Mehr als 10 Upcycling Ideen für Deine alten Handtücher – kostenlos, blitzschnell fertig, unglaublich nützlich, Müll vermeidend und schön!

Aus meinem Blogbeitrag zum Thema Waschhandschuhe selbst nähen weißt Du vielleicht schon, dass ich mehr weiße Handtücher habe, als ich benutzen kann. Ich habe mittlerweile noch einige andere sehr nützliche Dinge damit gemacht, die ich euch deshalb alle mal in diesem kleinen Beitrag vorstellen möchte. Vielleicht hast ja auch Du das eine oder andere Handtuch zu viel zu Hause rumliegen?

1. Waschlappen

Auch Erwachsenenhaut freut sich, wenn das Vollbad oder die Dusche ab und zu durch eine Katzenwäsche mit Waschlappen ersetzt wird, aber vor allem für kleine Kinder und Babys sind Waschlappen oder Waschhandschuhe sehr nützlich, vor allem, wenn man auf Feuchttücher bei Babys verzichten möchte oder einfach für die ganz normale tägliche Körperpflege und für zwischendurch. Wenn es nicht ganz so aufwändig werden soll, wie in diesem Blogbeitrag beschrieben, kannst Du auch einfach nur die gewünschte Form aus dem Handtuch zurecht schneiden und den Rand versäubern, das wars auch schon. Zum Versäubern entweder die Overlockmaschine verwenden, oder einen breiten, aber kurz eingestellten Zickzackstich an der Haushaltsnähmaschine. Wenn Du keine Nähmaschine hast, dann schnapp Dir einfach Nadel und Faden und versäubere den Rand mit einem schönen Handstich Deiner Wahl. Praktisch ist noch eine Schlaufe oder ein Knopfloch, an dem Du den Waschlappen bei Bedarf noch aufhängen kannst. Wenn Dir das zu viel Arbeit ist, dann klemm den Lappen einfach an eine (Wäsche)klammer, die Du wiederum irgendwo befestigst.

2. Geschirrspüllappen

Wer kennt sie nicht, die verschiedenen Geschirrspül- ”Erzeugnisse”, die der Markt so hergibt: Schwammtücher, die sich irgendwann bröckelnd von selbst auflösen (allerdings nicht auf die umweltfreundliche Art und Weise), Glitzischwämme, über deren Mikrobiom man nach einigen Tagen lieber nichts Genaues wissen möchte, Spültücher, die sich irgendwann in so eine Art Spinnwebengebilde verwandeln, so richtig tolle Spültücher von Manufactum, die aber auch nach einigen Wäschen so  aussahen, dass man sie lieber nur noch als Wischmopp verwenden möchte…

Bis ich gesehen habe, dass meine Mama ihren Abwasch immer mit einem Waschlappen aus Frottee macht. Und da ich ja so viele Handtücher übrig habe, habe ich mir gedacht, warum nicht auch für Geschirr ausrangierte Handtücher (in handliche Form geschnitten und versäubert) benutzen. Es spült sich damit auch wirklich super! Schön griffig! Probiere es unbedingt mal aus. Die Waschlappen können dann einfach mit der 60 oder 90 Grad Wäsche gewaschen und (fast) unendlich mal wieder verwendet werden. Und zur Krönung wird noch ne Möhre drauf gestickt …Oder auch nicht. Für wirklich stark eingebrannten Schmutz und das Ceranfeld benutze ich Kupferschwämme ohne textiles Trägermaterial, weshalb sich dort auch nicht allzu viele Bakterien wohlfühlen dürften. Laut Verkäufer lassen sich auch diese Kupferschwämme in der Maschine waschen…

3. Abschminkpads

Ich schminke mich eigentlich immer nur mit Wasser, Seife und meinen Händen ab. Im Härtefall kommt vorher Kokosöl zum Einsatz. Aber wer gerne und oft Abschminkpads benutzt, für den lohnt es sich vielleicht, sich welche zuzulegen, die waschbar und somit (fast) unendlich mal wiederverwendbar sind? Fast überall gibt es schon waschbare und wieder verwendbare Abschminkpads zu kaufen, aber warum Geld ausgeben, wenn sie so einfach selbst zu machen sind? Einfach der Anleitung in Punkt 1 folgen, also in die gewünschte Form schneiden und versäubern. Am besten sammelst Du die gebrauchten Wattepads in einem kleinen hübschen Stoffbeutel (Nähanleitungen für verschließbare Beutel findest Du hier), dann kannst Du ihn mitsamt der Pads in die Wäsche geben und sie gehen nicht in der Waschmaschine verloren. (Man bedenke das Schicksal, das vielen Socken widerfährt…)

4. Stilleinlagen

Ich hatte mir schon in der Schwangerschaft Stilleinlagen genäht und muss sagen, sie haben mir wirklich gute Dienste geleistet, allerdings mit Einschränkungen:

  • zum Einen passen sie sich ab einer bestimmten Dicke des Frotteematerials nicht mehr so gut an die Brustform an, weshalb sie sich ein klein wenig durch T-Shirts etc. durchdrücken, wenn man keinen gefütterten BH trägt. Da ich anfangs aber sowieso noch sehr viel Zeit zu Hause verbracht habe, war das für mich völlig in Ordnung. 
  • zum Anderen ist die Saugfähigkeit begrenzt, gerade in der Zeit kurz nach der Geburt, wenn sich die Milchmenge noch etwas unkontrolliert ihren Weg nach draußen sucht, stößt eine Stilleinlage aus Stoff einfach schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. In diesem Fall habe ich sie einfach oft doppelt benutzt und auch das war in Ordnung, wenn ich zu Hause war. 

Als ich mir für “unterwegs”, wenn ich keine Auslaufsituation riskieren wollte, wirklich mal Wegwerfstilleinlagen gekauft habe, ist mir das Ausmaß an Müll, den man damit produziert, erst klar geworden: jede einzelne Stilleinlage ist extra verpackt und zusätzlich sind Klebestreifen mit entsprechendem “Gegenpapier” auf den Stilleinlagen aufgebracht. Vielleicht gehen andere Marken für Wegwerfstilleinlagen anders mit der Verpackung um, aber ich habe mich dann dazu entschieden, sie wirklich nur in Ausnahmesituationen zu benutzen und irgendwann hat sich dann der Milchfluss so eingependelt, dass ich weder meine selbstgemachten, noch die Wegwerfstilleinlagen brauchte. Die Stilleinlagen aus Frottee können einfach mit in die 60 oder 90 Grad Wäsche, somit sind auch Keime oder Ähnliches kein Thema. Jetzt könnte ich sie noch als Abschminkpads benutzen, aber eigentlich benutze ich sonst gar keine…. (siehe Punkt 3) mal sehen, was ich damit noch anstellen werde.

 

5. Windeleinlagen zum Stoffwickeln

Ähnlich wie bei den Stilleinlagen, habe ich mich schon in der Schwangerschaft dazu entschlossen, mit Mullwindeln zu wickeln. Ab und zu braucht es dafür allerdings einen extra Saugbooster (zum Beispiel nachts und unterwegs, wenn es gerade keine Wickelmöglichkeit gibt) und dafür sind aus Frottee zugeschnittene Einlagen, die man doppelt, dreifach oder vierfach faltet, eine super Alternative zu gekauften Einlagen. Die Herstellung ist immer dieselbe: Handtuch in gewünschte Form schneiden und versäubern (mit Overlock, Zickzackstich der Haushaltsnähmaschine oder von Hand) Beim Versäubern darauf achten, dass der Stich eng, also mit kurzer Stichlänge, eingestellt ist. 

6. Monatshygiene

Ich habe schon vor längerer Zeit gesehen, dass es im Netz Anleitungen für selbstgemachte Slipeinlagen und Binden gibt. Ich hatte mich dann erst einmal für Menstruationstassen als nachhaltige Option für Tampons entschieden und das Nähprojekt (wie viele andere) auf später verschoben. Eigentlich braucht man aber auch bei Menstruationstassen ein Backup, weshalb es immer sinnvoll ist, trotzdem noch Slipeinlagen zu haben. Bei meiner Recherche zu dem Thema bin ich auf eine Seite gestoßen, die ein schlaues Schnittmuster inklusive Anleitung zur Verfügung stellt und auf der man auch fertige Einlagen aus Stoff kaufen kann, falls man keine Lust auf Nähen hat.

Dort gibt es aber auch andere tolle und liebevolle Informationen zum Thema Monatshygiene. Und warum teile ich das hier als 6. Punkt zum Thema alte Handtücher? Weil die in fast jeder Nähanleitung eine entscheidende Zutat für Binden und Slipeinlagen sind 😉

7. Fingerling 

Für die ersten Schneidzähnchen beim Baby eignet sich zum Putzen ein Fingerling aus Frottee ganz gut. Man kann das Baby beim Putzen in den Arm nehmen und hat ein gutes Gefühl für Druck und Zahn des Babys. Ich hatte allerdings keinen Anbieter  für Frottee Fingerlinge gefunden, deshalb habe ich selbst einen genäht. Einfach an den (schon fertigen Rand) eines alten Handtuchs oder Waschlappen die gewünschte (Finger)Länge und Breite nach oben einzeichnen und an einer langen Seite direkt so spiegeln, dass Du nur noch oben die Rundung und eine der beiden Seiten mit Zickzackstich zunähen musst. Kalkuliere die Fingerbreite im Zweifel anfangs etwas breiter, wegnähen und -schneiden kannst Du immer noch.

8. Lätzchen

Für meine Tochter verwende ich einfach Geschirrhandtücher als Lätzchen, aber mir ist neulich eingefallen, dass man auch dafür alte Handtücher verwenden könnte. Einfach ein Lätzchen als Schablone benutzen, ausschneiden und die Kanten versäubern oder mit Schrägband einfassen und oben einen Druckknopf oder Klettverschlusselemente anbringen, fertig. Der Verzierung durch zum Beispiel Besticken sind natürlich wie immer keine Grenzen gesetzt 😉 Eine kleine Anleitung findest Du unten in einer Swipe-Show.

 

9. Backhandschuhe

Auch Backhandschuhe lassen sich super leicht mit alten Frotteehandtüchern nähen, die Dicke kannst Du selbst bestimmen und wenn Du magst, verwendest Du einen anderen Stoff als äußere Stofflage. Ich habe für meine Handschuhe eine kaputte Jeans verwendet. Ich habe die untere Kante der Handschuhschablone jeweils bündig mit dem Handtuch und dem Bund der Jeanshose abschließen lassen, so habe ich mir gleich die Bearbeitung dieser Kanten gespart. Die einzelnen „Schichten“ habe ich auch nicht noch einmal zusammengenäht – außer natürlich am äußeren Rand- somit kann ich beim Anziehen auch noch einmal die gewünschte Dicke, die dann an meiner inneren Handfläche liegt, steuern. Mal brauche ich vielleicht drei Frotteelagen, mal nur eine…

Als Vorlage kannst Du entweder einen schon vorhandenen Backhandschuhe benutzen oder diese hier.

Die Anleitung findest Du auch hier wieder in Form einer Swipe Show:

10. Seifenablage

Auch als Seifenablage eignen sich in Form geschnittene und versäuberte Handtücher super, denn die Seife kann darauf schön abtrocknen.

11. Kuschelbär

Last but Not least…. aus Frottee lässt sich natürlich super ein Kuscheltier nähen. Bei meinen weißen Handtüchern fiel mir gleich eine Seerobbe oder ein Eisbär ein. Und da ich bei Bären eher eine Vorstellung von dem erforderlichen Schnittmuster hatte, wurde es dann ein Bär 🙂 Die Vorlage könnt ihr euch hier herunterladen.

Bei Kurzsichtigkeit des Bären auch gerne noch eine Brille aus Draht basteln. 😉 Der Schal ist ein abgeschnittener Ärmel eines kaputten Unterziehshirts von mir.

 

Die Anleitung findest Du auch hier wieder in Form einer Swipe Show:

Ich hoffe, ich konnte Dich zu dem einen oder anderen Upcycling Projekt inspirieren. Wenn Du selbst schon andere Dinge aus alten Handtüchern gemacht hast, schreib es mir gerne unten in einen Kommentar, ich bin total neugierig! 

 

Holz und Hygiene – von Keimen in der Küche…und im Mund

…in der Küche:

Als ich mit 19 von zu Hause auszog, habe ich ein Glasschneidebrett mitgenommen, das bei uns noch so rumflog. Plastik fand ich schon sehr früh sehr doof und so war ich super happy, so eine hygienische plastikfreie Schneidebrettlösung in meinem Besitz zu wissen. Als ich dann umgezogen bin und das Schneidebrett in Benutzung war, merkte ich, dass es sich darauf gar nicht so toll schneiden ließ. Das wurde durch meine spätere Recherche zum Thema Schneideunterlagen bestätigt: dass es Messern nämlich schadet, wenn damit auf Glas geschnitten wird. Hm..ok, dann also doch wieder zurück zu den Holzbrettchen. Ich hatte das Thema dann irgendwie für mich abgehakt und habe mir nichts weiter dabei gedacht, rohes Fleisch im Wechsel mit Obst und Gemüse auf ein und demselben Brettchen zu schneiden – natürlich nicht direkt hintereinander, sondern nach schrubben mit Seife und zwischendurch trocknen lassen – und musste bisher auch keine Magenverstimmung oder Schlimmeres vermelden, was auf diese Art der Essenszerkleinerung zurückzuführen gewesen wäre. Nur Zwiebeln und Knoblauch würde ich nicht vor Obst auf demselben Holzbrett schneiden… außer man findet Ananas mit Zwiebelaroma spannend.

So schnitt ich also frei und fröhlich auf meinen Holzbrettchen und immer wenn ich irgendwo zu Besuch war und zerfurchte und zerfranste Plastikbrettchen in Benutzung gesehen habe, habe ich gefragt, ob denn Holzbrettchen nicht eine schönere/nachhaltigere/gesündere Alternative wären. Die Antwort war meistens:

„ Holz ist unhygienisch.“

So richtig konnte ich das nicht wiederlegen, ich hatte ja keine Ahnung, ob Holz nun tatsächlich unhygienischer war, als ein zerfurchtes Plastikbrettchen, also habe ich dazu nichts weiter gesagt. 

Heutzutage gibt es jede Menge Gründe GEGEN Plastik, aber der hygienische Aspket, der FÜR Holz spricht, kam mir bisher in der Argumentation irgendwie zu kurz, bzw. habe ich ihn nicht gefunden. Bis ich das Buch „Die sanfte Medizin der Bäume“ von Erwin Thoma gelesen habe.* Erwin Thoma ist eine, wie ich finde, tolle (Unternehmer-) Persönlichkeit. Er hat schon viele Bücher geschrieben, die ich nach und nach noch lesen möchte. In dem oben erwähnten Buch, das er mit einem Mediziner geschrieben hat, teilt er sein Wissen (und das seines Großvaters) zur positiven Wirkung von Holz und Bäumen auf den Menschen. Und in diesem Buch habe ich dann u. A. endlich die Argumentation für Holz als Schneidebrettchen gefunden! Sogar wissenschaftlich belegt! Das hat mich so gefreut, dass ich mir gedacht habe, das müssen unbedingt noch mehr Menschen erfahren, damit Holz endlich wieder die Wertschätzung erfährt, die es verdient…nicht nur in Bezug auf Schneidebrettchen.

Letztlich sind es zwei Aspekte, die Holz zu einem wunderbaren Material gegen Keime und Bakterien machen:

1. Der Entzug der Lebensgrundlage von Bakterien, indem es Wasser aufsaugen kann.

In wissenschaftlichen Versuchen wurde beobachtet, wie sich die Keimzahl auf verschiedenen Oberflächen entwickelt, nachdem ein Tropfen Wasser mit Keimproben auf die jeweilige Oberfläche fällt:

  • Nach 2 Stunden ist die Keimzahl auf Glas, Metall und Kunststoff immer noch gleich hoch, während sie sich auf Holz schon auf bis zu 25% reduziert hat.
  • Nach 24 Stunden sind auf den Holzoberflächen 85-90% aller Keime und Bakterien verschwunden.
  • Nach 48 Stunden ist das Holz wieder sauber (ohne dass es jemand gereinigt hätte).
  • Bei Glas dauert dieser Prozess ungefähr 100 Stunden und bei Kunststoff ca. 200 Stunden.

Der Grund dafür ist die poröse und strukturierte Oberfläche des Holzes, also genau das, was früher als Argument gegen die Benutzung von Holz z.B. in der Küche gesprochen hat. Durch seine Struktur kann Holz Wasser blitzschnell aufsaugen und den Bakterien und Keimen wird somit schlicht und einfach ihre Lebensgrundlage entzogen. Auf einer glatten Oberfläche kann Feuchtigkeit nicht weggesaugt werden, sie kann nur verdunsten, was wesentlich länger dauert. Wenn ein Kunststoffbrettchen dann schon ein paar Gebrauchsspuren vorweist und von Messerschnitten zerfurcht ist, dann kann die Feuchtigkeit sich in den Rillen noch besser halten. Sie wird ja nicht weggesaugt wie beim Holz. Holz hat aber noch einen Ass im Ärmel, wenn es um die Vernichtung von Keimen geht: 

2. Inhaltsstoffe im Holz, die gegen Bakterien und Keime wirken

Holz enthält auch chemische Waffen, die es gegen Bakterien und Keime einsetzen kann. Drei Hölzer sind dabei dem Kunststoff überlegen: Die Tannine in Kiefer und Lärche, sowie die Gerbsäure in Eichenholz wirken konservierend und desinfizierend. Die Untersuchungsergebnisse der anderen Hölzer fallen zumindest nicht schlechter aus, als die von Kunststoff.

Die mechanische Oberflächenbehandlung des Holzes, also ob aufgerauht oder glatt, spielt dabei so gut wie keine Rolle. Sehr wohl spielt aber eine Rolle, ob das Holz lackiert, lasiert oder sonstwie mit Fremdstoffen bepinselt oder behandelt wurde. Mit jedem Fremdstoff, der auf Holz dauerhaft aufgebracht und versiegelt wird, verringert sich auch die antibakterielle Wirkung. Auch Fette und Öle gehören dazu.

Vergleichend hat man dann auch noch einmal den Versuch mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln durchgeführt und auch hier wieder nach bestimmten Zeitintervallen untersucht, wie sich die Keimzahl verändert. Der klare Gewinner war hier das Kiefern-Kernholz, bei dem schon nach 10 Minuten praktisch keine Keime mehr nachweisbar waren. Auf Fliesen und Kunststoffen dauerte es immerhin 30 Minuten. 

„Zusammenfassend kann aus wissenschaftlicher Sicht gesagt werden, dass Holzoberflächen im Innenausbau von Räumen mit gehobenen hygienischen Anforderungen im Vergleich zu bisher verwendeten Materialien wie Kunststoff, Fliesen, Glas und Metall mindestens gleichwertig oder sogar überlegen sind. Die durch ihre Inhaltsstoffe besonders antibakteriell wirksamen Hölzer Kiefernholz, Lärche und Eiche können darüber hinaus sogar Reinigungs- und Desinfektionsmittel einsparen bzw. Reinigungsintervalle verlängern und ggf. reduzieren. So weit die wissenschaftliche Formulierung.“

aus “Die sanfte Medizin der Bäume” von Maximilian Moser und Erwin Thoma, S. 104 ff*

 

Eine ganz persönliche Erfahrung, die ich immer mal wieder mit meiner unbehandelten Küchenarbeitsplatte mache, bestätigt diese vorher genannten Beobachtungen aus der Wissenschaft: Manchmal passiert es mir, dass ein stark rötlich färbendes Lebensmittel auf der Arbeitsplatte ausläuft/stehen bleibt/ vergessen wird oder ähnliches. (Stichwort: Gefrorene Heidelbeeren)  Dann entsteht immer ein furchtbarer Fleck und in Gedanken sehe ich mich dann schon immer das Schleifgerät holen. Zu meiner großen Verwunderung verschwinden diese Flecken aber nach einiger Zeit von ganz alleine. Das geht umso schneller, je kürzer die ungewollte „Einwirkzeit“ auf dem Holz war. Das passiert auch ohne eifrige Putzaktionen meinerseits. Ich wische lediglich im Rahmen der ganz normalen täglichen Spülsessions mit dem Lappen ohne Druck über die Arbeitsfläche.

 

…im Mund:

Ein anderes Beispiel für die für den Menschen nützlichen und schon lange genutzten Vorteile von Holz findet sich in der Zahnhygiene. Im arabischen Raum wird zum Beispiel schon sehr lange der Miswakzweig für die Reinigung der Zähne verwendet. Wenn man das Ende eines Zweiges anbeißt, fächert er wie ein kleiner Pinsel auf und kann so als natürliche, plastikfreie Zahnbürste verwendet werden. Das Miswakholz hat extrem viele Inhaltsstoffe, die gesund für die Zähne, das Zahnfleisch und die Mundflora im Allgemeinen sind. Auch in Europa hat man vermutlich früher Weidenzweige zur Zahnreinigung verwendet. 

 

Enthalten sind im Miswak: natürliche Fluoride mit nützlicher Wirkung als Strukturelement unseres Skeletts und der Zähne, Silicium – unersetzlich für die Erhaltung von Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Haare, Nägel, Zähne und Calciumsulfat – das ist wichtig beim Aufbau von Knochen und Zähnen.

Die Gipskristalle dienen im Miswak als Putzkörperchen. Sie helfen, den fest anhaftenden Schmutz von den Zähnen zu lösen.

Weitere Inhaltsstoffe sind Tannine (Tannine sind verantwortlich für den etwas bitteren Geschmack, wirkt beruhigend auf Schleimhäute, beschleunigen Heilungsprozesse bei Verletzungen und hemmen Entzündungen), Saponine, Vitamin C, Flavonoide (stärken das Immunsystem, beugen bestimmten Krebsarten vor, regulieren den Blutdruck und hemmen Entzündungen).

Miswak ist in Bezug auf Hygiene und Putzwirkung wissenschaftlich häufig untersucht und stets bestens bewertet.

aus: https://www.swak.de/was-ist-die-swak/miswak/*

 

Eine Firma (Swak*) hat die positiven Eigenschaften des Miswakzweiges mit dem heutigen „Zahnputzkomfort“ verbunden und die “Swak” erfunden. Das ist eine „Zahnbürste“, in die ein kleines Stück des Miswakzweiges hineingedreht wird, quasi als „Zahnbürstenköpfchen“. Mit der kann dann jeder Zahn einzeln geputzt werden. Wenn der Miswakzweig dann abgenutzt ist, wird er einfach zum Biomüll gegeben und ein neues Stückchen kann eingedreht werden. Es ist also auch gleichzeitig die beste (und einzigste?) Zero Waste Zahnbürste, die ich kenne. Wenn man den Miswakzweig allein benutzt, braucht man noch nicht einmal den Bürstenhalter.

 

 

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag endgültig eine Lanze für das Schneidebrettchen aus Holz brechen und vielleicht noch für viele Dinge mehr aus Holz. Denn die oben genannten Aspekt zum Thema Hygiene sind nicht die einzigen Kompetenzen von Holz in Bezug auf den Menschen und seine Umwelt. Es gibt noch so viel mehr über die Fähigkeiten unserer Bäume, über Holz und die Medizin der Natur zu entdecken. Ich habe letztes Jahr mit meiner Familie ein Wochenende in dem Baumhaus von Erwin Thoma verbracht. Seitdem will ich am liebsten selbst ein Tiny House aus Holz100 bauen und maximal zum Waldbaden wieder herauskommen… aber das ist eine anderes Thema…

 

 

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir verlinkten Unternehmen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.

 

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Warum Schubladendenken Deinen Alltag erleichtert

Ich habe mich schon so oft darüber geärgert, dass klassische Kleiderschränke nicht dazu gemacht sind, effizient hängende UND liegende Klamotten zu beherbergen. Während hängende Teile mindestens eine Tiefe von 50 cm brauchen (außer man hängt sie frontal in mehreren Blöcken), brauchen liegende Klamotten auf den Regalböden doch eher nur eine Tiefe von 30 cm. Um die “brach” liegenden 20 cm der Regalböden zu nutzen, müsste man also irgendwie in “zweiter Reihe” stapeln, was nicht gerade zur Übersichtlichkeit und Ordnung im Kleiderschrank beiträgt. 

Marie Kondo hat mich in ihrem Buch “Magic Cleaning” auf eine Idee gebracht, die seitdem Einzug in mein Schlafzimmer und sogar in meine Küche (aber dazu später mehr) gehalten hat: so viele Klamotten wie möglich als stehende Päckchen in Schubladen aufzubewahren. Das hat zwei immens große Vorteile gegenüber dem Stapeln auf Regalböden:

1. Du siehst auf einen Blick, was Du hast. Das ist sehr entspannend.

2. Du kannst leichter Ordnung halten, weil das Herausnehmen und Zurücksortieren viel einfacher geht. 

Das kannst Du auch völlig losgelöst vom Gedanken des Ausmistens umsetzen, obwohl ich finde, dass Ausmisten sich bei der Gelegenheit geradezu aufdrängt. Hier ein paar Tipps aus meiner nun, glaube ich, schon fünf Jahre andauernden Päckchenpack-Praxis:

  1. sortiere auch in den Schubladen nach Kategorien, also alle Oberteile zusammen, Unterwäsche zu Socken etc.
  2. die Bekleidung, die Du am häufigsten brauchst, sollte am Einfachsten zu erreichen sein  
  3. falte so, wie es für Dich am Einfachsten ist, Du sollst nicht nach jeder gewaschenen Wäsche ein YouTube Video für die Faltanleitung zur Hand nehmen müssen. 
  4. manche Teile sind einfach so klein und weich, dass sich daraus nicht so stabile Päckchen falten lassen, in dem Fall ist es sinnvoll, kleinere Kartons als Trennhilfen zu benutzen oder siehe Punkt 5
  5. nicht alle Päckchen müssen wirklich für sich und von alleine stehen können. (in diesem Punkt bin ich nicht ganz so penibel wie Marie Kondo) Meistens sind ja noch viele andere Päckchen in der Schublade und alles stützt sich gegenseitig
  6. richtig große und dicke Bekleidung, wie z.B. Winterpullover sind immer noch am besten auf dem Regalboden im Kleiderschrank aufgehoben. Solche Artikel nehmen einfach extrem viel Platz in der Kommode weg, sind aber voluminös genug, um auf einem Regalboden im Kleiderschrank nicht für Wirrwarr zu sorgen. 
  7. Du musst Dich nicht stressen, alles in Päckchen packen zu müssen. Hemden und Blusen oder auch Kleider sind immer noch am besten auf einem Kleiderbügel aufgehoben. 
  8. Probieren geht über Studieren! Dein Kleidungsstück zeigt Dir, ob es lieber hängen oder als Päckchen gefaltet werden will. Wenn es einfach geht, dann ist es richtig.
  9. falls Du keine oder nicht so viele Kommoden hast, dann kannst Du vielleicht in Deinem Kleiderschrank Regalböden gegen Schubladenelemente austauschen? Ich denke da z.B. an die Kleiderschranksysteme des schwedischen Möbelhauses…
  10. als wahrer Ordnungsjunkie wirst Du Deine Klamotten natürlich nach Farbe sortieren.

Die Schublade oben beherbergt fast alle meine Oberteile und ich möchte betonen, dass ich, bevor ich das Foto gemacht habe, NICHT extra aufgeräumt habe. Es fällt einfach viel leichter, mit der Päckchenmethode Ordnung zu halten, als wenn alle Oberteile übereinander gestapelt auf dem Regalboden im Kleiderschrank liegen würden.

Ich habe diese Systematik auch in meiner Küche angewandt. Der Stauraum in meiner Küche ist nämlich auch eher sehr simpel durch Regalböden gelöst, ich besitze keine Einbauküche, die ja heutzutage fast nur noch aus Schubladen bestehen. (Ein Beweis für die Sinnhaftigkeit von Schubladen!) Hier habe ich mir geholfen, indem ich für meine Lebensmittel und andere “Themen” leere Kartons aus dem Supermarkt mitgenommen habe. Beschriftet und nach Thema befüllt, kann ich sie ganz einfach ein Stück herausziehen und habe auch hier alles im Blick und griffbereit. 

So, und jetzt viel Spaß beim Päckchen packen!

Falls Dich dieser Artikel dazu inspiriert hat, Deine Kleiderschranksystematik etwas umzugestalten, würde ich mich riesig über Dein Feedback freuen! 

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Bring frischen Wind in Deinen Kleiderschrank! Von klassisch zu verspielt sommerlich – Upcycling einer Bluse

Jeder Sommer hat auch Regentage. Perfekt, um sich in dieser Zeit auf die nächste Hitzeperiode vorzubereiten – mit einem Blusen Upcycling! Ich wette, Du hast auch einige Blusen in Deinem Kleiderschrank, die Du gar nicht oder nur ganz selten (der Quote wegen) anziehst. Was, wenn Du aus einem dieser Kleiderschrankpenner wieder einen Renner machst? Blusen (oder auch Männerhemden) eignen sich super, um daraus neue Kleidungs- und Lieblingsstücke zu machen.

Die Bluse aus diesem Beitrag ist von meiner Oma. Die Oma, die Du vielleicht schon in meinem Beitrag über die Blumen für die Wand auf dem Schwarz- Weiß Foto gesehen hast. Ich habe überlegt, ob ich Dir kurz über die Hintergrundgeschichte berichte, da sie eigentlich traurig ist. Und Trauriges will man ja eigentlich nicht lesen. Aber ich erzähle es doch, denn es würde mir komisch vorkommen, wenn ich es nicht täte. Meine Oma ist Anfang letzten Jahres gestorben. Sie ist sehr alt geworden und der erste Mensch in meinem nahen Verwandten- und Bekanntenkreis, von dem ich mich für immer verabschieden musste. Als es dann darum ging, dass ihre Wohnung aus- und aufgeräumt werden musste, habe ich sofort meine Hilfe angeboten, da ich natürlich wusste, dass ich Schätze finden würde, die es zu retten galt. Im Kleiderschrank habe ich dann ein paar Dinge gefunden, von denen ich mir vorstellen konnte, dass ich sie noch für das eine oder andere Upcycling Projekt verwenden könnte. Ich bin auf jeden Fall glücklich, dass ich nun teilweise sogar die Sachen meiner Oma weitertragen kann, das gibt mir ein tolles Gefühl! So ist sie immer noch ein bisschen mehr bei mir.

So, nun aber genug der Vorworte, auf geht’s zum Nähen! Damit ihr euch in der Anleitung nicht verliert und je nachdem, welche Anpassungen ihr machen müsst oder überspringen könnt, hier eine kleine Inhaltsangabe

1. Vorbereitung – Schnittanpassung

Schönheitskorrekturen

Passform optimieren

Nähbasics: Abnäher nähen

Armloch anpassen – Schultern schmaler machen

2. Ärmelschnitt konstruieren  – Volants

3. Ärmel einnähen und Kantenverarbeitung

Nähbasics: Kantenverarbeitung bei runden Stoffteilen

1. Volant einnähen

2. Volant einnähen

Armlochkante versäubern

1. Vorbereitung – Schnittanpassung

Schönheitskorrekturen

So sah sie aus die Bluse, ich hätte fast vergessen, ein Foto von der Stickerei, die oben rechts auf Brusthöhe angebracht war, zu machen, deshalb siehst Du sie hier nur in Nahaufnahme und schon teilweise aufgetrennt. Zum Thema Stickerei abtrennen kann ich nur sagen: Obacht! ganz schnell hat man in den Stoff geschnitten oder die Gewebefäden verletzt. Gerade industriell gefertigte Stickereien sind unglaublich fest und dicht, da muss man Geduld haben, ansonsten macht man schnell mehr kaputt, als man möchte. Nachdem die Stickerei dann entfernt war, hätte ich die Bluse eigentlich schon so belassen können. Ich wollte aber auch die Stickerei am Ärmel entfernen und da hat es eben nicht so gut geklappt. Dort sind zu viele Gewebefäden kaputt gegangen. Erst hatte ich überlegt, einen Patch drüber zu nähen, aber letztlich habe ich mich dazu entschlossen, etwas ganz anderes aus den Ärmeln zu machen, nämlich Volants!

Dafür mussten dann aber erst einmal die Ärmel ab- und aufgetrennt werden:

Hinweis zur Passform: Die Bluse oder das Hemd, das Du abwandeln möchtest, sollte Dir bereits schon recht gut passen und körpernah sitzen. Bei einer zu weit sitzenden Bluse oder Hemd würden die Volantärmel am Ende sonst eventuell komisch aussehen. Kleine Passformverbesserungen sind natürlich noch möglich:

Passform optimieren

Ein bisschen enger sollte meine Bluse noch werden, deshalb habe ich die Seitennaht neu abgenäht:

Hierbei solltest Du folgendes beachten: Grundsätzlich sollte beim Nähen einer neuen Seitennaht der Saum ein Stück aufgetrennt, die neue Seitennaht genäht, die Nahtzugabe versäubert und der Saum wieder umgenäht werden.

Wenn allerdings die Steigung des Saumes an der Seitennaht sehr steil wird, solltest Du den Saum besser nicht auftrennen, sondern einfach über den umgeschlagenen Saum bis zur Saumkante nähen. Das ist zwar nicht die eleganteste Variante, aber einfacher, als die “offizielle”.

Bei der offiziellen Variante müsstest Du die Nahtzugabe des Saumes wie auf dem Foto skizziert zuschneiden, also mit einer Schnittkante, die rechtwinklig zur späteren fertigen Saumline verläuft. Diese Weite brauchst Du beim Umschlagen des Saumes, wenn der Saum nicht im rechten Winkel zur Seitennaht verläuft, sondern schräg, wie in meinem Beispiel. Bei mir hat es auch ohne extra Zuschnitt gerade noch so gereicht, dass ich die Nahtzugabe für den Saum im Verlauf der Ecke mitfassen konnte.

Nähbasics: Abnäher nähen

Abnäher dienen dazu, einem Kleidungsstück den Körperformen und -rundungen anzupassen. Abnäher sind Stofffalten, die von der Schnittkante her abgenäht werden und in einem Punkt im Kleidungsstück auslaufen. Das sieht dann aus wie eine Tüte. In Blusen können Abnäher aus allen möglichen Richtungen kommen, das Wichtige ist, dass sie immer im oder in der Nähe des Brustpunktes, also der höchsten Stelle der Brust, enden.

Ich hatte bei der Anprobe das Gefühl, ein Abnäher, der aus dem Armloch kommt und dort ein bisschen Weite wegnimmt, kann nicht schaden. Am besten steckt man Abnäher direkt am angezogenen Kleidungsstück mit Stecknadeln ab. Es reicht, dies auf einer Seite zu machen.

Dann markiert man sich auf der linken Seite des Stoffes die zusammentreffenden Stoffkanten sowie den Brustpunkt und öffnet den Abnäher wieder.

Die Linien sind dann wahrscheinlich etwas krumm und schief aber das Wichtigste sind drei Punkte: die beiden Punkte, die die Breite des Abnähers definieren und der Brustpunkt. Verbinde den Brustpunkt jeweils mit den beiden anderen Punkten. Da in meiner Bluse auch Taillenabnäher sind, habe ich das obere Ende des Taillenabnähers als Referenzpunkt für meinen Brustabnäher genommen. Ich habe auf demselben Blusenstreifen den Brustpunkt markiert, nur 6 cm weiter oberhalb.

Jetzt musst Du den Abnäher nur noch auf die andere Blusenhälfte übertragen. Das geht am Einfachsten, wenn Du beide Blusenhälften genau aufeinander legst und mit einem ganz kleinen Scherenschnitt in die beiden Abnäherpunkte im Armloch schneidest. Den Brustpunkt kopierst Du, indem Du eine Stecknadel durch beide Stoffhälften steckst (Achtung: nicht schräg, sondern senkrecht) und Dir mit einem Stift den Einstichpunkt auf der anderen Blusenhälfte markierst.

Oder Du misst alles ab (am besten von der Seitennaht aus), und überträgst die Maße auf die andere Blusenhälfte.

 

Dann nähst Du die Abnäher vom Armloch kommend zu und lässt die Naht auf den Brustpunkt hin auslaufen. In diesem Fall wird das Ende nicht vernäht, sondern die Fäden lang gelassen. Sichere das Ende mit drei Knoten und schneide die Fäden auf ca. 1 cm ab. Sollte sich der Abnäher nicht hundertprozentig so legen lassen, wie Du es geplant hast, dann variiere mit dem Legen der Falte etwas. Hauptsache, der Abnäher liegt glatt und wirft selbst keine Falten. Beachte aber, dass Du die gleiche Toleranz dann auch dem anderen Abnäher gibst.

Den Abnäher dann in Richtung Saum nach unten bügeln.

Es kann sein, dass der Verlauf des neuen Armlochs dann etwas ungleichmäßig ist. Am besten achtest Du schon beim Abstecken am Anfang darauf, dass der neue Armochverlauf durch den Abnäher keine “Stufen” hat. Ich habe mein Armloch am Ende mit der Schere begradigt.

Armloch anpassen – Schultern schmaler machen

Es kann ein, dass die Schultern Deiner Bluse etwas zu weit sind, so wie bei mir. Zeichne in dem Fall einfach eine neue Linie im Vorder- und Rückenteil der Blusen und passe das Armloch so an. Pass auf, dass Du nicht zu viel wegschneidest. Das weggeschnittene Teil der einen Seite kannst Du dann als “Schablone” für die andere Seite benutzen.

Jetzt sind alle Passformanpassungen gemacht und wir können mit dem Ärmel weitermachen!

2. Ärmelschnitt konstruieren – Volants

Grundsätzlich soll der Ärmel am Armloch glatt angenäht werden können, also die gleiche Weite wie das Armloch selbst haben. Zum “Ärmelsaum” hin sollte er dann maximale Weite bekommen. Dafür ist als Grundkonstruktion ein Kreis ideal.

Der erste Kreis entspricht dem Umfang Deines Armlochs (Schnittkante des Armlochs von Vorder- + Rückenteil). Ich wollte, dass die Volants im unteren Armlochbereich schmaler werden und ein Stückchen vor der Seitennaht enden, deshalb habe ich von meinem gemessenen Armlochumfang 10 cm abgezogen. Diesen habe ich dann zur Radiusberechnung verwendet.

1. Kreis: Nachdem Du Deinen Radius mit der Formel Radius = gewünschter Armlochumfang / 2∏ errechnet hast, zeichnest Du mit dem Zirkel einen entsprechenden Kreis.

Der zweite Kreis entspricht dann der Volantbreite plus Nahtzugaben.

2. Kreis: Dann addierst Du zum Radius des ersten Kreises Deine gewünschte Volantbreite + 1-2 cm Nahtzugabe (an Armloch und an der Volantkante jeweils 0,5 -1 cm) und zeichnest den zweiten Kreis mit demselben Mittelpunkt.

Beachte auch, dass der Stoff, den Du von Deinem aufgetrennten Ärmel zur Verfügung hast, eine begrenzte Fläche ist, die es gut auszunutzen gilt. Überlege Dir vorher, ob Du z.B. nur einen Volant als Ärmel haben möchtest oder zwei, so wie ich. Auch deshalb habe ich den Armlochumfang etwas reduziert, da ich befürchtet hatte, sonst nicht genügend Platz auf dem Stoff des Ärmels zu haben.

Da ich einen Volant wollte, der sich zum Armloch hin verjüngt, habe ich die entsprechende Form in den Schnitt eingezeichnet (rot umrandet). Du kannst dabei das Papier horizontal in der Mitte falten, dann musst Du nur eine Hälfte zeichnen und beide Hälften sind nach dem Ausschneiden symmetrisch.

Dann schneidest Du also Dein Schnitte zu und legst es (am besten im Fadenlauf, also parallel zur Webkante) auf Deinen alten Ärmel:

Meinen zweiten Volant wollte ich nicht genau gleich zuschneiden wie den ersten. er sollte etwas weiter in das Armloch hineinlaufen und dafür aber eine schmalere Volantbreite haben. Ich habe also meinen Schnitt noch einmal angepasst. (Dabei das Schnitzel wieder zur Hälfte falten)

  1. weiteres Armloch: Je mehr Fläche vom inneren Kreis weggenommen wird, desto länger wird die innere Schnittkante (rot), das heißt desto weiter kann der Volant in das Armloch hineinlaufen
  2. schmalere Volantbreite: dadurch, dass ich vom inneren Kreis etwas wegnehme reduziert sich automatisch auch die Volantbreite (schwarz)

Wie ihr hier seht, habe ich übrigens die Nahtzugabe in meinem Schnitt gar nicht beachtet. Wenn man nicht genau arbeiten muss, ist das in Ordnung. Mit Nahtzugabe lässt es sich am Ende aber leichter und genauer nähen.

Dann habe ich also das abgeänderte Schnittteil wieder auf den Ärmel gelegt, dieses Mal aber im  schrägen Fadenlauf (also 45 ° zum Fadenlauf), denn ich wollte, dass beide Volants etwas anders fallen und somit mehr “Walla- Walla” machen. Wie ihr seht, war das alles eine knappe Geschichte, ich hatte also keinen Platz für Nahtzugaben.

Dann hatte ich also vier Ärmelteile und nun geht es um die Frage: Wie versäubere ich die Volantkanten? Diese Frage solltest Du Dir beantworten, bevor Du die Volants in das Armloch einnähst, zumindest dann, wenn die Volantkanten in das Armloch hineinlaufen wie bei mir. Wenn Du einen normalen Volant, der überall die gleiche Breite hat, konstruiert hast, kann Du Dir darüber auch nach dem Einnähen in den Ärmel Gedanken machen. Auch bei der Kantenverarbeitung mit Spitze kannst Du zumindest den oben liegenden Volant auch erst zum Schluss in einem Rutsch mit der unteren Armlochkante “versäubern”.

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3. Ärmel einnähen und Kantenverarbeitung

Zuerst hatte ich die Idee, auf die Kanten Spitze oder schlichte Bänder zu nähen. Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich eine Umfrage bei Facebook und Instagram gestartet.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt nur jeweils einen Volant pro Ärmel zugeschnitten, weil ich mir erst über die Kantenverarbeitung und den noch zu benötigten Stoff im Klaren sein wollte. Das eindeutige Ergebnis der Umfrage war übrigens: Spitze! Ich habe also voller Tatendrang meinen zweiten Volant zugeschnitten, nur um dann festzustellen, dass….. mir die Spitze und auch das andere Band gar nicht für vier Volants reicht! Ich würde sagen, typischer Blogger-Anfänger-Fehler *räusper* Nun gut, die zwei Volants pro Ärmel waren mir letztlich wichtiger, als die Spitze und extra neue Spitze kaufen wollte ich nicht, denn ich möchte ja MORE out of l e s s machen und nicht etwas Neues kaufen, wenn es nicht wirklich nötig ist.

Nähbasics: Kantenverarbeitung bei runden Stoffteilen

Ich möchte euch gerne vier Varianten der Kantenversäuberung bei kreisförmigen Schnitteilen vorstellen:

1. Saum umnähen: das klappt nur sehr eingeschränkt und mit Fummelei, da die Schnittkante einer längeren Strecke, also mehr Stoff, entspricht als der Strecke 1 oder 2 cm innerhalb der Schnittkante (dorthin, wo sie ja umgeschlagen wird). Es ergibt sich also beim Umschlagen eine Mehrweite, dort, wo ihr dann den Saum festnähen wollt. Je größer die Nahtzugabe wird, desto schwieriger wird das Festnähen des Saumes ohne automatisch kleine Fältchen einzunähen.

2.  mit Aufnähen von Bändern die Schnittkante sichern und “verstecken”: diese Option war mein Favorit, bis ich gemerkt habe, dass ich nicht genug Bänder für vier Volants (zwei pro Seite) habe. Wenn Du Dich für diese Variante entscheidest, musst Du den breiteren , also später unten liegenden Volant VOR dem Einnähen ins Armloch mit dem Band versehen. Auf den “oberen”, schmaleren Volant wird erst NACH dem Einnähen ins Armloch die Spitze in einem Rutsch auf den Volant und die Kante des Armlochbereichs genäht.

3. den Saum mit dem Rollierfüßchen Deiner Nähmaschine umnähen: das ist eine Option, wenn die oberen beiden Optionen wegfallen und Du keine Overlock Maschine hast. Jede Nähmaschine hat ein Rollierfüßchen, damit lassen sich feine Säume wunderbar nähen. Bei Rundungen wird es auch damit etwas fummelig, aber nicht unmöglich. Ich habe es bei meinen Volants auch einmal probiert und das ist das Ergebnis:

Die Vorderseite sieht schön gleichmäßig aus und hat kaum Fältchen.

Die Rückseite ist etwas faltiger, da es schwierig wird, die Rundung in der Führung des Nähfüßchens zu behalten.

Die Ärmelkante hat durch diese Verarbeitung sogar etwas mehr Stand.

4. mit der Rollsaumfunktion der Overlock Maschine: das ist eine sehr einfache und saubere Option, die ich dann letztlich auch verwendet habe.

Wenn Du auch Streifen in Deiner Bluse hast, oder es eine eindeutige linke und rechte Stoffseite gibt, ist es wichtig, dies VOR dem Versäubern der Kanten zu beachten.

 

1. Volant einnähen:

Ich habe zuerst den kürzeren breiten Volant in das Armloch genäht. Dafür die Mitte des Volants markieren, dies habe ich als Ansatzpunkt für die Schulternaht verwendet (auch wenn das vordere und hintere Armloch nicht gleich lang ist). Dann am Armloch rechts auf rechts feststecken:

Ich hatte ja anfangs keine Nahtzugaben einkalkuliert. In diesem Fall ist es am besten, wenn Du die Spitzen des Volants einfach in die Nahtzugabe des Armlochs auslaufen lässt (meine rot gestrichelte Linie)

Wenn Du eine Nahtzugabe einkalkuliert hast, dann nähst Du die Volants einfach mit der kalkulierten Nahtzugabe ein und verriegelst an der Stelle, an der die Volantbreite mit 0 cm auf Deine Nahtzugabenweite trifft.

 

2. Volant einnähen:

Beim zweiten Volant markierst Du Dir ebenfalls die Mitte und nimmst diese wieder als Schulteransatzpunkt Deiner Bluse. Dieses Mal steckst Du den Volant links auf links am Armloch fest und nähst entweder genau in der vorherigen Naht oder etwas weiter daneben (Richtung Volant), damit man später die erste Naht nicht sieht.

Deine Nahtzugabe im Armloch müsste jetzt wie ein Sandwich aus drei Lagen bestehen: Volantsschnittkante – Armlochschnittkante – Volantschnittkante.

Armlochkante versäubern:

Jetzt versäuberst Du diese Schnittkante mit einem ZickZack Stich oder der Overlock Maschine.

Jetzt geht es noch darum, dass wir die Schnittkanten des unteren Armlochbereiches, die nicht später von den Volants verdeckt werden, so verarbeiten, dass Overlock- oder ZickZacknähte nicht mehr sichtbar sind. Ich habe mich für einen Schrägstreifen entschieden, den ich gerade noch so aus dem Ärmel zuschneiden konnte.

Dazu schneidest Du zwei Schrägstreifen (im 45° Winkel zur Webkante) zu. Die Breite sollte 4x Deiner Nahtzugabe, die Du für das Einnähen der Volants kalkuliert hast, entsprechen. Die Länge sollte so lang wie möglich sein, maximal natürlich Dein Armlochumfang. Achte darauf, dass der Schrägstreifen lang genug ist, um den unteren sichtbaren Armlochbereich abdecken zu können.

Die Kanten zur Mitte hin Bügeln, die Enden begradigen und dann noch einmal zur Hälfte bügeln. Für das Einnähen habe ich die “quick&dirty” Variante verwendet, d.h. der Schrägstreifen wird einfach nur um die zu versäubernde Kante geschlagen und fest genäht. Hierbei achte ich dann immer darauf, dass ich den Schrägstreifen nicht exakt auf die Hälfte bügele, sondern ca. ein Millimeter der unteren Kante zu sehen bleibt. Diese liegt beim Einnähen des Streifens unten, so bin ich mir sicher, dass ich den Schrägstreifen komplett mitfasse.

Danach bügelst Du die Volants nach außen und steppst sie knappkantig ab.

 

Und fertig ist die Verwandlung eurer Bluse von der Raupe zum Schmetterling!

Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen, ob die Anleitung verständlich war oder Du mit etwas Probleme hattest. Ich freue mich natürlich auch riesig, wenn Du ein Foto Deiner fertig verwandelten Bluse bei Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #schmetterlingundraupe postest.

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Nicht das Handtuch (weg)werfen! – Mach was Schönes draus! – Waschhandschuhe zum Verlieben!

Wie viele Handtücher braucht der Mensch wohl so? 2? 3? Oder sogar 4? Ich habe definitiv mehr! Und das, obwohl ich meinen Handtücherbestand schon seit Jahren nur noch auf eine Farbe (weiß) reduziert habe. Zu meiner Verteidigung möchte ich aber auch sagen, dass ich schon seit Längerem ein paar Projekte im Kopf habe, die ich aus alten weißen Handtüchern umsetzen möchte. Eines möchte ich Dir heute hier vorstellen: Waschhandschuhe. Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wann Du das letzte Mal Waschhandschuhe benutzt hast oder ob Du überhaupt je welche benutzt hast und wer so was denn heutzutage noch braucht. Ich glaube, sobald sich ein Baby ankündigt, wird das Thema bei einigen Müttern wieder aktuell. 😉

Und ich vermute, dass auch jeder Hautarzt uns Erwachsenen zu einmal mehr Waschen mit dem guten alten Waschlappen anstatt einer Ganzkörperdusche raten würde. Denn unsere Haut braucht gar nicht so viel Wasser und Seife, wie wir ihr heutzutage üblicherweise antun. Also greif einfach öfter mal zum Waschhandschuh, anstatt zur Duschbrause!

Erst wollte ich einfach nur Waschhandschuhe nähen, ohne Schnickschnack, ohne Deko. Aber dann dachte ich mir, dass es doch irgendwie ganz nett wäre, hätten die Waschhandschuhe irgend eine Stickerei oder Ähnliches, was sie auch für Kinder attraktiv macht.

Ich hatte ja vor, mich dem “Polygon” Trend zu widersetzen, aber als ich dann auf Pinterest über ein paar “Polygon Tiere” gestolpert bin, konnte ich nicht widerstehen. Du kannst natürlich auch “erwachsenere” Motive verwenden, der Fantasie sind, wie immer, keine Grenzen gesetzt. Wenn Du magst, kannst Du meine Vorlagen verwenden, Du kannst sie hier herunterladen. Bitte verwende sie aber nur für den privaten Gebrauch, da die Vorlagen nicht meiner Feder entspringen und ich sie nur “aufgearbeitet” habe, um sie gut als Vorlage benutzen zu können. Ich habe die Anleitung etwas gegliedert, Du kannst mit den unterstehenden Links schnell zum nächsten Arbeitsschritt springen:

Sticken vorbereiten

  1. Schneide alles weg, was Dir an dem alten Handtuch im Weg ist, also Bordüren, Ränder, etc.
  2. Überlege Dir zuerst, welche Abmaße Deine Waschhandschuhe haben sollen. Ich habe aufgrund meiner langen Hände das Fertigmaß 15 x 22 cm verwendet. Auf dieses Maß ist auch die Größe der Tiere in meiner Vorlage, die ihr hier herunterladen könnt, angepasst.
  3. Die Länge verdoppelt ihr und addiert dann noch zwei Mal eure gewünschte Umschlagbreite. In der Breite addiert ihr zwei Mal die gewünschte Nahtzugabe. Die fertigen Maße (da es ja nur ein Rechteck ist) markiert ihr euch dann einfach direkt auf dem Handtuch. Bei mir sind fünf Einheiten dabei herausgekommen. Ich hatte aber dann auch noch ein zweites Handtuch verwendet, so dass ich insgesamt neun Waschhandschuhe zu besticken hatte. 
  4. Nachdem alles ausgeschnitten ist, bügelt ihr alle Stofflagen einmal in der Hälfte, das hilft dann später bei der Platzierung der Stickvorlage.
  5. Die Stickvorlage grob ausschneiden und (unter Berücksichtigung der späteren fertigen Größe ohne Nahtzugaben) nach Wunsch auf dem Stoff platzieren.
  6. Ich hatte ewig überlegt, wie ich das Stickmotiv dann auf den dicken Frotteestoff bekomme und mir ist tatsächlich keine optimale Lösung eingefallen, da alle Transfer – Optionen auf dem dicken Frotteestoff  nicht sichtbar gewesen wären. Deshalb habe ich es mit einem Tipp einer Freundin ganz anders gemacht. Das funktioniert aber tatsächlich auch genau dann, wenn Du solch einfachen Grafiken verwendest, wie ich. Oder Du kannst so gut von Hand zeichnen, dass Du direkt auf den Frotteestoff malen kannst. Ich bin leider nicht so die Freihandkönigin, deshalb habe ich in jeden Kreuzungspunkt meiner “Polygon-Tier-Papiervorlage” ein kleines Loch hineingepiekst und dann mit einem Filzstift, dessen Tinte bei Wasserkontakt wieder verschwindet, durch die Löcher auf den Stoff übertragen. Ich hoffe, Du kannst Dir vorstellen, was ich meine.
  7. Somit hatte ich alle Verbindungspunkte auf dem Stoff markiert und da es ja nur gerade Linien sind, die verbunden werden mussten, konnte ich den Rest dann mit Augenmaß und Abgleich der Stickvorlage bewältigen. Wenn Du ganz sicher gehen willst, kannst Du die Punkte dann auf dem Stoff natürlich auch noch mit einem Markierstift verbinden. Dann den Stoff nur noch in einen Stickrahmen einspannen und schon kann es mit Sticken losgehen:

Sticken

Soweit ich weiß, benutzt man beim Sticken nicht unbedingt die komplette Garndicke, sondern teilt den Garnstrang noch einmal ab. (Zumindest habe ich es so als kleines Mädchen von meiner Oma gelernt ;)) Da ich aber auf dickem Frottee sticke und natürlich möchte, dass das Motiv gut zu sehen ist, habe ich das Garn, so wie es ist, verwendet. Ich habe mich für den Rückstich entschieden, den ich dann am Ende immer noch einmal mit dem Garn umwickelt habe. Was ich damit meine, siehst Du weiter unten:

  1. Hier die Rückstich- Technik: Du stichst an deinem gewünschten Anfangspunkt von der Stoffunterseite nach oben aus und in gewünschtem Abstand Richtung Sticklinie wieder in den Stoff ein.
  2. Dann stichst Du von unten nach oben im gleichen Abstand in Richtung der gewünschten Sticklinie wieder aus und stichst in die vorherige Einstichstelle nochmals ein.
  3. Von dort aus stichst Du von unten wieder mit dem gewünschten Abstand in Richtung Sticklinie aus und stichst in die vorherige Ausstichstelle wieder ein. Diesen Punkt 3 wiederholst Du so lange, bis Deine Sticklinie beendet ist, bzw. bis Du an einem Kreuzungspunkt angekommen bis. Dann stichst Du nur einmal wieder in Deine vorherige Ausstichstelle ein, so dass die Nadel unter Deiner Arbeit ist. Du kannst jetzt entweder mit Punkt 1 und einem gewünschten Stich von unten nach oben in eine neue Richtung starten oder Du stichst direkt weiter von unten mit dem Ausstich in einfachem Abstand in die neue Richtung. 
  4. Ich habe oben mal eine Skizze des Garnverlaufes in Queransicht erstellt. Wenn Du das Stickmotiv auf diese Art zu Ende gestickt hast, beginnt das Umwickeln der Sticklinie. Ich finde, dass die Stickkontur danach gleichmäßiger aussieht, Du kannst aber die Sticklinie auch schon so belassen, wenn Du magst. In diesem Fall das Stickgarn zum Beenden Deiner Arbeit auf der Stoffunterseite unter den anderen Fäden entlangführen und abschneiden. Knoten sind eigentlich nicht nötig.
  5. Das Umwickeln der Sticklinie findet nur auf der Oberseite der Arbeit statt. Du stichst aus der Arbeit aus (zu Beginn einer Linie) und führst den Faden immer von der gleichen Seite unter der Sticknaht hindurch.
  6. Pass bei Ecken auf, dass du in diese vorher noch einmal einstichst um die Optik der Ecke zu behalten, sonst ziehst Du mit dem Umwickeln optisch eher eine Rundung. Am Ende sieht eine umwickelte Sticknaht dann so aus: 
  7. Das Stickgarn zum Beenden Deiner Arbeit auf der Stoffunterseite unter den anderen Fäden entlangführen und abschneiden. Knoten sind eigentlich nicht nötig. So stickst Du das ganze Motiv und wenn es dann fertig ist, kann es ans Nähen gehen:

Nähen

  1. Falls Du Aufhänger möchtest, überlege Dir, wie groß die Schlaufe sein soll. Die gewünschte Länge verdoppelst Du und addierst noch zwei Mal die Nahtzugabe, die Du auch schon für die Längsseite des Waschhandschuhs selbst bestimmt hast. 
  2. Überlege Dir den gewünschten Abstand der Schlaufe zur oberen, später fertig genähten (!) Kante und addiere auch hier die vorher schon bestimmte Umschlagbreite des Waschhandschuhs hinzu. Die Länge “gewünschter Abstand zu fertigen Kante” + “Umschlagbreite” ist dann der Abstand der Schlaufe zu oberen noch nicht umgenähten Kante.
  3. Ich war leider zu voreilig und habe meine Rechtecke versäubert, bevor ich die Schlaufe angenäht hatte. Das machst Du besser und in einem Rutsch: also ZUERST die Schlaufe an der gewünschten Stelle auf der RECHTEN Stoffseite fixieren und DANACH zusammen mit dem Frotteestoff ringsum Dein Rechteck versäubern.
  4. Dann nähst Du die Waschhandschuhe an den Längsseiten mit der vorher bestimmten Nahtzugabenbreite zusammen und bügelst die Nähte auseinander.
  5. Dann nur noch die Umschlagbreite an der oberen Kante Umbügeln und feststeppen.             
  6. Dann nur noch auf rechts drehen und waschen, damit die Filzstiftpunkte wieder verschwinden. Ich habe meine Waschhandschuhe übrigens alle mal bei 90 Grad in der Maschine gewaschen und sie sind bisher alle heile geblieben.

Ich hoffe, die Anleitung war verständlich und ich konnte Dich ein bisschen inspirieren! Wie immer, freue ich mich über einen Kommentar, falls Dir die Idee oder der Beitrag gefallen hat. Viel Spaß! 

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