimm Dir einen im Schaftbereich noch gut erhaltenen Damenstrumpf (ich ziehe solche Strümpfe eigentlich gar nicht mehr an, hatte aber noch ein paar davon) und drehe ihn auf links. Um einen besseren Eindruck für die Proportionen zu bekommen, habe ich den Strumpf schon einmal dort zugebunden, wo ich ihn später auch zubinden würde. Die gewünschte spätere untere Kante habe ich mit Klebeband definiert und auf der Unterlage fixiert.

 

Dann schneidest Du den unteren Part so weit ab, dass die späteren Fransen noch lang genug sind, um damit ohne Fingerkrampf Knoten machen zu können. Zerschneide den Teil bis zum Klebeband in ca. 1 cm breite Streifen.

Dann verknotest du zuerst die jeweils benachbarten Streifen. Dann wird sich trotzdem noch ein Loch ergeben, wie auf dem Foto zu sehen. Deshalb verknotest Du danach auch die sich gegenüberliegenden Streifen miteinander. Gerade so fest, dass später keine Lavendelblüte mehr durchrutschen kann.

Dann kürzt Du alle Streifen auf ca. 1 cm Länge, drehst alles auf rechts, befüllst den Strumpf und schließt ihn mit einem Band Deiner Wahl, fertig!

3. der Fransige

Die Idee für das fransige Modell kam mir, als ich meine Stoffreste und alte Projekte durchwühlt habe und mir dieses Stück Stoff in die Hand gefallen ist, was schon ein bisschen aufgeribbelt war. Da dachte ich mir: wenn schon, denn schon! Diese Variante eignet sich vor allem bei gröberen Stoffen und wirkt am schönsten, wenn das Gewebe mit unterschiedlich farbigen Fäden gewebt wurde.

Du ziehst also so viele Schussfäden (horizontal verlaufend) aus dem Stoff, wie Du möchtest, legst den Stoff doppelt entsprechend der Länge, die später Dein Säckchen bekommen soll und ziehst auf der anderen Seite die gleiche Menge Fäden heraus. Wenn Du magst, kannst Du die Kante noch mit einem schmalen Zickzack Stich absichern. So gehen Dir nicht mehr Fäden verloren, als Du möchtest.

Dann legst Du Dir den Stoff rechts auf rechts und steppst das Säckchen an den Längskanten ganz normal mit ca. 1 cm Nahtzugabe ab.

Auch bei der Nachzugabe kannst Du es so machen, dass Du die Kettfäden (in vertikaler Richtung verlaufend) am Rand herausziehst und die danach noch stehengebliebene Nahtzugabe (mindestens 5 mm) wieder mit einem Zickzack Stich absicherst.

Dann nur noch die Nahtzugabe mit dem Fingernagel flach streichen, das Säckchen auf rechts drehen, befüllen und mit einem Band Deiner Wahl zubinden, fertig!

 

4. der mit einfachem Umschlag

Das ist wohl die klassische Lavendelsäckchen Variante. Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Du faltest also den Stoff links auf links quer in der Mitte, steppst die Längskanten gemäß Deiner kalkulierten Nahtzugabe ab und versäuberst sie. Danach drehst Du das Säckchen wieder auf rechts und drückst die Nahtzugabe mit dem Fingernagel flach (wenn Du ein Kantholz hast, dann natürlich bügeln).

Dann bügelst Du die obere Kante zwei Mal nach innen ein (gemäß der Nahtzugabenbreite, die Du vorher dafür kalkuliert hast). Jetzt musst Du deine Kante nur noch absteppen, das Säckchen füllen und mit einem Band Deiner Wahl zubinden, fertig!

 

5. das Taschentuch – mit Nähbasics: Doppelnaht/ französische Naht

Die Idee zum Taschentuch Upcycling kam mir, weil ich für das Lavendelsäckchen nach einem feinen schönen hellen Stoff gesucht hatte. Da ich aus Zero- Waste- Gründen keine Papiertaschentücher mehr benutze, habe ich die Stofftaschentücher meiner Omas reaktiviert. Das, was ich dann für das Upcycling benutzt hatte, hatte nicht so einen hohen ideellen Wert, weil es auch nur ein nie geöffnetes Geschenk einer Freundin an meine Oma war, weshalb ich keine Probleme hatte, es für das Lavendelsäckchen zu zerschneiden.

Der Vorteil hierbei ist, dass an ganz vielen Kanten die Stoffkante schon gesäumt, also “sauber” ist. Bei drei Lavendelsäckchen, die aus dem Taschentuch entstanden sind, brauchte ich also nur vier Stoffkanten versäubern. Ich habe hierfür die Doppelnaht, oder auch französische Naht genannt, verwendet, was mich direkt zu einem kleinen Nähbasics Exkurs führt. Aber ganz von vorne:

Du faltest das Taschentuch zuerst links auf links und schneidest es in die für Dich passenden Teile. Für mich sollten drei Lavendelsäckchen dabei herauskommen. Und dann geht es auch schon mit der Doppelnaht los.:

Nähbasics: Doppelnaht/ französische Naht

Diese Naht eignet sich super, wenn Du bei feinen und dünnen Stoffen auch auf der linken Seite deines Nähprojektes eine saubere Naht sehen möchtest. Das ist zum Beispiel bei sehr transparenten Stoffen von Vorteil, bei denen sonst unter Umständen die Versäuberung durch eine Overlocknaht oder einen Zickzack Stich durchscheinen würde.

  

Du legst Deine Stoffteile zuerst links auf links und nähst die entsprechende Naht. Entweder Du nähst mit z.B. einem Zentimeter Nahtzugabe und schneidest sie dann auf maximal 3mm zurück oder Du nähst die Naht direkt sehr knappkantig ab. Ich empfehle erstere Variante, denn dann ist die Schnittkante schön glatt und ohne abstehende Fäden. Die schon gesäumten Kanten des Taschentuchs werden jetzt noch nicht zusammengenäht!

Danach bügelst du die Nahtzugaben auseinander und drehst das Nähprojekt auf die linke Seite. die Stoffteile liegen jetzt also recht auf rechts aufeinander, so wie man normalerweise zwei Stofflagen miteinander verbinden würde. Die eben genähte Naht bügelst Du auch wieder platt und nähst die Stoffteile knappkantig ab, bzw. mit so viel Abstand, dass Deine nun innen liegende Nahtzugabe auf jeden Fall in der Absteppung verschwindet. Ich habe bei dem feinen Stoff nicht bis ganz zur oberen Kante genäht, sondern kurz davor aufgehört, damit sich die Kante an dieser Stelle nicht so “verknäuelt”.

Jetzt ist der Moment, in dem Du auch die anderen Längskanten (die ja schon eine saubere Kante haben) jeweils aufeinanderlegst und zusammennähst.

Die Säckchen nun alle wieder auf rechts drehen. Die sauberen Nahtkanten liegen nun alle innen. Wenn ein paar Fäden von der versteckten Nahtzugabe abstehen, diese vorsichtig abschneiden.

  

 

Die Säckchen bei Bedarf noch bügeln, befüllen und einem Band Deiner Wahl zusammenbinden, fertig!

6. der mit eingezogenem Bändchen, eine Seite offen

Mit Lavendel verbinde ich automatisch auch immer Leinen, deshalb musste mindestens eine Variante aus Leinen sein. Das, was ich hier verwende ist ein Stoffrest, von einer Aktion, bei der ich mein Bügelbrett neu bezogen habe. Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Dann beide Längskanten versäubern und den Stoff quer falten. Stoffseiten liegen rechts auf rechts. Eine der Längskanten komplett bis zur oberen Kante schließen. Bei der anderen Seite von der unteren Kante nach oben schließen, aber an dem Punkt, an dem die berechnete Breite für den Tunnelzug beginnt, stoppen und verriegeln.

  

Die Nahtzugaben auseinanderbügeln. Auch den Schlitz, der eigentlich nicht zusammengenäht wurde. Danach den Schlitzbereich klappkantig absteppen und die obere Kante versäubern.

Dann den Tunnelzug (oberer Bereich Tunnelzug + Nahtzugabe) gemäß Deiner berechneten Breite umbügeln.

Die Naht, mit der ihr den Tunnelzug absteppt, sollte genau auf der Höhe eures Schlitzendes liegen oder ein wenig darunter.

Dann nur noch auf rechts drehen, befüllen und ein Band eurer Wahl durch den Tunnelzug ziehen und festzurren.

 

7. der mit eingezogenem Bändchen, beide Seiten offen  – mit Nähbasics: Kantenversäuberung mit dem Rollierfüßchen

Wenn es ein Säckchen mit einseitiger Öffnung für ein eingezogenes Bändchen gibt, muss es natürlich auch eins mit zwei Öffnungen geben. Der Stoff hierfür kam von einem Stoffrest eines Rockes, den ich meiner Mutter vor vielen Jahren mal genäht habe. Ich finde ihn immer noch schön. An diesem Stoff wollte ich Dir die Möglichkeit der Kantenversäuberung mit dem Rollfüßchen Deiner Nähmaschine zeigen. So wie die Doppelnaht, ist das eine schöne Möglichkeit, Stoffkanten ordentlich zu versäubern, wenn der Stoff sehr durchscheinend und generell vielleicht zu fein für eine normale Versäuberungsnaht ist.

Der Zuschnitt ist der Gleiche, wie bei der Variante mit einseitiger Öffnung. Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Nähbasics: Kantenversäuberung mit dem Rollierfüßchen

Ich vermute, dass jede Nähmaschine so ein Rollierfüßchen hat. Damit könnt ihr super leicht Kanten von feinen Stoffen säumen. Die Kanten werden durch die Führung des Füßchens automatisch eingeschlagen und festgesteppt. Bei gerade verlaufenden Schnittkanten ist das sehr einfach. Bei Rundungen braucht man etwas mehr Übung, wenn die Rundung zu stark ist, ist es nur noch schwer möglich. Hier geht Probieren mal wieder über Studieren.

    

 

Die Längskanten sind jetzt “sauber”, jetzt fehlen nur noch die kurzen Seiten. Diese kannst Du ganz normal versäubern und den Stoff danach wieder in der Mitte gefaltet rechts auf rechts legen.

Beim Absteppen beider Längsseiten (stellt euch vor, der Stoff unten im Foto würde schon doppelt liegen, ich habe leider ein entsprechendes Foto vergessen) nur bis zu dem Punkt nähen, an dem die von euch berechnete Breite für den Tunnelzug beginnt. (rot markiert)

Wenn Du die Längskanten zusammennähst, achte darauf, direkt neben deinem Rollsaum zu nähen, nicht darauf. Das erschwert sonst später das Auseinanderbügeln.

Dann die “Nahtzugaben” auseinander und den Tunnelzug (oberer Bereich Tunnelzug + Nahtzugabe) gemäß Deiner berechneten Breite umbügeln. Die Naht, mit der ihr den Tunnelzug absteppt, sollte genau auf der Höhe eures Schlitzendes liegen oder ein wenig darunter.

Dann wieder auf rechts drehen und jeweils zwei Bänder durch die Tunnel ziehen. Jedes Band jeweils von einer anderen Tunnelzugseite beginnend.

Dann nur noch befüllen und zuziehen, fertig!

8. die Manschette

Die Idee hierzu ist mir gekommen, weil ich zeitgleich eine langärmelige Bluse upgecycelt habe. Ich habe aus den langen Ärmeln einer Bluse kurze Volantärmel gemacht. Dementsprechend waren natürlich die Manschetten überflüssig geworden. Außerdem fehlte mir in der Lavendelsäckchensammlung noch eine etwas männlichere Option. Schließlich haben auch Männer Wollpullover oder -mäntel vor Motten zu beschützen. Der Nachteil bei dieser Variante ist, dass diese Säckchen nicht ständig geöffnet und geschlossen werden können. (Außer man trennt die naht immer wieder auf). Hier muss dann also nach ein paar Monaten mit Lavendelöl nachgeholfen werden.

Die Manschette vom Ärmel abtrennen, dann ist sie an einer Seite schon geöffnet.

 

Ich habe sie in der Mitte durchgeschnitten, um ein normales “Lavendelsäckchenmaß” zu bekommen. Da Manschetten meist noch einmal klappkantig abgesteppt sind, musste ich diese Naht auch noch ein Stückchen öffnen, um später die Nahtzugabe gut nach innen legen zu können.

Ich habe dann beide Säckchen erst einmal an den Längsseiten zugesteppt. Das eine Säckchen nur klappkantig, das andere doppelt. Trenne einfach die nicht mehr benötigten Steppnähte auf, wenn Du die Längsseiten fixiert hast. Du musst die äußerste Steppnaht zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht verriegeln.

Dann befüllst Du die Säckchen und nähst die obere Querkante zu, indem Du ein kurzes Stück auf dem Ende der schon genähten Längsnähte nähst, zu Beginn und Ende. So vermeidest Du Verriegeln, was unnötig auffallen würde.

Ich habe dann noch den Knopf ausgetauscht und einen “Gegenknopf” auf der Rückseite angebracht.

 

9. der mit Kräuselkante

Wie schon bei Variante 6 erwähnt, gehört für mich zu Lavendel irgendwie immer auch Leinen. Ich hatte mal eine Leinenhose in einem leichten Beigeton, die ich geliebt und bis zum Verschleiß getragen habe. Wegschmeißen kam natürlich trotzdem nicht in Frage und so dient sie mir jetzt als Stofflager für allerlei Beutel und Säckchen, so wie eben auch dieses.

Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Den Stoff an den Längskanten versäubern.

Den Stoff doppelt legen und gemäß den roten Linien absteppen. Die Längskanten können in einem durchgesteppt werden, es sollte aber immer vor und nach einem geplanten Loch für den Tunnelzug verriegelt werden.

Hier siehst Du noch mal nur die Markierung, an denen verriegelt werden muss.

Danach die Nahtzugaben auseinanderbügeln (oder mit dem Fingernagel auseinander drücken) und die obere Kante versäubern. Du kannst auch gleich Deine Tunnelzugbereiche wieder auftrennen. Wenn diese, wie bei mir, nur einen Zentimeter betragen, wird es sich nur um zwei, drei Stiche handeln, die Du auftrennen musst. Da Du ja davor und danach verriegelt hast, gehen die Löcher jetzt nicht weiter auf, als sie sollten.

 

Dann die obere Kante so nach unten umbügeln, dass die Löcher für die Tunnelzüge auf einer Höhe liegen. Darüber und darunter ringsum absteppen.

Dann wieder auf rechts drehen und jeweils zwei Bänder durch die Tunnel ziehen. Jedes Band jeweils von einer anderen Tunnelzugseite beginnend.

Dann nur noch befüllen und zuziehen, fertig! Ich finde das Säckchen übrigens auch toll, um darin Schmuck oder ähnliche Kleinigkeiten zu verschenken.

Was ich sonst noch so mit Lavendel mache?

Manchmal streue ich Lavendel auf selbst gemachte Zartbitter Schokolade! Mit Fleur de Sel eine super Mischung!

Ziemlich oft trinke ich Lavendeltee pur oder gemischt mit anderen Kräutern, indem ich einfach einen bis zwei Teelöffel auf ca. einen Liter kochendes Wasser gebe.

Manchmal nehme ich mir ein Lavendelsäckchen, knautsche es ein wenig um die Blüten und den Duft zu aktivieren und lege es zum Einschlafen neben mein Kopfkissen.

Wenn ihr euch von noch mehr “lavendeligen” DIYs inspirieren lassen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Seite. Hier gibt es meiner Meinung nach sehr ausführliche und viele solide Informationen rund um die dufte Pflanze, die verschiedenen Sorten und Anwendungsgebiete. Und auch wann man die Säckchen mit ätherischem Öl “nachbeduften” sollte ist dort gut beschrieben.

Ich hoffe, Du hast eine Variante für Dich gefunden und musst Dich ab sofort nicht mehr mit Motten rumschlagen. Was machst Du noch so mit Lavendel? Schreib mir gerne in den Kommentaren unten von Deinen Erfahrungen – mit Lavendel generell oder mit diesen Anleitungen!

Blumen für die Wand – ein Herbarium als Alternative zu Fotos, Postern & Co

Manchmal mag ich unsere vier Jahreszeiten und manchmal nicht. Eines steht aber fest: Ich liebe den Sommer! Wenn die Fenster den ganzen Tag und die ganze Nacht sperrangelweit offen stehen können, ohne dass ich deshalb friere. Wenn ich barfuß über die kalten Fließen in Küche und Bad laufen kann. Wenn ich das Duschshampoo der Nachbarn durch die offenen Fenster rieche und die leisen Töne einer Gitarre aus einer anderen Wohnung höre…

Und ebenso liebe ich Klatschmohn!

Den gibt es ja sogar schon im Frühling. Leider habe immer bedauert, dass sich diese feinen Stängel mit ihren unverhältnismäßig großen und wunderschönen seidenpapierartigen Blüten kaum abseits des Wegrandes oder Feldes, auf dem sie wachsen, betrachten lassen wollen. Kaum gepflückt, lassen sie schon ihren großen Blütenkopf hängen. Deshalb habe ich mir dieses Jahr etwas Anderes überlegt: ich werde sie pressen!

Blumen pressen ist etwas, das ich als Kind mal gemacht, aber relativ schnell wieder vergessen habe. Einzig ein winziger Bilderrahmen mit einer kleinen Blüte, den ich meiner Oma mal zum Geburtstag geschenkt hatte, ist ein Beweisstück von damals.

        

Das Tolle am Blumen pressen ist, dass Du dafür nichts brauchst, was Du nicht sowieso zu Hause hast: Bücher oder Zeitschriftenstapel und Löschpapier (ich habe das Papier, das es bei uns bei der Arbeit zum Hände abtrocknen auf der Toilette gibt, benutzt und später zu Hause dann unser ungebleichtes Toilettenpapier) Natürlich kannst Du es auch ganz professionell angehen und eine richtige Blumenpresse benutzen, aber zum Ausprobieren sind Bücher und Zeitschriften total in Ordnung.

Und dann beginnt auch schon der erste tolle Teil: Du gehst raus in die Natur oder den (am besten eigenen ;)) Garten und suchst Dir ein oder mehrere Objekte Deiner Begierde.

  • am besten um die Mittagszeit, dann sind die meisten Blüten “entfaltet”
  • nicht ganz so fleischige Arten, diese lassen sich wegen der Dicke und der vielen Feuchtigkeit nicht so gut pressen
  • lass nicht allzu viel Zeit zwischen Pflücken und Pressen verstreichen, sonst lassen einige Kandidaten eventuell schon wieder den Kopf hängen, ehe Du bei Deinen Büchern angekommen bist. Nimm Dir eventuell schon Bücher und Löschpapier mit raus in die Natur.
  • ich finde es am Schönsten, wenn bei den Pflanzen alle Blätter und Seitentriebe bis zur Wurzel dran bleiben, dann sieht es später schön “botanisch-wissenschaftlich” aus

Zu Hause angekommen, öffnest Du dann ein Buch, legst Löschpapier (oder die oben genannten Alternativen) auf eine Seite, die Pflanze auf das Löschpapier und darauf dann wieder eine Lage Löschpapier. Bis zur nächsten Lage Löschpapier – Pflanze – Löschpapier habe ich immer ca. einen halben bis einen Zentimeter dicken Abstand innerhalb eines Buches gelassen.

Dann schließt Du das Buch, beschwerst es noch mit einigen anderen und lässt es ein paar Wochen liegen. Ich habe mal gelesen, dass man alle paar Tage das Küchenpapier wechseln sollte, weil sonst die noch vorhandene Feuchtigkeit Schimmel bilden und die Blütenteile dann dunkel werden könnten. Das Wechseln des Löschpapiers habe ich bei meinem Klatschmohn nur nach dem ersten Tag gemacht und danach nicht mehr. Das hatte ihm schon gereicht. Es ist sicher nicht verkehrt, nach ein, zwei Tagen noch mal nach dem Rechten zu sehen. Ob das wirklich regelmäßig gemacht werden muss, hängt wahrscheinlich von der Pflanze ab. Hier geht Probieren definitiv über Studieren. Ich habe noch ein paar Tipps für’s Pressen:

  • für Pflanzen, die länger sind, als Deine Bücher groß sind, legst Du unter und über das “Pflanzen-Küchenpapier-Sandwich” am besten Zeitschriften der gleichen Sorte. Diese haben oft die gleiche Dicke und so kannst Du sie aneinander legen, um eine größere Fläche zu bekommen.
  • Wenn Du die Zeitschriften, wie oben beschrieben, zur Flächenerweiterung benutzt, sind unbeschichtete wahrscheinlich ideal, weil hier das Papier der Deckblätter auch noch ein bisschen Feuchtigkeit aufsaugen kann.
  • Du musst damit rechnen, dass sich die Seiten, zwischen denen die Pflanzen liegen, danach leicht gewellt sein könnten (wegen der Feuchtigkeit). Verwende also keine Bücher, bei denen Du das nicht möchtest.
  • lege mehrere Pflanzenteile nicht übereinander bzw. lass sie nicht überlappen, sie bekommen sonst eventuell Knicke oder Falten

Auf jeden Fall kommt nach ein paar Wochen (bei den Mohnblumen waren es ungefähr drei Wochen) der zweite aufregende Teil: Die Pflanzen sind fertig gepresst und getrocknet und ihr könnt eure Schätze begutachten. Ich fand es bei den Mohnblumen zum Beispiel total interessant, wie sich die Farben verändert haben (das Rot ist weniger stark und hat sich bei einer der Sorten in ein Altrosa und bei der anderen in ein dunkles Purpur verwandelt). Als Unterlage für die Bilderrahmen habe ich Aquarellpapier benutzt. Das hat eine schöne Struktur und ich finde, die Blüten sehen darauf noch edler aus. Fixieren musste ich den Klatschmohn auf der Unterlage gar nicht, das Glas hält ihn an Ort und Stelle. In ovalen oder runden Rahmen kommen die gepressten Blüten meiner Meinung nach übrigens am besten zur Geltung. Leider war mein ovaler Rahmen etwas zu klein für die Mohnblumen. Da werde ich mich wohl noch auf die Suche nach einer anderen Blüte machen müssen…

  

Dieses Wochenende habe ich in dem Garten meines Vaters dasselbe mit vielen verschiedenen Kräutern gemacht. Jetzt heißt es also erst mal wieder warten. Ich werde den Artikel auf jeden Fall aktualisieren, wenn ich neue Erkenntnisse gewonnen habe.

Kräuter Update

Seit der Veröffentlichung dieses Beitrages sind nun fast sechs Wochen vergangen und es steht ja noch ein Ergebnis aus. Ich habe nun alle Kräuter, die ich bei meinem Vater im Garten gesammelt hatte, aus ihren Sandwichlagen befreit und die eine oder andere kleine Überraschung erlebt. Hier meine Tipps und Fotos der letzten “Presserlebnisse”:

  • das Allerwichtigste: KEIN Küchenpapier verwenden! Küchenpapier ist zu stark strukturiert. Feine Blätter und Blüten waren nach dem Pressen mit dem Küchenpapiermuster “gebrandmarkt”. Ich hatte meine Mohnblumen mit dem Papier, was man auf öffentlichen Toiletten zum Hände abtrocknen findet, gepresst. Das hatte keine Struktur. (Ich hatte die Blumen morgens auf dem Weg vom Bahnhof zur Arbeit gepflückt) Später zu Hause hatte ich es mit Toilettenpapier getrocknet. Das hatte zwar eine Struktur, aber nicht so stark und fest, wie die des Küchenpapiers bei meinem Vater. Deshalb ist mir dieses Thema bei den Mohnblumen noch gar nicht aufgefallen. Oben im Text habe ich das Küchenpapier deshalb als Option wieder aus dem Text herausgenommen.
  • die Kapuzinerkresse hielt noch eine andere Überraschung für mich parat:  anscheinend hatte sich Ungeziefer noch im gepressten Zustand an der Pflanze vermehrt. Zumindest war mir beim ins Buch legen keines aufgefallen. Also am besten vorher zwei Mal schauen, das Ungeziefer könnte sich sonst noch während des Trocknungsprozesses negativ auf das Aussehen der Pflanze auswirken

  • manche Blätter an derselben Pflanze sind gelb geworden, andere grün geblieben. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich würde in Zukunft von einer Pflanze einfach mehrere Exemplare pressen, damit die Chance für eine schöne Variante größer ist. Ich vermute, es liegt auch daran, wie lange eine Blüte schon geblüht und wie frisch und fein die Triebe noch sind. Bei Kräutern mit sehr stabilen Blättern, wie dem Eukalyptus, Thymian, Rosmarin oder Salbei ist das mit dem Gelb werden gar nicht oder kaum passiert, bei Kapuzinerkresse und Rucola schon eher.

So, das wars auch schon von meinen neuen Erkenntnissen. Ich habe die für mich schönsten Exemplare dann eingerahmt und in meiner Küche über die Gewürzgläser gehängt. Wer meinen Beitrag über die Gewürzgläser schon gelesen hat, der weiß wahrscheinlich schon, dass ich dort erst Bilderrahmen mit Illustrationen von Kräutern hängen hatte. Die liebe ich auch immer noch, aber Kräuter in “echt” sind natürlich noch viel toller, wie ich finde. Was meinst Du?

Vorher:

Nachher:

 

Ich habe für die Kräuter, wie auch schon für die Mohnblumen, Aquarellpapier als Unterlage benutzt, da ich finde, dass es dem Ganzen eine edlere Optik gibt. Außerdem habe ich noch in meiner schönsten Sonntagsschrift den botanischen Namen der Pflanze dazu geschrieben. Achte auf jeden Fall auch darauf, die Kräuter nicht dort aufzuhängen, wo die Sonne hinscheint, die Farben werden sonst schnell verblassen.

  

 

Hast Du schon mal Blumen oder Kräuter gepresst? Hast Du noch einen Punkt, den man auf jeden Fall beachten sollte? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.