Kategorie: Küche

Holz und Hygiene – von Keimen in der Küche…und im Mund

…in der Küche:

Als ich mit 19 von zu Hause auszog, habe ich ein Glasschneidebrett mitgenommen, das bei uns noch so rumflog. Plastik fand ich schon sehr früh sehr doof und so war ich super happy, so eine hygienische plastikfreie Schneidebrettlösung in meinem Besitz zu wissen. Als ich dann umgezogen bin und das Schneidebrett in Benutzung war, merkte ich, dass es sich darauf gar nicht so toll schneiden ließ. Das wurde durch meine spätere Recherche zum Thema Schneideunterlagen bestätigt: dass es Messern nämlich schadet, wenn damit auf Glas geschnitten wird. Hm..ok, dann also doch wieder zurück zu den Holzbrettchen. Ich hatte das Thema dann irgendwie für mich abgehakt und habe mir nichts weiter dabei gedacht, rohes Fleisch im Wechsel mit Obst und Gemüse auf ein und demselben Brettchen zu schneiden – natürlich nicht direkt hintereinander, sondern nach schrubben mit Seife und zwischendurch trocknen lassen – und musste bisher auch keine Magenverstimmung oder Schlimmeres vermelden, was auf diese Art der Essenszerkleinerung zurückzuführen gewesen wäre. Nur Zwiebeln und Knoblauch würde ich nicht vor Obst auf demselben Holzbrett schneiden… außer man findet Ananas mit Zwiebelaroma spannend.

So schnitt ich also frei und fröhlich auf meinen Holzbrettchen und immer wenn ich irgendwo zu Besuch war und zerfurchte und zerfranste Plastikbrettchen in Benutzung gesehen habe, habe ich gefragt, ob denn Holzbrettchen nicht eine schönere/nachhaltigere/gesündere Alternative wären. Die Antwort war meistens:

„ Holz ist unhygienisch.“

So richtig konnte ich das nicht wiederlegen, ich hatte ja keine Ahnung, ob Holz nun tatsächlich unhygienischer war, als ein zerfurchtes Plastikbrettchen, also habe ich dazu nichts weiter gesagt. 

Heutzutage gibt es jede Menge Gründe GEGEN Plastik, aber der hygienische Aspket, der FÜR Holz spricht, kam mir bisher in der Argumentation irgendwie zu kurz, bzw. habe ich ihn nicht gefunden. Bis ich das Buch „Die sanfte Medizin der Bäume“ von Erwin Thoma gelesen habe.* Erwin Thoma ist eine, wie ich finde, tolle (Unternehmer-) Persönlichkeit. Er hat schon viele Bücher geschrieben, die ich nach und nach noch lesen möchte. In dem oben erwähnten Buch, das er mit einem Mediziner geschrieben hat, teilt er sein Wissen (und das seines Großvaters) zur positiven Wirkung von Holz und Bäumen auf den Menschen. Und in diesem Buch habe ich dann u. A. endlich die Argumentation für Holz als Schneidebrettchen gefunden! Sogar wissenschaftlich belegt! Das hat mich so gefreut, dass ich mir gedacht habe, das müssen unbedingt noch mehr Menschen erfahren, damit Holz endlich wieder die Wertschätzung erfährt, die es verdient…nicht nur in Bezug auf Schneidebrettchen.

Letztlich sind es zwei Aspekte, die Holz zu einem wunderbaren Material gegen Keime und Bakterien machen:

1. Der Entzug der Lebensgrundlage von Bakterien, indem es Wasser aufsaugen kann.

In wissenschaftlichen Versuchen wurde beobachtet, wie sich die Keimzahl auf verschiedenen Oberflächen entwickelt, nachdem ein Tropfen Wasser mit Keimproben auf die jeweilige Oberfläche fällt:

  • Nach 2 Stunden ist die Keimzahl auf Glas, Metall und Kunststoff immer noch gleich hoch, während sie sich auf Holz schon auf bis zu 25% reduziert hat.
  • Nach 24 Stunden sind auf den Holzoberflächen 85-90% aller Keime und Bakterien verschwunden.
  • Nach 48 Stunden ist das Holz wieder sauber (ohne dass es jemand gereinigt hätte).
  • Bei Glas dauert dieser Prozess ungefähr 100 Stunden und bei Kunststoff ca. 200 Stunden.

Der Grund dafür ist die poröse und strukturierte Oberfläche des Holzes, also genau das, was früher als Argument gegen die Benutzung von Holz z.B. in der Küche gesprochen hat. Durch seine Struktur kann Holz Wasser blitzschnell aufsaugen und den Bakterien und Keimen wird somit schlicht und einfach ihre Lebensgrundlage entzogen. Auf einer glatten Oberfläche kann Feuchtigkeit nicht weggesaugt werden, sie kann nur verdunsten, was wesentlich länger dauert. Wenn ein Kunststoffbrettchen dann schon ein paar Gebrauchsspuren vorweist und von Messerschnitten zerfurcht ist, dann kann die Feuchtigkeit sich in den Rillen noch besser halten. Sie wird ja nicht weggesaugt wie beim Holz. Holz hat aber noch einen Ass im Ärmel, wenn es um die Vernichtung von Keimen geht: 

2. Inhaltsstoffe im Holz, die gegen Bakterien und Keime wirken

Holz enthält auch chemische Waffen, die es gegen Bakterien und Keime einsetzen kann. Drei Hölzer sind dabei dem Kunststoff überlegen: Die Tannine in Kiefer und Lärche, sowie die Gerbsäure in Eichenholz wirken konservierend und desinfizierend. Die Untersuchungsergebnisse der anderen Hölzer fallen zumindest nicht schlechter aus, als die von Kunststoff.

Die mechanische Oberflächenbehandlung des Holzes, also ob aufgerauht oder glatt, spielt dabei so gut wie keine Rolle. Sehr wohl spielt aber eine Rolle, ob das Holz lackiert, lasiert oder sonstwie mit Fremdstoffen bepinselt oder behandelt wurde. Mit jedem Fremdstoff, der auf Holz dauerhaft aufgebracht und versiegelt wird, verringert sich auch die antibakterielle Wirkung. Auch Fette und Öle gehören dazu.

Vergleichend hat man dann auch noch einmal den Versuch mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln durchgeführt und auch hier wieder nach bestimmten Zeitintervallen untersucht, wie sich die Keimzahl verändert. Der klare Gewinner war hier das Kiefern-Kernholz, bei dem schon nach 10 Minuten praktisch keine Keime mehr nachweisbar waren. Auf Fliesen und Kunststoffen dauerte es immerhin 30 Minuten. 

„Zusammenfassend kann aus wissenschaftlicher Sicht gesagt werden, dass Holzoberflächen im Innenausbau von Räumen mit gehobenen hygienischen Anforderungen im Vergleich zu bisher verwendeten Materialien wie Kunststoff, Fliesen, Glas und Metall mindestens gleichwertig oder sogar überlegen sind. Die durch ihre Inhaltsstoffe besonders antibakteriell wirksamen Hölzer Kiefernholz, Lärche und Eiche können darüber hinaus sogar Reinigungs- und Desinfektionsmittel einsparen bzw. Reinigungsintervalle verlängern und ggf. reduzieren. So weit die wissenschaftliche Formulierung.“

aus “Die sanfte Medizin der Bäume” von Maximilian Moser und Erwin Thoma, S. 104 ff*

 

Eine ganz persönliche Erfahrung, die ich immer mal wieder mit meiner unbehandelten Küchenarbeitsplatte mache, bestätigt diese vorher genannten Beobachtungen aus der Wissenschaft: Manchmal passiert es mir, dass ein stark rötlich färbendes Lebensmittel auf der Arbeitsplatte ausläuft/stehen bleibt/ vergessen wird oder ähnliches. (Stichwort: Gefrorene Heidelbeeren)  Dann entsteht immer ein furchtbarer Fleck und in Gedanken sehe ich mich dann schon immer das Schleifgerät holen. Zu meiner großen Verwunderung verschwinden diese Flecken aber nach einiger Zeit von ganz alleine. Das geht umso schneller, je kürzer die ungewollte „Einwirkzeit“ auf dem Holz war. Das passiert auch ohne eifrige Putzaktionen meinerseits. Ich wische lediglich im Rahmen der ganz normalen täglichen Spülsessions mit dem Lappen ohne Druck über die Arbeitsfläche.

 

…im Mund:

Ein anderes Beispiel für die für den Menschen nützlichen und schon lange genutzten Vorteile von Holz findet sich in der Zahnhygiene. Im arabischen Raum wird zum Beispiel schon sehr lange der Miswakzweig für die Reinigung der Zähne verwendet. Wenn man das Ende eines Zweiges anbeißt, fächert er wie ein kleiner Pinsel auf und kann so als natürliche, plastikfreie Zahnbürste verwendet werden. Das Miswakholz hat extrem viele Inhaltsstoffe, die gesund für die Zähne, das Zahnfleisch und die Mundflora im Allgemeinen sind. Auch in Europa hat man vermutlich früher Weidenzweige zur Zahnreinigung verwendet. 

 

Enthalten sind im Miswak: natürliche Fluoride mit nützlicher Wirkung als Strukturelement unseres Skeletts und der Zähne, Silicium – unersetzlich für die Erhaltung von Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Haare, Nägel, Zähne und Calciumsulfat – das ist wichtig beim Aufbau von Knochen und Zähnen.

Die Gipskristalle dienen im Miswak als Putzkörperchen. Sie helfen, den fest anhaftenden Schmutz von den Zähnen zu lösen.

Weitere Inhaltsstoffe sind Tannine (Tannine sind verantwortlich für den etwas bitteren Geschmack, wirkt beruhigend auf Schleimhäute, beschleunigen Heilungsprozesse bei Verletzungen und hemmen Entzündungen), Saponine, Vitamin C, Flavonoide (stärken das Immunsystem, beugen bestimmten Krebsarten vor, regulieren den Blutdruck und hemmen Entzündungen).

Miswak ist in Bezug auf Hygiene und Putzwirkung wissenschaftlich häufig untersucht und stets bestens bewertet.

aus: https://www.swak.de/was-ist-die-swak/miswak/*

 

Eine Firma (Swak*) hat die positiven Eigenschaften des Miswakzweiges mit dem heutigen „Zahnputzkomfort“ verbunden und die “Swak” erfunden. Das ist eine „Zahnbürste“, in die ein kleines Stück des Miswakzweiges hineingedreht wird, quasi als „Zahnbürstenköpfchen“. Mit der kann dann jeder Zahn einzeln geputzt werden. Wenn der Miswakzweig dann abgenutzt ist, wird er einfach zum Biomüll gegeben und ein neues Stückchen kann eingedreht werden. Es ist also auch gleichzeitig die beste (und einzigste?) Zero Waste Zahnbürste, die ich kenne. Wenn man den Miswakzweig allein benutzt, braucht man noch nicht einmal den Bürstenhalter.

 

 

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag endgültig eine Lanze für das Schneidebrettchen aus Holz brechen und vielleicht noch für viele Dinge mehr aus Holz. Denn die oben genannten Aspekt zum Thema Hygiene sind nicht die einzigen Kompetenzen von Holz in Bezug auf den Menschen und seine Umwelt. Es gibt noch so viel mehr über die Fähigkeiten unserer Bäume, über Holz und die Medizin der Natur zu entdecken. Ich habe letztes Jahr mit meiner Familie ein Wochenende in dem Baumhaus von Erwin Thoma verbracht. Seitdem will ich am liebsten selbst ein Tiny House aus Holz100 bauen und maximal zum Waldbaden wieder herauskommen… aber das ist eine anderes Thema…

 

 

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.

 

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Warum Schubladendenken Deinen Alltag erleichtert

Ich habe mich schon so oft darüber geärgert, dass klassische Kleiderschränke nicht dazu gemacht sind, effizient hängende UND liegende Klamotten zu beherbergen. Während hängende Teile mindestens eine Tiefe von 50 cm brauchen (außer man hängt sie frontal in mehreren Blöcken), brauchen liegende Klamotten auf den Regalböden doch eher nur eine Tiefe von 30 cm. Um die “brach” liegenden 20 cm der Regalböden zu nutzen, müsste man also irgendwie in “zweiter Reihe” stapeln, was nicht gerade zur Übersichtlichkeit und Ordnung im Kleiderschrank beiträgt. 

Marie Kondo hat mich in ihrem Buch “Magic Cleaning” auf eine Idee gebracht, die seitdem Einzug in mein Schlafzimmer und sogar in meine Küche (aber dazu später mehr) gehalten hat: so viele Klamotten wie möglich als stehende Päckchen in Schubladen aufzubewahren. Das hat zwei immens große Vorteile gegenüber dem Stapeln auf Regalböden:

1. Du siehst auf einen Blick, was Du hast. Das ist sehr entspannend.

2. Du kannst leichter Ordnung halten, weil das Herausnehmen und Zurücksortieren viel einfacher geht. 

Das kannst Du auch völlig losgelöst vom Gedanken des Ausmistens umsetzen, obwohl ich finde, dass Ausmisten sich bei der Gelegenheit geradezu aufdrängt. Hier ein paar Tipps aus meiner nun, glaube ich, schon fünf Jahre andauernden Päckchenpack-Praxis:

  1. sortiere auch in den Schubladen nach Kategorien, also alle Oberteile zusammen, Unterwäsche zu Socken etc.
  2. die Bekleidung, die Du am häufigsten brauchst, sollte am Einfachsten zu erreichen sein  
  3. falte so, wie es für Dich am Einfachsten ist, Du sollst nicht nach jeder gewaschenen Wäsche ein YouTube Video für die Faltanleitung zur Hand nehmen müssen. 
  4. manche Teile sind einfach so klein und weich, dass sich daraus nicht so stabile Päckchen falten lassen, in dem Fall ist es sinnvoll, kleinere Kartons als Trennhilfen zu benutzen oder siehe Punkt 5
  5. nicht alle Päckchen müssen wirklich für sich und von alleine stehen können. (in diesem Punkt bin ich nicht ganz so penibel wie Marie Kondo) Meistens sind ja noch viele andere Päckchen in der Schublade und alles stützt sich gegenseitig
  6. richtig große und dicke Bekleidung, wie z.B. Winterpullover sind immer noch am besten auf dem Regalboden im Kleiderschrank aufgehoben. Solche Artikel nehmen einfach extrem viel Platz in der Kommode weg, sind aber voluminös genug, um auf einem Regalboden im Kleiderschrank nicht für Wirrwarr zu sorgen. 
  7. Du musst Dich nicht stressen, alles in Päckchen packen zu müssen. Hemden und Blusen oder auch Kleider sind immer noch am besten auf einem Kleiderbügel aufgehoben. 
  8. Probieren geht über Studieren! Dein Kleidungsstück zeigt Dir, ob es lieber hängen oder als Päckchen gefaltet werden will. Wenn es einfach geht, dann ist es richtig.
  9. falls Du keine oder nicht so viele Kommoden hast, dann kannst Du vielleicht in Deinem Kleiderschrank Regalböden gegen Schubladenelemente austauschen? Ich denke da z.B. an die Kleiderschranksysteme des schwedischen Möbelhauses…
  10. als wahrer Ordnungsjunkie wirst Du Deine Klamotten natürlich nach Farbe sortieren.

Die Schublade oben beherbergt fast alle meine Oberteile und ich möchte betonen, dass ich, bevor ich das Foto gemacht habe, NICHT extra aufgeräumt habe. Es fällt einfach viel leichter, mit der Päckchenmethode Ordnung zu halten, als wenn alle Oberteile übereinander gestapelt auf dem Regalboden im Kleiderschrank liegen würden.

Ich habe diese Systematik auch in meiner Küche angewandt. Der Stauraum in meiner Küche ist nämlich auch eher sehr simpel durch Regalböden gelöst, ich besitze keine Einbauküche, die ja heutzutage fast nur noch aus Schubladen bestehen. (Ein Beweis für die Sinnhaftigkeit von Schubladen!) Hier habe ich mir geholfen, indem ich für meine Lebensmittel und andere “Themen” leere Kartons aus dem Supermarkt mitgenommen habe. Beschriftet und nach Thema befüllt, kann ich sie ganz einfach ein Stück herausziehen und habe auch hier alles im Blick und griffbereit. 

So, und jetzt viel Spaß beim Päckchen packen!

Falls Dich dieser Artikel dazu inspiriert hat, Deine Kleiderschranksystematik etwas umzugestalten, würde ich mich riesig über Dein Feedback freuen! 

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Die Gläsersammlerin – für mehr Ordnung, Stil und Kreativität in der Küche

Manchmal klappert es in meiner Tragetasche. Das sind dann nicht immer nur leere Gläser und Flaschen, die ich dorthin zurück bringe, wo ich sie gekauft habe. Manchmal nehme ich leere Gläser auch mit nach Hause oder behalte sie. Um sie zu waschen und dann Gewürze, Kräuter, Mehl, Tees, Hülsenfrüchte und vieles mehr dort hinein zu füllen. Oder ich bringe sie zu Freunden, die mittlerweile auch schon sammeln. Eigentlich hatte ich mir anfangs einheitliche braune Apothekergläser für meine Küche gewünscht. Eine Internetseite*, wo es die in allen Größen und Formen gibt, hatte ich auch schon entdeckt. Da ich aber recht viele Apothekergläser gebraucht hätte, hätte die Anschaffung doch ein etwas zu großes Loch in meinen Geldbeutel gerissen. Außerdem hatte der Wunsch nach diesen Gläsern keine allzu hohe Priorität. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, die leeren Gläser, in denen oft Tomatensoßen, Aufstriche, Obstmuse, Obstkonserven, Oliven etc. verkauft werden, für meine Lebensmittel wieder zu verwenden. Klassisches Upcycling: aus Verpackung wird dauerhafter Gebrauchsgegenstand. Ich habe mich insgeheim immer riesig gefreut, wenn ich ein neues leeres Glas hatte, in das ich wieder etwas umfüllen konnte.

Das konsequente Umfüllen von Lebensmitteln in verschließbare Gläser bietet aber nicht nur für ordnungsliebende Personen (wie mich) viele Vorteile:

  1. Insekten haben keine Chance, sich über angebrochene, halb verschlossene und in Vergessenheit geratene Verpackungen herzumachen und sich darin zu vermehren. (eklige Sache! wer von euch hat das auch schon mal erlebt?)
  2. Wenn die Gläser, wie bei mir zu Hause, auf oder in einem Regal stehen, siehst Du auf einen Blick, was vorrätig ist und was fehlt.
  3. Es sieht einfach schöner aus und ist praktischer, als ein Sammelsurium an halb und unglücklich geöffneten Plastik- und Papierverpackungen.
  4. Du wirst kreativer beim Kochen und Backen! Die Zutaten sind beim Öffnen des Schrankes oder beim Blick aufs Regal einfach präsenter und leichter zu erkennen. Sie inspirieren dazu, verwendet zu werden. Auch für Zubereitungen, für die man sie ursprünglich gar nicht gekauft hatte. Zusammengeknäuelte und in der hintersten Schrankecke verstaute Verpackungen inspirieren weniger zum Öffnen. Oft sieht man auch gar nicht mehr auf Anhieb, was eigentlich drin ist und so bleiben sie erst recht im Schrank liegen.
  5. Wenn Du, so wie ich, die Gläser nicht extra kaufst, sondern die leeren Gläser Deiner Lieblingstomatensauße oder Deines Lieblingsjoghurts benutzt, kommen die Aufbewahrungslösungen gratis mit dem Lebensmittel zu Dir nach Hause. Wenn dann doch mal ein Glas zu Bruch geht, ist es nicht so dramatisch und am nächsten Tag gibt es einfach wieder Spaghetti mit Tomatensoße!
  6. Die Gläser können einfach gewaschen werden. Die Beschriftung mit einem wasserfesten Stift kann, wenn der Inhalt aufgebraucht ist, mit einem rauhen Schwamm wieder entfernt und das Glas danach für eine andere Zutat benutzt werden. Ich stelle meine Gläser immer in die Spülmaschine. (Offiziell sind sie wahrscheinlich nicht spülmaschinenfest, da sie ursprünglich nur als “Verpackung”  gedacht sind und nicht als Gebrauchsgegenstand. Deshalb bitte nur auf eigene Gefahr in der Spülmaschine waschen.)
  7. Wenn die Gläser bei Dir auf oder in einem Regal stehen, sind die Gewürze, Kräuter und anderen Zutaten mit ihren verschiedenen Formen und Farben nicht nur nützlich, sondern gleichzeitig eine natürliche und selbstverständliche Küchendeko!
  8. Natürlich gibt es unbestritten Unmengen von richtig tollen Aufbewahrungsdosen auf dem Markt. Auch im schwedischen Möbelhaus kann man für wenig Geld richtig viele von den schönen Gläsern mit Bügelverschluss oder anderen Formen kaufen. Bei mir persönlich schwankt aber die benötigte Anzahl von Gläsern und deren Größen ständig, so dass ich froh bin, nicht alle Gläser immer aufbewahren zu müssen, was viel Platz benötigen würde. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich zu viele unbenutzt in meinem Schrank stehen habe, gebe ich einfach ein paar in den Glascontainer. So bleibe ich flexibel mit meinem Stauraum in der Küche.
  9. Die Gläser können auch für viele andere Zwecke verwendet werden. Als Blumenvase, plastikfreie “Tupperdose”, Sprossenglas und vieles mehr.
  10. Glas ist geruchlos und geschmacksneutral und lässt sich heiß waschen. Ein Glas, in dem ihr z.B. Kurkumapulver (was stark färbt) aufbewahrt, wird also auch nach der Benutzung und dem Waschen ein farbloses und geschmacksneutrales Glas sein, allerhöchstens die Deckelinnenseite wird einen leichten Gelbstich davon tragen. Bei Plastikbehältern gehen einige Gewürze leider nicht so spurlos am Material vorbei. Und umgekehrt geht das Plastik wahrscheinlich auch nicht spurlos am Inhalt vorbei.
  11. Egal ob Du ein passionierter Hobbykoch bist und jeden Tag den Kochlöffel schwingst oder Dich nur ein Mal in der Woche an den Herd stellst: es sieht immer aus, als ob Du ein versierter Profikoch wärst, wenn die Zutaten in Reih und Glied in Deiner Küche stehen.
  12. Wenn Du einen Unverpackt-Laden in der Nähe hast, nimmst Du einfach die leeren Gläser mit und brauchst zu Hause überhaupt nichts mehr umfüllen. Außerdem weißt Du dann gleich, was Du kaufen musst und wie viele Gläser Du mitnehmen musst.

Und hier noch ein paar praktische Tipps:

  1. Bei sehr vielen Zutaten, die untergebracht werden wollen, bleibt die Gesamtoptik ruhiger, wenn die Gläser nicht alle total unterschiedlich aussehen. Ich hatte anfangs neben den Gläsern mit goldenem Deckel auch Einmachgläser mit Bügelverschluss in verschiedenen Formen benutzt, aber ab einer gewissen Anzahl von Gläsern wurde es mir zu wuselig, deshalb habe ich mich letztlich für wenige Größen und Formen entschieden. Ich finde es auch viel schöner, wenn die Deckelfarbe einheitlich und ohne Herstellerbeschriftung ist.
  2. Gewürze und Kräuter verlieren im Laufe der Zeit und unter Lichteinwirkung ihr Aroma. Wenn ihr also Feinschmecker seid und nicht so oft kocht, sind braune Gläser oder ganz lichtundurchlässige Behälter wahrscheinlich die bessere Wahl. Sie schützen die Aromen zumindest vor dem Licht, wenn auch nicht vor dem Lauf der Zeit. Mir persönlich macht ein eventueller Aromaverlust nicht allzuviel aus und ich liebe die Optik der Gewürze in den klaren Gläsern, deshalb belasse ich es erst einmal so. In einer Schublade oder im Schrank aufbewahrt, erübrigt sich natürlich dieses Thema.
  3. Ich beschrifte die Gläser immer mit einem wasserfesten weißen Edding auf dem Glas. Wer keinen Platz hat, die Gläser auf Regalböden zu stellen, der kann sie auch in Schubladen stellen und den Deckel beschriften. Da die Deckel meist auf irgendeine Art beschichtet sind, vermute ich, dass es dann allerdings nicht so einfach ist, die Beschriftung mehrfach zu entfernen, ohne der Beschichtung des Deckels zu schaden. Meine Mutter bewahrt ihre Gewürzgläser auch in Schubladen auf und ich habe ihr dazu mal ganz viele selbstklebende Etiketten für die Deckel gemacht. Sie wäscht dementsprechend immer nur die Gläser und wischt die Deckel nur aus.
    Falls ihr an der Vorlage für die Etiketten interessiert seid, schreibt mir einfach eine Nachricht, dann schicke ich sie euch. Die neun Etiketten oben sind nur eine kleine Auswahl, insgesamt sind es über 40… (Die einzelnen Zeichnungen sind aus dem Internet zusammengesucht, das Layout ist von mir) Alternativ könnt ihr die Beschriftung auch mit einem Etikettenprägegerät machen, ich finde die Optik dieser Textstreifen auch ganz schön. Wenn Du eine kleine Küche und so wie ich, keine Dunstabzugshaube hast, ist es unter Umständen auch deshalb schon sinnvoller, die Gläser in Schubladen aufzubewahren, da sie sonst schnell fettig werden und öfter gereinigt werden müssen.
  4. Das spricht übrigens auch dafür, schon beim Kauf von Lebensmitteln kleinere Einheiten zu wählen, dann sind die Gläser schneller leer und man kann sie zwischendurch einfach mal waschen. Auch das Problem des Aromaverlustes ist damit behoben. Da ich die meisten meiner Gläser oft in Benutzung habe und sie sowieso vor jeder Neubefüllung in die Spülmaschine stelle, haben sie keine Chance, fettig zu werden.
  5. Absolut keinen Platz in der Küche? Dann könnte Ausmisten (dazu in einem anderen Beitrag mehr) schon eine Lösung sein. Wenn das auch nicht hilft, benutze die Türen Deiner Küchenschränke, um dort schmale Halterungen für Gewürzgläser anzubringen. Eine andere tolle Idee, die ich schon öfter im Internet gesehen habe, ist es, die Deckel der Schraubgläser unter einem Regal anzuschrauben. Dann hängen die Gläser unter dem Brett. Der Vorteil ist, dass sie dort kaum staubig werden dürften. Sei aber sicher, dass das Brett, bzw. die Wand, die das Brett trägt, das Gewicht der Belastung von oben und unten dann noch aushält.
  6. Eine Firma, die das Upcycling Potential ihrer Glasflaschen schon länger erkannt hat und sogar zusätzlich online bestellbare Flaschenaufsätze anbietet, ist True Fruits*

Ich hoffe, ich habe Dir Lust darauf gemacht, Deine Nahrungsmittel und Gewürze wieder mehr in den Mittelpunkt des (Koch-)Geschehens zu rücken. Oder fürchtest Du, Deine Küche ist ein hoffnungsloser Fall? Oder hast Du selbst schon die optimale Lösung für Dich und Deine Küche gefunden? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.

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