Kategorie: Schenken

Nicht das Handtuch (weg)werfen! – Mach was Schönes draus! – Option I : Waschhandschuhe zum Verlieben!

Wie viele Handtücher braucht der Mensch wohl so? 2? 3? Oder sogar 4? Ich habe definitiv mehr! Und das, obwohl ich meinen Handtücherbestand schon seit Jahren nur noch auf eine Farbe (weiß) reduziert habe. Zu meiner Verteidigung möchte ich aber auch sagen, dass ich schon seit Längerem ein paar Projekte im Kopf habe, die ich aus alten weißen Handtüchern umsetzen möchte. Eines möchte ich Dir heute hier vorstellen: Waschhandschuhe. Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wann Du das letzte Mal Waschhandschuhe benutzt hast oder ob Du überhaupt je welche benutzt hast und wer so was denn heutzutage noch braucht. Ich glaube, sobald sich ein Baby ankündigt, wird das Thema bei einigen Müttern wieder aktuell. 😉

Und ich vermute, dass auch jeder Hautarzt uns Erwachsenen zu einmal mehr Waschen mit dem guten alten Waschlappen anstatt einer Ganzkörperdusche raten würde. Denn unsere Haut braucht gar nicht so viel Wasser und Seife, wie wir ihr heutzutage üblicherweise antun. Also greif einfach öfter mal zum Waschhandschuh, anstatt zur Duschbrause!

Erst wollte ich einfach nur Waschhandschuhe nähen, ohne Schnickschnack, ohne Deko. Aber dann dachte ich mir, dass es doch irgendwie ganz nett wäre, hätten die Waschhandschuhe irgend eine Stickerei oder Ähnliches, was sie auch für Kinder attraktiv macht.

Ich hatte ja vor, mich dem “Polygon” Trend zu widersetzen, aber als ich dann auf Pinterest über ein paar “Polygon Tiere” gestolpert bin, konnte ich nicht widerstehen. Du kannst natürlich auch “erwachsenere” Motive verwenden, der Fantasie sind, wie immer, keine Grenzen gesetzt. Wenn Du magst, kannst Du meine Vorlagen verwenden, Du kannst sie hier herunterladen. Bitte verwende sie aber nur für den privaten Gebrauch, da die Vorlagen nicht meiner Feder entspringen und ich sie nur “aufgearbeitet” habe, um sie gut als Vorlage benutzen zu können. Ich habe die Anleitung etwas gegliedert, Du kannst mit den unterstehenden Links schnell zum nächsten Arbeitsschritt springen:

Sticken vorbereiten

  1. Schneide alles weg, was Dir an dem alten Handtuch im Weg ist, also Bordüren, Ränder, etc.
  2. Überlege Dir zuerst, welche Abmaße Deine Waschhandschuhe haben sollen. Ich habe aufgrund meiner langen Hände das Fertigmaß 15 x 22 cm verwendet. Auf dieses Maß ist auch die Größe der Tiere in meiner Vorlage, die ihr hier herunterladen könnt, angepasst.
  3. Die Länge verdoppelt ihr und addiert dann noch zwei Mal eure gewünschte Umschlagbreite. In der Breite addiert ihr zwei Mal die gewünschte Nahtzugabe. Die fertigen Maße (da es ja nur ein Rechteck ist) markiert ihr euch dann einfach direkt auf dem Handtuch. Bei mir sind fünf Einheiten dabei herausgekommen. Ich hatte aber dann auch noch ein zweites Handtuch verwendet, so dass ich insgesamt neun Waschhandschuhe zu besticken hatte. 
  4. Nachdem alles ausgeschnitten ist, bügelt ihr alle Stofflagen einmal in der Hälfte, das hilft dann später bei der Platzierung der Stickvorlage.
  5. Die Stickvorlage grob ausschneiden und (unter Berücksichtigung der späteren fertigen Größe ohne Nahtzugaben) nach Wunsch auf dem Stoff platzieren.
  6. Ich hatte ewig überlegt, wie ich das Stickmotiv dann auf den dicken Frotteestoff bekomme und mir ist tatsächlich keine optimale Lösung eingefallen, da alle Transfer – Optionen auf dem dicken Frotteestoff  nicht sichtbar gewesen wären. Deshalb habe ich es mit einem Tipp einer Freundin ganz anders gemacht. Das funktioniert aber tatsächlich auch genau dann, wenn Du solch einfachen Grafiken verwendest, wie ich. Oder Du kannst so gut von Hand zeichnen, dass Du direkt auf den Frotteestoff malen kannst. Ich bin leider nicht so die Freihandkönigin, deshalb habe ich in jeden Kreuzungspunkt meiner “Polygon-Tier-Papiervorlage” ein kleines Loch hineingepiekst und dann mit einem Filzstift, dessen Tinte bei Wasserkontakt wieder verschwindet, durch die Löcher auf den Stoff übertragen. Ich hoffe, Du kannst Dir vorstellen, was ich meine.
  7. Somit hatte ich alle Verbindungspunkte auf dem Stoff markiert und da es ja nur gerade Linien sind, die verbunden werden mussten, konnte ich den Rest dann mit Augenmaß und Abgleich der Stickvorlage bewältigen. Wenn Du ganz sicher gehen willst, kannst Du die Punkte dann auf dem Stoff natürlich auch noch mit einem Markierstift verbinden. Dann den Stoff nur noch in einen Stickrahmen einspannen und schon kann es mit Sticken losgehen:

Sticken

Soweit ich weiß, benutzt man beim Sticken nicht unbedingt die komplette Garndicke, sondern teilt den Garnstrang noch einmal ab. (Zumindest habe ich es so als kleines Mädchen von meiner Oma gelernt ;)) Da ich aber auf dickem Frottee sticke und natürlich möchte, dass das Motiv gut zu sehen ist, habe ich das Garn, so wie es ist, verwendet. Ich habe mich für den Rückstich entschieden, den ich dann am Ende immer noch einmal mit dem Garn umwickelt habe. Was ich damit meine, siehst Du weiter unten:

  1. Hier die Rückstich- Technik: Du stichst an deinem gewünschten Anfangspunkt von der Stoffunterseite nach oben aus und in gewünschtem Abstand Richtung Sticklinie wieder in den Stoff ein.
  2. Dann stichst Du von unten nach oben im gleichen Abstand in Richtung der gewünschten Sticklinie wieder aus und stichst in die vorherige Einstichstelle nochmals ein.
  3. Von dort aus stichst Du von unten wieder mit dem gewünschten Abstand in Richtung Sticklinie aus und stichst in die vorherige Ausstichstelle wieder ein. Diesen Punkt 3 wiederholst Du so lange, bis Deine Sticklinie beendet ist, bzw. bis Du an einem Kreuzungspunkt angekommen bis. Dann stichst Du nur einmal wieder in Deine vorherige Ausstichstelle ein, so dass die Nadel unter Deiner Arbeit ist. Du kannst jetzt entweder mit Punkt 1 und einem gewünschten Stich von unten nach oben in eine neue Richtung starten oder Du stichst direkt weiter von unten mit dem Ausstich in einfachem Abstand in die neue Richtung. 
  4. Ich habe oben mal eine Skizze des Garnverlaufes in Queransicht erstellt. Wenn Du das Stickmotiv auf diese Art zu Ende gestickt hast, beginnt das Umwickeln der Sticklinie. Ich finde, dass die Stickkontur danach gleichmäßiger aussieht, Du kannst aber die Sticklinie auch schon so belassen, wenn Du magst. In diesem Fall das Stickgarn zum Beenden Deiner Arbeit auf der Stoffunterseite unter den anderen Fäden entlangführen und abschneiden. Knoten sind eigentlich nicht nötig.
  5. Das Umwickeln der Sticklinie findet nur auf der Oberseite der Arbeit statt. Du stichst aus der Arbeit aus (zu Beginn einer Linie) und führst den Faden immer von der gleichen Seite unter der Sticknaht hindurch.
  6. Pass bei Ecken auf, dass du in diese vorher noch einmal einstichst um die Optik der Ecke zu behalten, sonst ziehst Du mit dem Umwickeln optisch eher eine Rundung. Am Ende sieht eine umwickelte Sticknaht dann so aus: 
  7. Das Stickgarn zum Beenden Deiner Arbeit auf der Stoffunterseite unter den anderen Fäden entlangführen und abschneiden. Knoten sind eigentlich nicht nötig. So stickst Du das ganze Motiv und wenn es dann fertig ist, kann es ans Nähen gehen:

Nähen

  1. Falls Du Aufhänger möchtest, überlege Dir, wie groß die Schlaufe sein soll. Die gewünschte Länge verdoppelst Du und addierst noch zwei Mal die Nahtzugabe, die Du auch schon für die Längsseite des Waschhandschuhs selbst bestimmt hast. 
  2. Überlege Dir den gewünschten Abstand der Schlaufe zur oberen, später fertig genähten (!) Kante und addiere auch hier die vorher schon bestimmte Umschlagbreite des Waschhandschuhs hinzu. Die Länge “gewünschter Abstand zu fertigen Kante” + “Umschlagbreite” ist dann der Abstand der Schlaufe zu oberen noch nicht umgenähten Kante.
  3. Ich war leider zu voreilig und habe meine Rechtecke versäubert, bevor ich die Schlaufe angenäht hatte. Das machst Du besser und in einem Rutsch: also ZUERST die Schlaufe an der gewünschten Stelle auf der RECHTEN Stoffseite fixieren und DANACH zusammen mit dem Frotteestoff ringsum Dein Rechteck versäubern.
  4. Dann nähst Du die Waschhandschuhe an den Längsseiten mit der vorher bestimmten Nahtzugabenbreite zusammen und bügelst die Nähte auseinander.
  5. Dann nur noch die Umschlagbreite an der oberen Kante Umbügeln und feststeppen.             
  6. Dann nur noch auf rechts drehen und waschen, damit die Filzstiftpunkte wieder verschwinden. Ich habe meine Waschhandschuhe übrigens alle mal bei 90 Grad in der Maschine gewaschen und sie sind bisher alle heile geblieben.

Ich hoffe, die Anleitung war verständlich und ich konnte Dich ein bisschen inspirieren! Wie immer, freue ich mich über einen Kommentar, falls Dir die Idee oder der Beitrag gefallen hat. Viel Spaß! 

Geschenkpapier kannst Du Dir schenken – Nachhaltig und kreativ einpacken!

Das Geschenk ist gekauft und jetzt soll es ans Einpacken gehen! Und Du stellst fest: Du hast gar kein Geschenkpapier mehr im Haus. Bevor Du jetzt losziehst, sage ich Dir: Du brauchst nie wieder welches zu kaufen. Denn Du hast wahrscheinlich alles für eine tolle Geschenkverpackung schon im Haus! Alles, was Du brauchst:

  • altes Geschenkband, Kordeln oder Paketschnur
  • altes Geschenkpapier, Packpapier, Tüten, Zeitungen…

optional:

  • Pflanzentriebe, getrocknete Pflanzenteile
  • Stempel
  • Stifte
  • Stoff
  • kleine Details, wie Anhänger etc.
  • Deine Kreativität
  • etwas Liebe zum Einpacken

Falls Du Geschenkpapier und -bänder, die Du selbst geschenkt bekommst, nicht aufhebst, dann brauchst Du vielleicht etwas “Sammelzeit” im Voraus. Dafür wäre dieses Weihnachten ja optimal! Am liebsten hebe ich aber sowieso das Packpapier auf, das ich immer wieder in Kartons finde, die ich bekomme, wenn ich online etwas bestelle. Dieses braune Papier ist einfach eine hervorragende Leinwand für all Deine Kreativität: Du kannst es bestempeln, bemalen, bedrucken oder einfach nur pur belassen und mit Pflanzenteilen und einem schönen Band wirken lassen.

Ich finde es außerdem immer viel zu schade, neues Geschenkpapier nach nur einem Mal Benutzung wegzuschmeißen. Meistens kann man es mehrmals verwenden, ohne dass es auffällt. (Wobei ich ja nicht finde, dass es eine Schande wäre, Geschenkpapier mehrmals zu verwenden. Ich sehe es eher umgekehrt…) Genauso mache ich es mit Geschenkbändern aus Stoff, Papier oder anderen natürlichen Materialien. Diese kann man ebensogut mehrmals verwenden. Und in Kombination mit Packpapier oder anderem Geschenkpapier ergeben sich immer wieder neue Kombinationen, auch wenn die einzelnen “Elemente” schon einmal benutzt wurden.

Seit mehreren Jahren musste ich nun schon kein Geschenkpapier mehr kaufen, da das Schenken und beschenkt werden so ein schöner Kreislauf ist, bei dem man nie “leer läuft” was Geschenkpapier angeht. Und ums online bestellen komme ich leider auch nicht immer drum herum, deshalb habe ich auch fast immer genug braunes Packpapier zur Hand. Immer noch befinden sich in meinem “Geschenkpapierkorb” ungeöffnete, damals gekauft Geschenkverpackungen.

Ich habe euch ein paar Beispiele zusammengestellt und versucht, sie nach Themen zu strukturieren, viel Spaß beim Stöbern!

  1. Packpapier mit Pflanzenteilen
  2. bereits gebrauchtes Geschenkpapier oder Packpapier wieder verwenden
  3. Details mit Elementen aus gebrauchtem Geschenkpapier
  4. Papiertragetaschen als Geschenkpapier verwenden
  5. mit kleinen neuen oder gebrauchten Accessoires geschmückt
  6. Stempeln oder Bemalen
  7. Last but not least: wo all die gebrauchten Dinge aufbewahren?

1. Packpapier mit Pflanzenteilen

Das ist meine Lieblingsverpackungsvariante, da man sie so schön dem Anlass oder der Jahreszeit entsprechend anpassen kann…

Hinweis:

  1. bitte nicht bei Kindergeschenken verwenden, da sonst Pflanzenteile, die eventuell nicht zum Verzehr geeignet oder zu trocken/hart/groß sind, schnell in Kindermündern landen könnten!
  2. lass die Pflanzen nicht zu lange vorher trocknen, sonst können empfindliche Teile später bei der kleinsten Berührung leicht abbrechen/wegkullern (ich hatte schon ein Geschenk transportiert, bei dem nach dem Transport und bei der Geschenkübergabe kein Blatt mehr am Zweig war)
mit selbst getrockneter Orangenscheibe und Eukalyptuszweig aus Papas Garten
von Sträuchern vom Straßenrand, kurz vor Weihnachten gefunden
getrocknete Chili, die auch noch gegessen werden kann
Lavendel aus dem Garten oder Markt

2. bereits gebrauchtes Geschenkpapier oder Packpapier wieder verwenden

hier gibt es zwei Optionen:

  1. das schon gebrauchte Geschenkpapier ist noch tadellos und so gut wie frei von Falten, Knicken, Klebstreifenrissen o.Ä.:

2. das Papier hat schon Knicke und Falten. In dem Fall knülle ich es erst recht einmal so richtig zusammen und falte es dann wieder auseinander, dann sehen die Falten aus wie gewollt 🙂

Füllpapier aus einem Paket
Papier vom Blumenhändler
ich habe leider keine Ahnung mehr, woher ich dieses Packpapier hatte

3. Details mit Elementen aus gebrauchtem Geschenkpapier

Wenn das gebrauchte Geschenkpapier als Ganzes nicht mehr zu verwenden ist, schneide ich mir daraus manchmal nur Elemente heraus und dekoriere damit das schlichtere Packpapier

4. Papiertragetaschen als Geschenkpapier verwenden

Manchmal sind Tragetaschen ohne nervige Labels, aber dafür mit tollen grafischen Motiven oder Illustrationen bedruckt. Perfekt, um sie für Verpackungszwecke aufzuheben!

schlichte unbedruckte Papiertragetasche
saisonale Papiertragetasche eines Dekoladens
saisonale Papiertragetasche eines Cafés
kleine ehemalige Verpackung für Seife

5. mit kleinen neuen oder gebrauchten Accessoires geschmückt

Weihnachtsglöckchen
Filzanhänger
Spitzenbänder anstatt oder zusätzlich zu normalem Geschenkband

6. Stempeln oder Bemalen

Du wirst es nicht glauben, aber der Schneeflockenstempel, den ich im nächsten Bild benutzt habe, war vor vielen Jahren mal in einem Überraschungsei! Ich fand die Flocke so schön, dass ich ihn aufgehoben habe. Mit selbst gemachten Stempeln wird das Ganze natürlich noch viel toller und individueller, das will ich Zukunft noch öfter ausprobieren. Dann gibt’s bestimmt auch noch mehr Fotos für diese Kategorie!

7. Last but not least: wo all die gebrauchten Dinge aufbewahren?

Du wirst Dich jetzt wahrscheinlich fragen, wo Du denn dann die ganzen gebrauchten Verpackungsmaterialien aufbewahren sollst, ohne Dich gleich wie ein Messi zu fühlen. Sicher hast Du sowieso schon eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Deine Geschenkpapiere, denn auch neu gekauft verbraucht man sie ja meistens nicht sofort. Extra Stauraum wirst Du also wahrscheinlich gar nicht brauchen. Ich persönlich habe für mich folgende Lösung gefunden:

  1. ich hebe nur das auf, was ich wirklich schön finde und was noch gut genug ist, um wieder verwendet zu werden.
  2. große Geschenkpapiere bewahre ich gerollt in einem alten Papierkorb auf, das ist sozusagen auch gleichzeitig irgendwie ein Dekoelement in meinem Wohnzimmer
  3. für kleine Dinge, wie Geschenkbänder, freue ich mich immer wieder über meinen alten Setzkastenschrank, in dem ich alles sehr übersichtlich aufbewahren kann (in meinem Fall mit Stickgarnen und Bändern zum Nähen gemischt), eine kleine Schachtel tut es aber sicher auch
  4. für mittelgroße bis kleine Geschenk- und Packpapiere habe ich eine ca. DINA3 große Schütte bzw. flache Kiste aus dem Supermarkt, die auch noch schön anzuschauen ist und sich deshalb gut in die Optik meines Wohnzimmerschrankes einfügt

Diese Ideensammlung ist natürlich unvollständig. Auch Stoffe können als “furoshiki” geknotet als Verpackung dienen. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich werde diesen Beitrag immer mal wieder mit aktuellen Verpackungsideen ergänzen.

Ich hoffe, ich konnte Dich ein bisschen inspirieren! Viel Spaß beim Verpacken und Verschenken!