Upcycling – Overdye mit Schwarzem Tee – meine Erfahrungen und inspirierende Blogbeiträge zum Thema Färben mit Pflanzen

Falls ihr direkt zum eigentlichen Färbeergebnis und -experiment springen wollt, dann klickt einfach hier. Falls ihr wissen möchtet, was mich dazu inspiriert hat und zwei andere tolle Blogs kennenlernen möchtet, dann lest einfach weiter…

Der Ursprung zu dieser Idee kam mir eigentlich durch meine Neurodermitis. Bei Neurodermitis sollen ja Umschläge mit schwarzem Tee wegen der darin enthaltenen Gerbstoffe beruhigend und entzündungshemmend wirken. Leider ist bei mir die Wirkung größtenteils ausgeblieben, aber ich fand den beigen Ton, der dabei an meinem weißem Handtuch entstanden ist, sehr schön. Damals wurden außerdem meine weißen Handtücher trotz Kochwäsche nicht mehr richtig weiß, denn ich vertrage wegen meiner Neurodermitis keine Vollwaschmittel mit optischem Aufheller, deshalb kam ich dann auf die Idee, meine Handtücher einfach alle mit schwarzem Tee beige zu färben. (Kurz darauf habe ich dann aber doch noch eine Möglichkeit gefunden, die Wäsche haut- und umweltschonend weiß zu bekommen, aber davon berichte ich euch in einem anderen Beitrag. Die Idee, meine  Handtücher beige zu färben, wurde also erst mal begraben.) Dann habe ich ein paar Monate später einen Blogbeitrag von Woodlark entdeckt, in dem sie davon berichtet, wie sie Stoffe und T-Shirts ebenfalls mit schwarzem Tee gefärbt hat.

https://woodlarkblog.com/natural-dyeing-with-tea/

https://woodlarkblog.com/natural-dyeing-with-tea/

Und wieder habe ich mich in den beigen Ton verliebt, der dabei entstanden ist.

Parallel habe ich bei einem anderen meiner Lieblingsblogs, Heimatbaum, von Pepper Schmidt, außerdem einen Beitrag gelesen, in dem sie davon berichtet, wie sie weiße Mulltücher mit Avocado gefärbt hat! Dabei entsteht ein ganz toller altrosé Ton:

https://www.heimatbaum.com/faerben-mit-avocado-diy/

https://www.heimatbaum.com/faerben-mit-avocado-diy/

Genug Inspiration und Motivation also, um die Idee doch wieder aufleben zu lassen. Dieses Mal aber sollten es nicht die Handtücher sein, sondern meine pfirsich-bonbon-farbene Chino, die irgendwie so langsam aus der Mode gekommen ist, die ich aber dennoch noch nicht wegschmeißen wollte, weil sie so unglaublich bequem ist und sich super gehalten hat. Ich habe mir überlegt, dass ich sie viel wahrscheinlicher wieder anziehen würde, wenn die Farbe nicht mehr so bonbonmäßig wäre, wie hier noch auf dem Foto zu sehen:

Da kam mir die Idee, sie mit schwarzem Tee zu überfärben. Da ich keinen schwarzen Tee trinke und die positive Wirkung auf die Neurodermitis ja leider ausblieb, hatte ich also schwarzen Tee übrig. Das Ergebnis ist, da es ja nur ein “Overdye” ist, nicht ganz so extrem, als wenn ich weißen Stoff gefärbt hätte, aber im Vergleich doch deutlich erkennbar und ich finde den herbstlichen, erdigen roséfarbenen Ton, der dabei entstanden ist, richtig schön (Die Lichtverhältnisse waren bei beiden Aufnahmen annähernd gleich).

Ich habe es auch mit einem anderen Stoff probiert, den Du auf den folgenden Fotos im Färbeeimer sehen wirst, allerdings ist dieser Stoff aus Synthetikfasern und mir war eigentlich klar, dass das Färbeergebnis nicht gut ausfallen würde. Leider hat sich das bestätigt. Die Färbung ist auf diesem Stoff recht fleckig geworden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal darauf hinweisen:

Verwende nur Stoffe oder Bekleidung aus pflanzlichen Naturfasern , also Baumwolle oder Leinen (das Färben mit Wolle und Seide ist, soweit ich weiß, noch mal eine andere Geschichte, hier habe ich noch keine Erfahrungswerte). Synthetische Fasern nehmen Farbstoffe nicht mehr gut und gleichmäßig auf und werden höchstwahrscheinlich fleckig.

Berücksichtige auch, dass die “Kleinteile” an fertiger Bekleidung, wie Knöpfe, Steppnähte, Stickereien, Reißverschlussbänder etc. die Farbe ganz anders, also wahrscheinlich gar nicht oder viel weniger aufnehmen werden, wie der “Hauptstoff” aus dem euer Kleidungsstück gemacht ist, da diese Nähzutaten auch oft aus synthetischen Materialien hergestellt sind.

Ich habe mich beim Färben hauptsächlich an Woodlarks Anleitung gehalten und möchte meine Vorgehensweise und das Resultat mit Dir hier teilen. Vielleicht inspiriert mein Beitrag oder der  Beitrag der beiden anderen Bloggerinnen Dich ja auch, ein paar Deiner Kleidungsstücke, die Du eigentlich schon in der Altkleidersammlung gesehen hast, mit anderen Augen zu betrachten und es auf einen Versuch ankommen zu lassen…

Was Du brauchst:

  • schwarzen Tee, ca 150 g sollten es sein, je nach gewünschter Intensität (Beutel oder lose ist egal)
  • Essigessenz (ich habe drei Flaschen auf einen Eimer Wasser, der ca. 15 Liter fasst, benutzt)
  • das zu färbende Textil
  • einen Topf, um den Teesud herzustellen
  • einen Eimer oder großen Emailletopf, in dem Du das Textil erst in der Essiglösung und später in dem Teesud  ziehen lassen kannst

Und so gehst Du vor:

  1. Textil in Essigwasser einweichen

Dazu kippst Du die drei Flaschen Essigessenz mit Wasser in den Eimer oder Topf und lässt es zusammen mit Deinem Textil ein paar Stunden (am besten über Nacht) einwirken. Dem Blog von Woodlark zufolge hilft das den Textilfasern, die Farbe später besser aufzunehmen. Ich habe auch schon Blogbeiträge gelesen, bei denen ohne vorheriges Einweichen in Essiglösung gefärbt wurde. Ich weiß nicht, ob das wirklich nötig ist, aber ich denke bei schwarzem Tee macht es allein deshalb Sinn, weil dann nicht dieser Film auf der Wasseroberfläche entsteht, der durch kalkhaltiges Wasser verursacht wird. Das könnte eventuell zu ungleichmäßigen Färbeergebnissen führen.

Bevor ihr dann die Essiglösung wegkippt, überlegt, welche Haushaltsgeräte eventuell mal eine Entkalkung bräuchten und verwendet sie einfach dafür. Ich habe meine Essiglösung z.B. in Wasserkocher, Spülmaschine und Waschmaschine gekippt und mal eben von Kalkresten befreit.

2. Teesud kochen

Dann kocht ihr den Tee wie gewohnt und lasst ihn eine Weile ziehen. Lasst ihn aber nicht kalt werden, ich denke, je heißer das Wasser noch ist, desto intensiver das Färbeergebnis. Ich habe erst nur ca. 20 Teebeutel verwendet, die Intensität sah dann so aus:

Ich habe dann noch losen schwarzen Tee in meiner Küche gefunden, ca. 150 g, und habe diesen einfach noch mal mit neuem Wasser aufgekocht, habe etwas von dem schon vorhandenen Sud im Eimer abgegossen und den Eimer mit dem stärkeren Sud wieder aufgefüllt. Dann sah die Intensität so aus:

3. Einwirken und Ausspülen

Das Ganze habe ich über Nacht einwirken lassen und vorher so oft wie möglich mit einem Holzlöffel umgerührt und den Stoff immer wieder nach unten getunkt. Eigentlich ist mein Eimer auch etwas zu klein für beide Textilien gewesen. Wenn möglich nutzt also einen Eimer oder Topf, in dem das Textil noch genug Platz hat und in dem ihr gut herumrühren könnt. Nach der gewünschten Einwirkzeit schüttet ihr den Teesud weg (oder färbt noch etwas anderes damit) und spült euer Textil mit klarem Wasser aus. Ich habe beides direkt in die Waschmaschine gegeben und bei niedriger Temperatur und mit mildem Waschmittel gewaschen.

   

Wichtig zu wissen: die Farbe ist natürlich nie so dauerhaft, wie synthetisch und industriell gefärbte Kleidung. Du solltest das Textil also nur noch bei 30-40 Grad im Schonwaschgang waschen und auch nicht enttäuscht sein, wenn sich die Farbe vielleicht auch nach und nach wieder herauswäscht, bzw. blasser wird. Meistens sehen Naturfarben aber auch in blasserem Zustand noch schön aus und zur Not färbst Du einfach noch mal nach.

Hast Du selbst auch schon einmal etwas mit Pflanzen gefärbt? Wie waren Deine Erfahrungen? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar zu Geraldine Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.