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Holz und Hygiene – von Keimen in der Küche…und im Mund

…in der Küche:

Als ich mit 19 von zu Hause auszog, habe ich ein Glasschneidebrett mitgenommen, das bei uns noch so rumflog. Plastik fand ich schon sehr früh sehr doof und so war ich super happy, so eine hygienische plastikfreie Schneidebrettlösung in meinem Besitz zu wissen. Als ich dann umgezogen bin und das Schneidebrett in Benutzung war, merkte ich, dass es sich darauf gar nicht so toll schneiden ließ. Das wurde durch meine spätere Recherche zum Thema Schneideunterlagen bestätigt: dass es Messern nämlich schadet, wenn damit auf Glas geschnitten wird. Hm..ok, dann also doch wieder zurück zu den Holzbrettchen. Ich hatte das Thema dann irgendwie für mich abgehakt und habe mir nichts weiter dabei gedacht, rohes Fleisch im Wechsel mit Obst und Gemüse auf ein und demselben Brettchen zu schneiden – natürlich nicht direkt hintereinander, sondern nach schrubben mit Seife und zwischendurch trocknen lassen – und musste bisher auch keine Magenverstimmung oder Schlimmeres vermelden, was auf diese Art der Essenszerkleinerung zurückzuführen gewesen wäre. Nur Zwiebeln und Knoblauch würde ich nicht vor Obst auf demselben Holzbrett schneiden… außer man findet Ananas mit Zwiebelaroma spannend.

So schnitt ich also frei und fröhlich auf meinen Holzbrettchen und immer wenn ich irgendwo zu Besuch war und zerfurchte und zerfranste Plastikbrettchen in Benutzung gesehen habe, habe ich gefragt, ob denn Holzbrettchen nicht eine schönere/nachhaltigere/gesündere Alternative wären. Die Antwort war meistens:

„ Holz ist unhygienisch.“

So richtig konnte ich das nicht wiederlegen, ich hatte ja keine Ahnung, ob Holz nun tatsächlich unhygienischer war, als ein zerfurchtes Plastikbrettchen, also habe ich dazu nichts weiter gesagt. 

Heutzutage gibt es jede Menge Gründe GEGEN Plastik, aber der hygienische Aspket, der FÜR Holz spricht, kam mir bisher in der Argumentation irgendwie zu kurz, bzw. habe ich ihn nicht gefunden. Bis ich das Buch „Die sanfte Medizin der Bäume“ von Erwin Thoma gelesen habe.* Erwin Thoma ist eine, wie ich finde, tolle (Unternehmer-) Persönlichkeit. Er hat schon viele Bücher geschrieben, die ich nach und nach noch lesen möchte. In dem oben erwähnten Buch, das er mit einem Mediziner geschrieben hat, teilt er sein Wissen (und das seines Großvaters) zur positiven Wirkung von Holz und Bäumen auf den Menschen. Und in diesem Buch habe ich dann u. A. endlich die Argumentation für Holz als Schneidebrettchen gefunden! Sogar wissenschaftlich belegt! Das hat mich so gefreut, dass ich mir gedacht habe, das müssen unbedingt noch mehr Menschen erfahren, damit Holz endlich wieder die Wertschätzung erfährt, die es verdient…nicht nur in Bezug auf Schneidebrettchen.

Letztlich sind es zwei Aspekte, die Holz zu einem wunderbaren Material gegen Keime und Bakterien machen:

1. Der Entzug der Lebensgrundlage von Bakterien, indem es Wasser aufsaugen kann.

In wissenschaftlichen Versuchen wurde beobachtet, wie sich die Keimzahl auf verschiedenen Oberflächen entwickelt, nachdem ein Tropfen Wasser mit Keimproben auf die jeweilige Oberfläche fällt:

  • Nach 2 Stunden ist die Keimzahl auf Glas, Metall und Kunststoff immer noch gleich hoch, während sie sich auf Holz schon auf bis zu 25% reduziert hat.
  • Nach 24 Stunden sind auf den Holzoberflächen 85-90% aller Keime und Bakterien verschwunden.
  • Nach 48 Stunden ist das Holz wieder sauber (ohne dass es jemand gereinigt hätte).
  • Bei Glas dauert dieser Prozess ungefähr 100 Stunden und bei Kunststoff ca. 200 Stunden.

Der Grund dafür ist die poröse und strukturierte Oberfläche des Holzes, also genau das, was früher als Argument gegen die Benutzung von Holz z.B. in der Küche gesprochen hat. Durch seine Struktur kann Holz Wasser blitzschnell aufsaugen und den Bakterien und Keimen wird somit schlicht und einfach ihre Lebensgrundlage entzogen. Auf einer glatten Oberfläche kann Feuchtigkeit nicht weggesaugt werden, sie kann nur verdunsten, was wesentlich länger dauert. Wenn ein Kunststoffbrettchen dann schon ein paar Gebrauchsspuren vorweist und von Messerschnitten zerfurcht ist, dann kann die Feuchtigkeit sich in den Rillen noch besser halten. Sie wird ja nicht weggesaugt wie beim Holz. Holz hat aber noch einen Ass im Ärmel, wenn es um die Vernichtung von Keimen geht: 

2. Inhaltsstoffe im Holz, die gegen Bakterien und Keime wirken

Holz enthält auch chemische Waffen, die es gegen Bakterien und Keime einsetzen kann. Drei Hölzer sind dabei dem Kunststoff überlegen: Die Tannine in Kiefer und Lärche, sowie die Gerbsäure in Eichenholz wirken konservierend und desinfizierend. Die Untersuchungsergebnisse der anderen Hölzer fallen zumindest nicht schlechter aus, als die von Kunststoff.

Die mechanische Oberflächenbehandlung des Holzes, also ob aufgerauht oder glatt, spielt dabei so gut wie keine Rolle. Sehr wohl spielt aber eine Rolle, ob das Holz lackiert, lasiert oder sonstwie mit Fremdstoffen bepinselt oder behandelt wurde. Mit jedem Fremdstoff, der auf Holz dauerhaft aufgebracht und versiegelt wird, verringert sich auch die antibakterielle Wirkung. Auch Fette und Öle gehören dazu.

Vergleichend hat man dann auch noch einmal den Versuch mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln durchgeführt und auch hier wieder nach bestimmten Zeitintervallen untersucht, wie sich die Keimzahl verändert. Der klare Gewinner war hier das Kiefern-Kernholz, bei dem schon nach 10 Minuten praktisch keine Keime mehr nachweisbar waren. Auf Fliesen und Kunststoffen dauerte es immerhin 30 Minuten. 

„Zusammenfassend kann aus wissenschaftlicher Sicht gesagt werden, dass Holzoberflächen im Innenausbau von Räumen mit gehobenen hygienischen Anforderungen im Vergleich zu bisher verwendeten Materialien wie Kunststoff, Fliesen, Glas und Metall mindestens gleichwertig oder sogar überlegen sind. Die durch ihre Inhaltsstoffe besonders antibakteriell wirksamen Hölzer Kiefernholz, Lärche und Eiche können darüber hinaus sogar Reinigungs- und Desinfektionsmittel einsparen bzw. Reinigungsintervalle verlängern und ggf. reduzieren. So weit die wissenschaftliche Formulierung.“

aus “Die sanfte Medizin der Bäume” von Maximilian Moser und Erwin Thoma, S. 104 ff*

 

Eine ganz persönliche Erfahrung, die ich immer mal wieder mit meiner unbehandelten Küchenarbeitsplatte mache, bestätigt diese vorher genannten Beobachtungen aus der Wissenschaft: Manchmal passiert es mir, dass ein stark rötlich färbendes Lebensmittel auf der Arbeitsplatte ausläuft/stehen bleibt/ vergessen wird oder ähnliches. (Stichwort: Gefrorene Heidelbeeren)  Dann entsteht immer ein furchtbarer Fleck und in Gedanken sehe ich mich dann schon immer das Schleifgerät holen. Zu meiner großen Verwunderung verschwinden diese Flecken aber nach einiger Zeit von ganz alleine. Das geht umso schneller, je kürzer die ungewollte „Einwirkzeit“ auf dem Holz war. Das passiert auch ohne eifrige Putzaktionen meinerseits. Ich wische lediglich im Rahmen der ganz normalen täglichen Spülsessions mit dem Lappen ohne Druck über die Arbeitsfläche.

 

…im Mund:

Ein anderes Beispiel für die für den Menschen nützlichen und schon lange genutzten Vorteile von Holz findet sich in der Zahnhygiene. Im arabischen Raum wird zum Beispiel schon sehr lange der Miswakzweig für die Reinigung der Zähne verwendet. Wenn man das Ende eines Zweiges anbeißt, fächert er wie ein kleiner Pinsel auf und kann so als natürliche, plastikfreie Zahnbürste verwendet werden. Das Miswakholz hat extrem viele Inhaltsstoffe, die gesund für die Zähne, das Zahnfleisch und die Mundflora im Allgemeinen sind. Auch in Europa hat man vermutlich früher Weidenzweige zur Zahnreinigung verwendet. 

 

Enthalten sind im Miswak: natürliche Fluoride mit nützlicher Wirkung als Strukturelement unseres Skeletts und der Zähne, Silicium – unersetzlich für die Erhaltung von Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Haare, Nägel, Zähne und Calciumsulfat – das ist wichtig beim Aufbau von Knochen und Zähnen.

Die Gipskristalle dienen im Miswak als Putzkörperchen. Sie helfen, den fest anhaftenden Schmutz von den Zähnen zu lösen.

Weitere Inhaltsstoffe sind Tannine (Tannine sind verantwortlich für den etwas bitteren Geschmack, wirkt beruhigend auf Schleimhäute, beschleunigen Heilungsprozesse bei Verletzungen und hemmen Entzündungen), Saponine, Vitamin C, Flavonoide (stärken das Immunsystem, beugen bestimmten Krebsarten vor, regulieren den Blutdruck und hemmen Entzündungen).

Miswak ist in Bezug auf Hygiene und Putzwirkung wissenschaftlich häufig untersucht und stets bestens bewertet.

aus: https://www.swak.de/was-ist-die-swak/miswak/*

 

Eine Firma (Swak*) hat die positiven Eigenschaften des Miswakzweiges mit dem heutigen „Zahnputzkomfort“ verbunden und die “Swak” erfunden. Das ist eine „Zahnbürste“, in die ein kleines Stück des Miswakzweiges hineingedreht wird, quasi als „Zahnbürstenköpfchen“. Mit der kann dann jeder Zahn einzeln geputzt werden. Wenn der Miswakzweig dann abgenutzt ist, wird er einfach zum Biomüll gegeben und ein neues Stückchen kann eingedreht werden. Es ist also auch gleichzeitig die beste (und einzigste?) Zero Waste Zahnbürste, die ich kenne. Wenn man den Miswakzweig allein benutzt, braucht man noch nicht einmal den Bürstenhalter.

 

 

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag endgültig eine Lanze für das Schneidebrettchen aus Holz brechen und vielleicht noch für viele Dinge mehr aus Holz. Denn die oben genannten Aspekt zum Thema Hygiene sind nicht die einzigen Kompetenzen von Holz in Bezug auf den Menschen und seine Umwelt. Es gibt noch so viel mehr über die Fähigkeiten unserer Bäume, über Holz und die Medizin der Natur zu entdecken. Ich habe letztes Jahr mit meiner Familie ein Wochenende in dem Baumhaus von Erwin Thoma verbracht. Seitdem will ich am liebsten selbst ein Tiny House aus Holz100 bauen und maximal zum Waldbaden wieder herauskommen… aber das ist eine anderes Thema…

 

 

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.

 

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Warum Schubladendenken Deinen Alltag erleichtert

Ich habe mich schon so oft darüber geärgert, dass klassische Kleiderschränke nicht dazu gemacht sind, effizient hängende UND liegende Klamotten zu beherbergen. Während hängende Teile mindestens eine Tiefe von 50 cm brauchen (außer man hängt sie frontal in mehreren Blöcken), brauchen liegende Klamotten auf den Regalböden doch eher nur eine Tiefe von 30 cm. Um die “brach” liegenden 20 cm der Regalböden zu nutzen, müsste man also irgendwie in “zweiter Reihe” stapeln, was nicht gerade zur Übersichtlichkeit und Ordnung im Kleiderschrank beiträgt. 

Marie Kondo hat mich in ihrem Buch “Magic Cleaning” auf eine Idee gebracht, die seitdem Einzug in mein Schlafzimmer und sogar in meine Küche (aber dazu später mehr) gehalten hat: so viele Klamotten wie möglich als stehende Päckchen in Schubladen aufzubewahren. Das hat zwei immens große Vorteile gegenüber dem Stapeln auf Regalböden:

1. Du siehst auf einen Blick, was Du hast. Das ist sehr entspannend.

2. Du kannst leichter Ordnung halten, weil das Herausnehmen und Zurücksortieren viel einfacher geht. 

Das kannst Du auch völlig losgelöst vom Gedanken des Ausmistens umsetzen, obwohl ich finde, dass Ausmisten sich bei der Gelegenheit geradezu aufdrängt. Hier ein paar Tipps aus meiner nun, glaube ich, schon fünf Jahre andauernden Päckchenpack-Praxis:

  1. sortiere auch in den Schubladen nach Kategorien, also alle Oberteile zusammen, Unterwäsche zu Socken etc.
  2. die Bekleidung, die Du am häufigsten brauchst, sollte am Einfachsten zu erreichen sein  
  3. falte so, wie es für Dich am Einfachsten ist, Du sollst nicht nach jeder gewaschenen Wäsche ein YouTube Video für die Faltanleitung zur Hand nehmen müssen. 
  4. manche Teile sind einfach so klein und weich, dass sich daraus nicht so stabile Päckchen falten lassen, in dem Fall ist es sinnvoll, kleinere Kartons als Trennhilfen zu benutzen oder siehe Punkt 5
  5. nicht alle Päckchen müssen wirklich für sich und von alleine stehen können. (in diesem Punkt bin ich nicht ganz so penibel wie Marie Kondo) Meistens sind ja noch viele andere Päckchen in der Schublade und alles stützt sich gegenseitig
  6. richtig große und dicke Bekleidung, wie z.B. Winterpullover sind immer noch am besten auf dem Regalboden im Kleiderschrank aufgehoben. Solche Artikel nehmen einfach extrem viel Platz in der Kommode weg, sind aber voluminös genug, um auf einem Regalboden im Kleiderschrank nicht für Wirrwarr zu sorgen. 
  7. Du musst Dich nicht stressen, alles in Päckchen packen zu müssen. Hemden und Blusen oder auch Kleider sind immer noch am besten auf einem Kleiderbügel aufgehoben. 
  8. Probieren geht über Studieren! Dein Kleidungsstück zeigt Dir, ob es lieber hängen oder als Päckchen gefaltet werden will. Wenn es einfach geht, dann ist es richtig.
  9. falls Du keine oder nicht so viele Kommoden hast, dann kannst Du vielleicht in Deinem Kleiderschrank Regalböden gegen Schubladenelemente austauschen? Ich denke da z.B. an die Kleiderschranksysteme des schwedischen Möbelhauses…
  10. als wahrer Ordnungsjunkie wirst Du Deine Klamotten natürlich nach Farbe sortieren.

Die Schublade oben beherbergt fast alle meine Oberteile und ich möchte betonen, dass ich, bevor ich das Foto gemacht habe, NICHT extra aufgeräumt habe. Es fällt einfach viel leichter, mit der Päckchenmethode Ordnung zu halten, als wenn alle Oberteile übereinander gestapelt auf dem Regalboden im Kleiderschrank liegen würden.

Ich habe diese Systematik auch in meiner Küche angewandt. Der Stauraum in meiner Küche ist nämlich auch eher sehr simpel durch Regalböden gelöst, ich besitze keine Einbauküche, die ja heutzutage fast nur noch aus Schubladen bestehen. (Ein Beweis für die Sinnhaftigkeit von Schubladen!) Hier habe ich mir geholfen, indem ich für meine Lebensmittel und andere “Themen” leere Kartons aus dem Supermarkt mitgenommen habe. Beschriftet und nach Thema befüllt, kann ich sie ganz einfach ein Stück herausziehen und habe auch hier alles im Blick und griffbereit. 

So, und jetzt viel Spaß beim Päckchen packen!

Falls Dich dieser Artikel dazu inspiriert hat, Deine Kleiderschranksystematik etwas umzugestalten, würde ich mich riesig über Dein Feedback freuen! 

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Geschenkpapier kannst Du Dir schenken – Nachhaltig und kreativ einpacken!

Das Geschenk ist gekauft und jetzt soll es ans Einpacken gehen! Und Du stellst fest: Du hast gar kein Geschenkpapier mehr im Haus. Bevor Du jetzt losziehst, sage ich Dir: Du brauchst nie wieder welches zu kaufen. Denn Du hast wahrscheinlich alles für eine tolle Geschenkverpackung schon im Haus! Alles, was Du brauchst:

  • altes Geschenkband, Kordeln oder Paketschnur
  • altes Geschenkpapier, Packpapier, Tüten, Zeitungen…

optional:

  • Pflanzentriebe, getrocknete Pflanzenteile
  • Stempel
  • Stifte
  • Stoff
  • kleine Details, wie Anhänger etc.
  • Deine Kreativität
  • etwas Liebe zum Einpacken

Falls Du Geschenkpapier und -bänder, die Du selbst geschenkt bekommst, nicht aufhebst, dann brauchst Du vielleicht etwas “Sammelzeit” im Voraus. Dafür wäre dieses Weihnachten ja optimal! Am liebsten hebe ich aber sowieso das Packpapier auf, das ich immer wieder in Kartons finde, die ich bekomme, wenn ich online etwas bestelle. Dieses braune Papier ist einfach eine hervorragende Leinwand für all Deine Kreativität: Du kannst es bestempeln, bemalen, bedrucken oder einfach nur pur belassen und mit Pflanzenteilen und einem schönen Band wirken lassen.

Ich finde es außerdem immer viel zu schade, neues Geschenkpapier nach nur einem Mal Benutzung wegzuschmeißen. Meistens kann man es mehrmals verwenden, ohne dass es auffällt. (Wobei ich ja nicht finde, dass es eine Schande wäre, Geschenkpapier mehrmals zu verwenden. Ich sehe es eher umgekehrt…) Genauso mache ich es mit Geschenkbändern aus Stoff, Papier oder anderen natürlichen Materialien. Diese kann man ebensogut mehrmals verwenden. Und in Kombination mit Packpapier oder anderem Geschenkpapier ergeben sich immer wieder neue Kombinationen, auch wenn die einzelnen “Elemente” schon einmal benutzt wurden.

Seit mehreren Jahren musste ich nun schon kein Geschenkpapier mehr kaufen, da das Schenken und beschenkt werden so ein schöner Kreislauf ist, bei dem man nie “leer läuft” was Geschenkpapier angeht. Und ums online bestellen komme ich leider auch nicht immer drum herum, deshalb habe ich auch fast immer genug braunes Packpapier zur Hand. Immer noch befinden sich in meinem “Geschenkpapierkorb” ungeöffnete, damals gekauft Geschenkverpackungen.

Ich habe euch ein paar Beispiele zusammengestellt und versucht, sie nach Themen zu strukturieren, viel Spaß beim Stöbern!

  1. Packpapier mit Pflanzenteilen
  2. bereits gebrauchtes Geschenkpapier oder Packpapier wieder verwenden
  3. Details mit Elementen aus gebrauchtem Geschenkpapier
  4. Papiertragetaschen als Geschenkpapier verwenden
  5. mit kleinen neuen oder gebrauchten Accessoires geschmückt
  6. Stempeln oder Bemalen
  7. Last but not least: wo all die gebrauchten Dinge aufbewahren?

1. Packpapier mit Pflanzenteilen

Das ist meine Lieblingsverpackungsvariante, da man sie so schön dem Anlass oder der Jahreszeit entsprechend anpassen kann…

Hinweis:

  1. bitte nicht bei Kindergeschenken verwenden, da sonst Pflanzenteile, die eventuell nicht zum Verzehr geeignet oder zu trocken/hart/groß sind, schnell in Kindermündern landen könnten!
  2. lass die Pflanzen nicht zu lange vorher trocknen, sonst können empfindliche Teile später bei der kleinsten Berührung leicht abbrechen/wegkullern (ich hatte schon ein Geschenk transportiert, bei dem nach dem Transport und bei der Geschenkübergabe kein Blatt mehr am Zweig war)
mit selbst getrockneter Orangenscheibe und Eukalyptuszweig aus Papas Garten
von Sträuchern vom Straßenrand, kurz vor Weihnachten gefunden
getrocknete Chili, die auch noch gegessen werden kann
Lavendel aus dem Garten oder Markt

2. bereits gebrauchtes Geschenkpapier oder Packpapier wieder verwenden

hier gibt es zwei Optionen:

  1. das schon gebrauchte Geschenkpapier ist noch tadellos und so gut wie frei von Falten, Knicken, Klebstreifenrissen o.Ä.:

2. das Papier hat schon Knicke und Falten. In dem Fall knülle ich es erst recht einmal so richtig zusammen und falte es dann wieder auseinander, dann sehen die Falten aus wie gewollt 🙂

Füllpapier aus einem Paket
Papier vom Blumenhändler
ich habe leider keine Ahnung mehr, woher ich dieses Packpapier hatte

3. Details mit Elementen aus gebrauchtem Geschenkpapier

Wenn das gebrauchte Geschenkpapier als Ganzes nicht mehr zu verwenden ist, schneide ich mir daraus manchmal nur Elemente heraus und dekoriere damit das schlichtere Packpapier

4. Papiertragetaschen als Geschenkpapier verwenden

Manchmal sind Tragetaschen ohne nervige Labels, aber dafür mit tollen grafischen Motiven oder Illustrationen bedruckt. Perfekt, um sie für Verpackungszwecke aufzuheben!

schlichte unbedruckte Papiertragetasche
saisonale Papiertragetasche eines Dekoladens
saisonale Papiertragetasche eines Cafés
kleine ehemalige Verpackung für Seife

5. mit kleinen neuen oder gebrauchten Accessoires geschmückt

Weihnachtsglöckchen
Filzanhänger
Spitzenbänder anstatt oder zusätzlich zu normalem Geschenkband

6. Stempeln oder Bemalen

Du wirst es nicht glauben, aber der Schneeflockenstempel, den ich im nächsten Bild benutzt habe, war vor vielen Jahren mal in einem Überraschungsei! Ich fand die Flocke so schön, dass ich ihn aufgehoben habe. Mit selbst gemachten Stempeln wird das Ganze natürlich noch viel toller und individueller, das will ich Zukunft noch öfter ausprobieren. Dann gibt’s bestimmt auch noch mehr Fotos für diese Kategorie!

7. Last but not least: wo all die gebrauchten Dinge aufbewahren?

Du wirst Dich jetzt wahrscheinlich fragen, wo Du denn dann die ganzen gebrauchten Verpackungsmaterialien aufbewahren sollst, ohne Dich gleich wie ein Messi zu fühlen. Sicher hast Du sowieso schon eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Deine Geschenkpapiere, denn auch neu gekauft verbraucht man sie ja meistens nicht sofort. Extra Stauraum wirst Du also wahrscheinlich gar nicht brauchen. Ich persönlich habe für mich folgende Lösung gefunden:

  1. ich hebe nur das auf, was ich wirklich schön finde und was noch gut genug ist, um wieder verwendet zu werden.
  2. große Geschenkpapiere bewahre ich gerollt in einem alten Papierkorb auf, das ist sozusagen auch gleichzeitig irgendwie ein Dekoelement in meinem Wohnzimmer
  3. für kleine Dinge, wie Geschenkbänder, freue ich mich immer wieder über meinen alten Setzkastenschrank, in dem ich alles sehr übersichtlich aufbewahren kann (in meinem Fall mit Stickgarnen und Bändern zum Nähen gemischt), eine kleine Schachtel tut es aber sicher auch
  4. für mittelgroße bis kleine Geschenk- und Packpapiere habe ich eine ca. DINA3 große Schütte bzw. flache Kiste aus dem Supermarkt, die auch noch schön anzuschauen ist und sich deshalb gut in die Optik meines Wohnzimmerschrankes einfügt

Diese Ideensammlung ist natürlich unvollständig. Auch Stoffe können als “furoshiki” geknotet als Verpackung dienen. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich werde diesen Beitrag immer mal wieder mit aktuellen Verpackungsideen ergänzen.

Ich hoffe, ich konnte Dich ein bisschen inspirieren! Viel Spaß beim Verpacken und Verschenken!

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Ausmisten – füttere Deine Motivation mit diesen zwei Fragen!

Wenn Du denkst, Du müsstest mal ausmisten, dann wirst Du wahrscheinlich ständig daran erinnert. Von Dir selbst. Bewusst oder unbewusst.

Unbewusst, weil Dich jedes Mal beim Anblick Deines Zimmers/Regal/Ecke/Wohnung/Keller etc. ein ungutes Gefühl beschleicht. Diese weit entfernte Stimme, die sagt, dass Du Dich so viel toller fühlen würdest, wenn Du Dich doch endlich mal der Sache annehmen würdest.

Bewusst, weil die Stimme vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt und leise ist, sondern Dich jedes Mal anbrüllt, wenn Dein Blick auf das auszumistende “Areal” fällt.

Warum hast Du denn aber dann noch nicht ausgemistet, wenn Dir die Erkenntnis schon ins Gesicht gesprungen ist? Ich vermute, es ist derselbe Grund, der uns Menschen für gewöhnlich auch andere unangenehme Aufgaben weit weg von uns schieben lässt: die Aufgabe erscheint größer und unlösbarer als unsere Motivation oder unser Wille, sie in Angriff zu nehmen. Wir schieben tausend Fragen und Gründe vor, die der Erledigung der Aufgabe scheinbar im Weg stehen: “Wo soll ich überhaupt anfangen?” “Ich kann das doch nicht alles wegwerfen!” “Wohin dann mit all dem Kram?” “Aber da sind eben ganz viele Geschenke dabei, die kann ich sowieso nicht wegwerfen!” “Wenn ich einmal anfange, dann will ich es richtig machen, aber dafür fehlt mir die Zeit!”

Wir füttern unsere Zweifel und Ausreden, anstatt unsere Motivation, die Aufgabe anzugehen und zu lösen!

In meinem Beitrag “Stell Dir vor, Du liebst es auszumisten…” habe ich schon davon berichtet, was mich persönlich im Laufe der Zeit immer wieder motiviert hat, auszumisten. Bei mir funktioniert das super durch visuelle Inspiration: Wenn ich andere Wohnungen sehe, wenn ich durch Interior Feeds auf Instagram scrolle, dem schwedischen Möbelhaus einen Besuch abstatte oder sogar, wenn ich (alle paar Jahre mal) in einem teuren Hotel übernachte. Wenn ich in einem solchen Hotel ins Badezimmer gehe, fühle ich mich gleich wie in einem Spa. Dabei liegt es vermutlich nur daran, dass das Badezimmer so schön groß und aufgeräumt ist und die Handtücher so nett eingerollt in einem Körbchen stehen. Und tadaaaa: schon kann meine Seele entspannen, ganz einfach eigentlich…

Vielleicht funktioniert diese Art der Inspiration bei Dir aber nicht, weil Du Dich einfach nicht so für das Thema Einrichten interessierst? In diesem Fall (und natürlich auch generell) helfen Dir vielleicht die zwei unten stehenden Fragen weiter, die auch Marie Kondo (berühmter Ordnungs- und Ausmistcoach aus Japan) ihren Kunden zu Beginn ihrer Beratung immer stellt und die ich für sehr gutes “Motivationsfutter” halte:

1. Warum möchtest bzw. müsstest Du ausmisten? 

Ich könnte Dir jetzt zuvorkommen und antworten, dass Dir eine unordentliche Ecke, Schublade, Zimmer oder Schrank jedes Mal ein kleines bisschen Deiner Energie raubt. Jedes Mal, wenn Dein Blick dorthin fällt. Zumindest fühlt es sich für mich immer so an. Aber ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob das für alle Menschen so stimmt. Bei manchen habe ich das Gefühl, es sind die ausgeglichensten Menschen, die ich kenne, trotz des Chaos um sie herum. So jemand würde es also vermutlich gar nicht verstehen, warum er ausmisten sollte. Deshalb finde ich die Frage so wichtig: Warum möchstest Du ausmisten und möchtest Du überhaupt? Meistens liegen die Gründe auf der Hand, manchmal ist es nur ein leises Gefühl. Manchmal ist es vielleicht nur Dein Partner oder ein Familienmitglied und gar nicht Du selbst…?

Meiner Meinung nach gibt es neben den – ich nenne sie mal “Wohlfühlaspekten” – auch ganz viele pragmatische Gründe dafür, auszumisten. Vielleicht möchtest Du den unausweichlichen Umzug in eine noch größere Wohnung vermeiden oder eben nicht einen dieser Container mieten. Oder es ist Nachwuchs unterwegs und Du möchtest und kannst deshalb nicht sofort in eine größere Wohnung ziehen. Oder Du möchtest Dir ein Hobbyzimmer einrichten, um endlich wieder dem Hobby nachgehen zu können, für das Du Dir schon so lange nicht mehr Zeit genommen hast oder das Du vielleicht gerade wegen Platzproblemen nicht mehr weiter verfolgen konntest. Oder Du möchtest endlich wieder stolz Deine Freunde und Verwandten zum Essen zu Dir nach Hause einladen oder wieder ohne zu Stolpern durch den Keller laufen können. Vielleicht möchtest Du auch einfach nur mal wissen, von wem verdammt noch mal all die Klamotten in Deinem Kleiderschrank sind…

Mach Dir bewusst, warum Du ausmisten möchtest und halte die Gründe am besten schriftlich fest.

2. Was versprichst Du Dir vom Ausmisten?

Je nachdem, ob Du im großen Stil ausmisten möchtest oder nur Deinen Kleiderschrank – es könnte größere Auswirkungen auf Dein Leben haben, als nur ein befriedigendes Gefühl beim Öffnen der Schranktür… Überlege Dir deshalb, wie sich Dein Leben zum Positiven verändern könnte, wenn Du ausmisten würdest und halte auch das schriftlich fest. Wenn z.B. Nachwuchs unterwegs ist, heißt ein freies Zimmer mehr Privatsphäre für die Eltern und später für das Kind, ohne finanzielle Mehrbelastung, die eine neue und größere Wohnung mit sich bringen würde. Ein extra Hobbyraum bietet mehr Möglichkeiten, dem Hobby ungestört nachzugehen. (Wenn Du ebenso nähbegeistert bist, wie ich, dann weißt Du bestimmt, wie nervig es ist, wenn Du ständig die Nähmaschine auf- und abbauen musst, deshalb lässt Du sie im Zweifel da, wo sie ist: im Keller oder auf dem Dachboden.) Die Gelegenheit, Freunde wieder einladen zu können, verspricht vielleicht mehr Sozialleben und weniger Alleinsein, vielleicht auch mehr Selbstbewusstsein? Eine extra eingerichtete Ecke nur für Yoga lädt dazu ein, mehr Yoga zu machen und tatsächlich davon zu profitieren (mit Ruhe und Besinnung, anstatt nur Gymnastik zu machen). Wenn im Keller alles wieder zugänglich ist, erledigst Du auch andere halb fertige Projekte in der Wohnung oder im Garten, weil dann Werkzeug und Zubehör wieder leicht erreichbar ist oder weil Du dann weißt, was noch fehlt und besorgt werden muss. So hängen dann übrigens unerledigte Projekte oft untrennbar miteinander zusammen: weil eine Sache nicht erledigt ist, kann die nächste nicht fortgesetzt werden. Das ist bei der Steuererklärung und noch unsortiertem Papierkram nicht anders…

Ausmisten und die Beweggründe dafür sind meiner Meinung nach sehr individuell und ich glaube, dass jeder von uns anderes “Motivationsfutter” braucht. Manchmal kann auch ein Freund, Familienmitglied oder ein Ordnungscoach dabei helfen, die Beweggründe und damit auch die Motivation “herauszukitzeln”. Beim Ausmisten gibt es außerdem oft den „Der Hunger kommt beim Essen“ Effekt. Je mehr Du ausmistest, desto mehr WILLST Du ausmisten. Irgendwann läuft alles fast automatisch und macht sogar Spaß!

Ich hoffe, ich konnte Deinem Tatendrang zum Ausmisten etwas auf die Sprünge helfen. Dabei fällt mir noch ein ziemlich passender Werbespruch eines Baumarktes ein:

“Mach es fertig, bevor es Dich fertig macht!”

 

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Blumen für die Wand – ein Herbarium als Alternative zu Fotos, Postern & Co

Manchmal mag ich unsere vier Jahreszeiten und manchmal nicht. Eines steht aber fest: Ich liebe den Sommer! Wenn die Fenster den ganzen Tag und die ganze Nacht sperrangelweit offen stehen können, ohne dass ich deshalb friere. Wenn ich barfuß über die kalten Fließen in Küche und Bad laufen kann. Wenn ich das Duschshampoo der Nachbarn durch die offenen Fenster rieche und die leisen Töne einer Gitarre aus einer anderen Wohnung höre…

Und ebenso liebe ich Klatschmohn!

Den gibt es ja sogar schon im Frühling. Leider habe immer bedauert, dass sich diese feinen Stängel mit ihren unverhältnismäßig großen und wunderschönen seidenpapierartigen Blüten kaum abseits des Wegrandes oder Feldes, auf dem sie wachsen, betrachten lassen wollen. Kaum gepflückt, lassen sie schon ihren großen Blütenkopf hängen. Deshalb habe ich mir dieses Jahr etwas Anderes überlegt: ich werde sie pressen!

Blumen pressen ist etwas, das ich als Kind mal gemacht, aber relativ schnell wieder vergessen habe. Einzig ein winziger Bilderrahmen mit einer kleinen Blüte, den ich meiner Oma mal zum Geburtstag geschenkt hatte, ist ein Beweisstück von damals.

        

Das Tolle am Blumen pressen ist, dass Du dafür nichts brauchst, was Du nicht sowieso zu Hause hast: Bücher oder Zeitschriftenstapel und Löschpapier (ich habe das Papier, das es bei uns bei der Arbeit zum Hände abtrocknen auf der Toilette gibt, benutzt und später zu Hause dann unser ungebleichtes Toilettenpapier) Natürlich kannst Du es auch ganz professionell angehen und eine richtige Blumenpresse benutzen, aber zum Ausprobieren sind Bücher und Zeitschriften total in Ordnung.

Und dann beginnt auch schon der erste tolle Teil: Du gehst raus in die Natur oder den (am besten eigenen ;)) Garten und suchst Dir ein oder mehrere Objekte Deiner Begierde.

  • am besten um die Mittagszeit, dann sind die meisten Blüten “entfaltet”
  • nicht ganz so fleischige Arten, diese lassen sich wegen der Dicke und der vielen Feuchtigkeit nicht so gut pressen
  • lass nicht allzu viel Zeit zwischen Pflücken und Pressen verstreichen, sonst lassen einige Kandidaten eventuell schon wieder den Kopf hängen, ehe Du bei Deinen Büchern angekommen bist. Nimm Dir eventuell schon Bücher und Löschpapier mit raus in die Natur.
  • ich finde es am Schönsten, wenn bei den Pflanzen alle Blätter und Seitentriebe bis zur Wurzel dran bleiben, dann sieht es später schön “botanisch-wissenschaftlich” aus

Zu Hause angekommen, öffnest Du dann ein Buch, legst Löschpapier (oder die oben genannten Alternativen) auf eine Seite, die Pflanze auf das Löschpapier und darauf dann wieder eine Lage Löschpapier. Bis zur nächsten Lage Löschpapier – Pflanze – Löschpapier habe ich immer ca. einen halben bis einen Zentimeter dicken Abstand innerhalb eines Buches gelassen.

Dann schließt Du das Buch, beschwerst es noch mit einigen anderen und lässt es ein paar Wochen liegen. Ich habe mal gelesen, dass man alle paar Tage das Küchenpapier wechseln sollte, weil sonst die noch vorhandene Feuchtigkeit Schimmel bilden und die Blütenteile dann dunkel werden könnten. Das Wechseln des Löschpapiers habe ich bei meinem Klatschmohn nur nach dem ersten Tag gemacht und danach nicht mehr. Das hatte ihm schon gereicht. Es ist sicher nicht verkehrt, nach ein, zwei Tagen noch mal nach dem Rechten zu sehen. Ob das wirklich regelmäßig gemacht werden muss, hängt wahrscheinlich von der Pflanze ab. Hier geht Probieren definitiv über Studieren. Ich habe noch ein paar Tipps für’s Pressen:

  • für Pflanzen, die länger sind, als Deine Bücher groß sind, legst Du unter und über das “Pflanzen-Küchenpapier-Sandwich” am besten Zeitschriften der gleichen Sorte. Diese haben oft die gleiche Dicke und so kannst Du sie aneinander legen, um eine größere Fläche zu bekommen.
  • Wenn Du die Zeitschriften, wie oben beschrieben, zur Flächenerweiterung benutzt, sind unbeschichtete wahrscheinlich ideal, weil hier das Papier der Deckblätter auch noch ein bisschen Feuchtigkeit aufsaugen kann.
  • Du musst damit rechnen, dass sich die Seiten, zwischen denen die Pflanzen liegen, danach leicht gewellt sein könnten (wegen der Feuchtigkeit). Verwende also keine Bücher, bei denen Du das nicht möchtest.
  • lege mehrere Pflanzenteile nicht übereinander bzw. lass sie nicht überlappen, sie bekommen sonst eventuell Knicke oder Falten

Auf jeden Fall kommt nach ein paar Wochen (bei den Mohnblumen waren es ungefähr drei Wochen) der zweite aufregende Teil: Die Pflanzen sind fertig gepresst und getrocknet und ihr könnt eure Schätze begutachten. Ich fand es bei den Mohnblumen zum Beispiel total interessant, wie sich die Farben verändert haben (das Rot ist weniger stark und hat sich bei einer der Sorten in ein Altrosa und bei der anderen in ein dunkles Purpur verwandelt). Als Unterlage für die Bilderrahmen habe ich Aquarellpapier benutzt. Das hat eine schöne Struktur und ich finde, die Blüten sehen darauf noch edler aus. Fixieren musste ich den Klatschmohn auf der Unterlage gar nicht, das Glas hält ihn an Ort und Stelle. In ovalen oder runden Rahmen kommen die gepressten Blüten meiner Meinung nach übrigens am besten zur Geltung. Leider war mein ovaler Rahmen etwas zu klein für die Mohnblumen. Da werde ich mich wohl noch auf die Suche nach einer anderen Blüte machen müssen…

  

Dieses Wochenende habe ich in dem Garten meines Vaters dasselbe mit vielen verschiedenen Kräutern gemacht. Jetzt heißt es also erst mal wieder warten. Ich werde den Artikel auf jeden Fall aktualisieren, wenn ich neue Erkenntnisse gewonnen habe.

Kräuter Update

Seit der Veröffentlichung dieses Beitrages sind nun fast sechs Wochen vergangen und es steht ja noch ein Ergebnis aus. Ich habe nun alle Kräuter, die ich bei meinem Vater im Garten gesammelt hatte, aus ihren Sandwichlagen befreit und die eine oder andere kleine Überraschung erlebt. Hier meine Tipps und Fotos der letzten “Presserlebnisse”:

  • das Allerwichtigste: KEIN Küchenpapier verwenden! Küchenpapier ist zu stark strukturiert. Feine Blätter und Blüten waren nach dem Pressen mit dem Küchenpapiermuster “gebrandmarkt”. Ich hatte meine Mohnblumen mit dem Papier, was man auf öffentlichen Toiletten zum Hände abtrocknen findet, gepresst. Das hatte keine Struktur. (Ich hatte die Blumen morgens auf dem Weg vom Bahnhof zur Arbeit gepflückt) Später zu Hause hatte ich es mit Toilettenpapier getrocknet. Das hatte zwar eine Struktur, aber nicht so stark und fest, wie die des Küchenpapiers bei meinem Vater. Deshalb ist mir dieses Thema bei den Mohnblumen noch gar nicht aufgefallen. Oben im Text habe ich das Küchenpapier deshalb als Option wieder aus dem Text herausgenommen.
  • die Kapuzinerkresse hielt noch eine andere Überraschung für mich parat:  anscheinend hatte sich Ungeziefer noch im gepressten Zustand an der Pflanze vermehrt. Zumindest war mir beim ins Buch legen keines aufgefallen. Also am besten vorher zwei Mal schauen, das Ungeziefer könnte sich sonst noch während des Trocknungsprozesses negativ auf das Aussehen der Pflanze auswirken

  • manche Blätter an derselben Pflanze sind gelb geworden, andere grün geblieben. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich würde in Zukunft von einer Pflanze einfach mehrere Exemplare pressen, damit die Chance für eine schöne Variante größer ist. Ich vermute, es liegt auch daran, wie lange eine Blüte schon geblüht und wie frisch und fein die Triebe noch sind. Bei Kräutern mit sehr stabilen Blättern, wie dem Eukalyptus, Thymian, Rosmarin oder Salbei ist das mit dem Gelb werden gar nicht oder kaum passiert, bei Kapuzinerkresse und Rucola schon eher.

So, das wars auch schon von meinen neuen Erkenntnissen. Ich habe die für mich schönsten Exemplare dann eingerahmt und in meiner Küche über die Gewürzgläser gehängt. Wer meinen Beitrag über die Gewürzgläser schon gelesen hat, der weiß wahrscheinlich schon, dass ich dort erst Bilderrahmen mit Illustrationen von Kräutern hängen hatte. Die liebe ich auch immer noch, aber Kräuter in “echt” sind natürlich noch viel toller, wie ich finde. Was meinst Du?

Vorher:

Nachher:

 

Ich habe für die Kräuter, wie auch schon für die Mohnblumen, Aquarellpapier als Unterlage benutzt, da ich finde, dass es dem Ganzen eine edlere Optik gibt. Außerdem habe ich noch in meiner schönsten Sonntagsschrift den botanischen Namen der Pflanze dazu geschrieben. Achte auf jeden Fall auch darauf, die Kräuter nicht dort aufzuhängen, wo die Sonne hinscheint, die Farben werden sonst schnell verblassen.

  

 

Hast Du schon mal Blumen oder Kräuter gepresst? Hast Du noch einen Punkt, den man auf jeden Fall beachten sollte? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

 

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