Ausmisten – füttere Deine Motivation mit diesen zwei Fragen!

Wenn Du denkst, Du müsstest mal ausmisten, dann wirst Du wahrscheinlich ständig daran erinnert. Von Dir selbst. Bewusst oder unbewusst.

Unbewusst, weil Dich jedes Mal beim Anblick Deines Zimmers/Regal/Ecke/Wohnung/Keller etc. ein ungutes Gefühl beschleicht. Diese weit entfernte Stimme, die sagt, dass Du Dich so viel toller fühlen würdest, wenn Du Dich doch endlich mal der Sache annehmen würdest.

Bewusst, weil die Stimme vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt und leise ist, sondern Dich jedes Mal anbrüllt, wenn Dein Blick auf das auszumistende “Areal” fällt.

Warum hast Du denn aber dann noch nicht ausgemistet, wenn Dir die Erkenntnis schon ins Gesicht gesprungen ist? Ich vermute, es ist derselbe Grund, der uns Menschen für gewöhnlich auch andere unangenehme Aufgaben weit weg von uns schieben lässt: die Aufgabe erscheint größer und unlösbarer als unsere Motivation oder unser Wille, sie in Angriff zu nehmen. Wir schieben tausend Fragen und Gründe vor, die der Erledigung der Aufgabe scheinbar im Weg stehen: “Wo soll ich überhaupt anfangen?” “Ich kann das doch nicht alles wegwerfen!” “Wohin dann mit all dem Kram?” “Aber da sind eben ganz viele Geschenke dabei, die kann ich sowieso nicht wegwerfen!” “Wenn ich einmal anfange, dann will ich es richtig machen, aber dafür fehlt mir die Zeit!”

Wir füttern unsere Zweifel und Ausreden, anstatt unsere Motivation, die Aufgabe anzugehen und zu lösen!

In meinem Beitrag “Stell Dir vor, Du liebst es auszumisten…” habe ich schon davon berichtet, was mich persönlich im Laufe der Zeit immer wieder motiviert hat, auszumisten. Bei mir funktioniert das super durch visuelle Inspiration: Wenn ich andere Wohnungen sehe, wenn ich durch Interior Feeds auf Instagram scrolle, dem schwedischen Möbelhaus einen Besuch abstatte oder sogar, wenn ich (alle paar Jahre mal) in einem teuren Hotel übernachte. Wenn ich in einem solchen Hotel ins Badezimmer gehe, fühle ich mich gleich wie in einem Spa. Dabei liegt es vermutlich nur daran, dass das Badezimmer so schön groß und aufgeräumt ist und die Handtücher so nett eingerollt in einem Körbchen stehen. Und tadaaaa: schon kann meine Seele entspannen, ganz einfach eigentlich…

Vielleicht funktioniert diese Art der Inspiration bei Dir aber nicht, weil Du Dich einfach nicht so für das Thema Einrichten interessierst? In diesem Fall (und natürlich auch generell) helfen Dir vielleicht die zwei unten stehenden Fragen weiter, die auch Marie Kondo (berühmter Ordnungs- und Ausmistcoach aus Japan) ihren Kunden zu Beginn ihrer Beratung immer stellt und die ich für sehr gutes “Motivationsfutter” halte:

1. Warum möchtest bzw. müsstest Du ausmisten? 

Ich könnte Dir jetzt zuvorkommen und antworten, dass Dir eine unordentliche Ecke, Schublade, Zimmer oder Schrank jedes Mal ein kleines bisschen Deiner Energie raubt. Jedes Mal, wenn Dein Blick dorthin fällt. Zumindest fühlt es sich für mich immer so an. Aber ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob das für alle Menschen so stimmt. Bei manchen habe ich das Gefühl, es sind die ausgeglichensten Menschen, die ich kenne, trotz des Chaos um sie herum. So jemand würde es also vermutlich gar nicht verstehen, warum er ausmisten sollte. Deshalb finde ich die Frage so wichtig: Warum möchstest Du ausmisten und möchtest Du überhaupt? Meistens liegen die Gründe auf der Hand, manchmal ist es nur ein leises Gefühl. Manchmal ist es vielleicht nur Dein Partner oder ein Familienmitglied und gar nicht Du selbst…?

Meiner Meinung nach gibt es neben den – ich nenne sie mal “Wohlfühlaspekten” – auch ganz viele pragmatische Gründe dafür, auszumisten. Vielleicht möchtest Du den unausweichlichen Umzug in eine noch größere Wohnung vermeiden oder eben nicht einen dieser Container mieten. Oder es ist Nachwuchs unterwegs und Du möchtest und kannst deshalb nicht sofort in eine größere Wohnung ziehen. Oder Du möchtest Dir ein Hobbyzimmer einrichten, um endlich wieder dem Hobby nachgehen zu können, für das Du Dir schon so lange nicht mehr Zeit genommen hast oder das Du vielleicht gerade wegen Platzproblemen nicht mehr weiter verfolgen konntest. Oder Du möchtest endlich wieder stolz Deine Freunde und Verwandten zum Essen zu Dir nach Hause einladen oder wieder ohne zu Stolpern durch den Keller laufen können. Vielleicht möchtest Du auch einfach nur mal wissen, von wem verdammt noch mal all die Klamotten in Deinem Kleiderschrank sind…

Mach Dir bewusst, warum Du ausmisten möchtest und halte die Gründe am besten schriftlich fest.

2. Was versprichst Du Dir vom Ausmisten?

Je nachdem, ob Du im großen Stil ausmisten möchtest oder nur Deinen Kleiderschrank – es könnte größere Auswirkungen auf Dein Leben haben, als nur ein befriedigendes Gefühl beim Öffnen der Schranktür… Überlege Dir deshalb, wie sich Dein Leben zum Positiven verändern könnte, wenn Du ausmisten würdest und halte auch das schriftlich fest. Wenn z.B. Nachwuchs unterwegs ist, heißt ein freies Zimmer mehr Privatsphäre für die Eltern und später für das Kind, ohne finanzielle Mehrbelastung, die eine neue und größere Wohnung mit sich bringen würde. Ein extra Hobbyraum bietet mehr Möglichkeiten, dem Hobby ungestört nachzugehen. (Wenn Du ebenso nähbegeistert bist, wie ich, dann weißt Du bestimmt, wie nervig es ist, wenn Du ständig die Nähmaschine auf- und abbauen musst, deshalb lässt Du sie im Zweifel da, wo sie ist: im Keller oder auf dem Dachboden.) Die Gelegenheit, Freunde wieder einladen zu können, verspricht vielleicht mehr Sozialleben und weniger Alleinsein, vielleicht auch mehr Selbstbewusstsein? Eine extra eingerichtete Ecke nur für Yoga lädt dazu ein, mehr Yoga zu machen und tatsächlich davon zu profitieren (mit Ruhe und Besinnung, anstatt nur Gymnastik zu machen). Wenn im Keller alles wieder zugänglich ist, erledigst Du auch andere halb fertige Projekte in der Wohnung oder im Garten, weil dann Werkzeug und Zubehör wieder leicht erreichbar ist oder weil Du dann weißt, was noch fehlt und besorgt werden muss. So hängen dann übrigens unerledigte Projekte oft untrennbar miteinander zusammen: weil eine Sache nicht erledigt ist, kann die nächste nicht fortgesetzt werden. Das ist bei der Steuererklärung und noch unsortiertem Papierkram nicht anders…

Ausmisten und die Beweggründe dafür sind meiner Meinung nach sehr individuell und ich glaube, dass jeder von uns anderes “Motivationsfutter” braucht. Manchmal kann auch ein Freund, Familienmitglied oder ein Ordnungscoach dabei helfen, die Beweggründe und damit auch die Motivation “herauszukitzeln”. Beim Ausmisten gibt es außerdem oft den „Der Hunger kommt beim Essen“ Effekt. Je mehr Du ausmistest, desto mehr WILLST Du ausmisten. Irgendwann läuft alles fast automatisch und macht sogar Spaß!

Ich hoffe, ich konnte Deinem Tatendrang zum Ausmisten etwas auf die Sprünge helfen. Dabei fällt mir noch ein ziemlich passender Werbespruch eines Baumarktes ein:

“Mach es fertig, bevor es Dich fertig macht!”

Dufte Säckchen – zum Entspannen, zum Verschenken und als Schutz für Deine Wollsachen

Du hast eine Hand voll Lavendel zu Hause, aber keine Nähmaschine? Oder nähst Du gar nicht so gerne, brauchst aber trotzdem etwas, um in der nächsten Saison Deinen Lieblingspullover auch ohne Mottenlöcher anziehen zu können? Oder hast Du Lavendel UND nähst gerne? Dann bist Du hier genau richtig! Ich zeige Dir neun verschiedene Lavendelsäckchen Varianten, da ist bestimmt eine nach Deinem Geschmack dabei. Du kannst die kleinen Säckchen auch für etwas ganz Anderes, wie Schmuck oder als Geschenkverpackung für Kleinigkeiten benutzen. Oder vielleicht schon ganz vorausschauend für einen selbst gemachten Adventskalender…? Außerdem erkläre ich Dir anhand von zwei Varianten (Doppelnaht oder mit Deinem Rollierfüßchen), wie Du Stoffkanten von feinen, durchscheinenden Stoffen schön versäubern kannst, ohne dass man eine Versäuberungs- oder Zickzack Naht sieht.

Lavendel ist eine meiner Lieblingspflanzen, wenn es um ätherische Düfte geht. Ich mag den Duft in Seifen oder Lavendelsäckchen und wenn ich irgendwo im Urlaub bin, kann ich fast nicht zurückreisen, ohne ein Lavendelsäckchen von dort mitzunehmen. Eigentlich wollte ich nur ein klitzekleines DIY mit einer Lavendelsäckchen Variante machen, denn ich kenne kaum einen Garten, in dem nicht mindestens ein kleiner Lavendelstrauch zu finden ist. Und vom Strauch zum gefüllten Lavendelsäckchen ist es gar kein weiter Weg. Natürlich sollte es auch ein “upgecyceltes” Säckchen werden, und je mehr ich überlegt habe, was ich denn zu einem Säckchen upcyceln könnte, desto mehr Ideen kamen mir. Aber nun ist es doch wieder ein sehr ausführlicher Beitrag geworden, dafür sind selbst für Nicht-Näher zwei Optionen dabei.

Denn auch wer nicht gerne näht, ist gut beraten, mindestens ein Lavendelsäckchen im Kleiderschrank oder in der Kommode aufzubewahren. Bei mir befindet sich mittlerweile in jeder Kommode, in der ich etwas aus Wolle oder Seide gelagert habe, ein Lavendelsäckchen. Seitdem muss ich Mottenlöcher nicht mehr fürchten. Probier’s mal aus!

Ganz am Ende des Beitrages verrate ich Dir noch, was ich sonst noch gerne mit Lavendel mache und zeige Dir eine Internetseite mit vielen weiteren interessanten Themen und DIYs zum Thema Lavendel.

Der Vorteil fast aller Säckchenvarianten in diesem Beitrag ist, dass Du die sie jederzeit mit neuem Lavendel befüllen und waschen kannst. Die Anleitungen sind nach Schwierigkeitsgrad von total leicht zu etwas kniffliger sortiert. Klicke einfach auf das Bild und Du kommst direkt zur Anleitung:

1. der Teebeutel

okay, hier gibt es nicht viel zu erklären, Teebeutel nehmen, Öffnung auf gleiche Länge abschneiden, befüllen und mit einem Band Deiner Wahl zubinden, fertig!

   

2. der Damenstrumpf

die Idee hierfür kam mir durch ein Tutorial für Kissenbezüge aus alten T-Shirts. Dort werden auch die Kanten in Fransen geschnitten und somit die Kante “zugeknüpft”. Alles ohne einen Nadelstich. Hier gehts übrigens zu dem Tutorial.

 

Nimm Dir einen im Schaftbereich noch gut erhaltenen Damenstrumpf (ich ziehe solche Strümpfe eigentlich gar nicht mehr an, hatte aber noch ein paar davon) und drehe ihn auf links. Um einen besseren Eindruck für die Proportionen zu bekommen, habe ich den Strumpf schon einmal dort zugebunden, wo ich ihn später auch zubinden würde. Die gewünschte spätere untere Kante habe ich mit Klebeband definiert und auf der Unterlage fixiert.

 

Dann schneidest Du den unteren Part so weit ab, dass die späteren Fransen noch lang genug sind, um damit ohne Fingerkrampf Knoten machen zu können. Zerschneide den Teil bis zum Klebeband in ca. 1 cm breite Streifen.

Dann verknotest du zuerst die jeweils benachbarten Streifen. Dann wird sich trotzdem noch ein Loch ergeben, wie auf dem Foto zu sehen. Deshalb verknotest Du danach auch die sich gegenüberliegenden Streifen miteinander. Gerade so fest, dass später keine Lavendelblüte mehr durchrutschen kann.

Dann kürzt Du alle Streifen auf ca. 1 cm Länge, drehst alles auf rechts, befüllst den Strumpf und schließt ihn mit einem Band Deiner Wahl, fertig!

3. der Fransige

Die Idee für das fransige Modell kam mir, als ich meine Stoffreste und alte Projekte durchwühlt habe und mir dieses Stück Stoff in die Hand gefallen ist, was schon ein bisschen aufgeribbelt war. Da dachte ich mir: wenn schon, denn schon! Diese Variante eignet sich vor allem bei gröberen Stoffen und wirkt am schönsten, wenn das Gewebe mit unterschiedlich farbigen Fäden gewebt wurde.

Du ziehst also so viele Schussfäden (horizontal verlaufend) aus dem Stoff, wie Du möchtest, legst den Stoff doppelt entsprechend der Länge, die später Dein Säckchen bekommen soll und ziehst auf der anderen Seite die gleiche Menge Fäden heraus. Wenn Du magst, kannst Du die Kante noch mit einem schmalen Zickzack Stich absichern. So gehen Dir nicht mehr Fäden verloren, als Du möchtest.

Dann legst Du Dir den Stoff rechts auf rechts und steppst das Säckchen an den Längskanten ganz normal mit ca. 1 cm Nahtzugabe ab.

Auch bei der Nachzugabe kannst Du es so machen, dass Du die Kettfäden (in vertikaler Richtung verlaufend) am Rand herausziehst und die danach noch stehengebliebene Nahtzugabe (mindestens 5 mm) wieder mit einem Zickzack Stich absicherst.

Dann nur noch die Nahtzugabe mit dem Fingernagel flach streichen, das Säckchen auf rechts drehen, befüllen und mit einem Band Deiner Wahl zubinden, fertig!

 

4. der mit einfachem Umschlag

Das ist wohl die klassische Lavendelsäckchen Variante. Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Du faltest also den Stoff links auf links quer in der Mitte, steppst die Längskanten gemäß Deiner kalkulierten Nahtzugabe ab und versäuberst sie. Danach drehst Du das Säckchen wieder auf rechts und drückst die Nahtzugabe mit dem Fingernagel flach (wenn Du ein Kantholz hast, dann natürlich bügeln).

Dann bügelst Du die obere Kante zwei Mal nach innen ein (gemäß der Nahtzugabenbreite, die Du vorher dafür kalkuliert hast). Jetzt musst Du deine Kante nur noch absteppen, das Säckchen füllen und mit einem Band Deiner Wahl zubinden, fertig!

 

5. das Taschentuch – mit Nähbasics: Doppelnaht/ französische Naht

Die Idee zum Taschentuch Upcycling kam mir, weil ich für das Lavendelsäckchen nach einem feinen schönen hellen Stoff gesucht hatte. Da ich aus Zero- Waste- Gründen keine Papiertaschentücher mehr benutze, habe ich die Stofftaschentücher meiner Omas reaktiviert. Das, was ich dann für das Upcycling benutzt hatte, hatte nicht so einen hohen ideellen Wert, weil es auch nur ein nie geöffnetes Geschenk einer Freundin an meine Oma war, weshalb ich keine Probleme hatte, es für das Lavendelsäckchen zu zerschneiden.

Der Vorteil hierbei ist, dass an ganz vielen Kanten die Stoffkante schon gesäumt, also “sauber” ist. Bei drei Lavendelsäckchen, die aus dem Taschentuch entstanden sind, brauchte ich also nur vier Stoffkanten versäubern. Ich habe hierfür die Doppelnaht, oder auch französische Naht genannt, verwendet, was mich direkt zu einem kleinen Nähbasics Exkurs führt. Aber ganz von vorne:

Du faltest das Taschentuch zuerst links auf links und schneidest es in die für Dich passenden Teile. Für mich sollten drei Lavendelsäckchen dabei herauskommen. Und dann geht es auch schon mit der Doppelnaht los.:

Nähbasics: Doppelnaht/ französische Naht

Diese Naht eignet sich super, wenn Du bei feinen und dünnen Stoffen auch auf der linken Seite deines Nähprojektes eine saubere Naht sehen möchtest. Das ist zum Beispiel bei sehr transparenten Stoffen von Vorteil, bei denen sonst unter Umständen die Versäuberung durch eine Overlocknaht oder einen Zickzack Stich durchscheinen würde.

  

Du legst Deine Stoffteile zuerst links auf links und nähst die entsprechende Naht. Entweder Du nähst mit z.B. einem Zentimeter Nahtzugabe und schneidest sie dann auf maximal 3mm zurück oder Du nähst die Naht direkt sehr knappkantig ab. Ich empfehle erstere Variante, denn dann ist die Schnittkante schön glatt und ohne abstehende Fäden. Die schon gesäumten Kanten des Taschentuchs werden jetzt noch nicht zusammengenäht!

Danach bügelst du die Nahtzugaben auseinander und drehst das Nähprojekt auf die linke Seite. die Stoffteile liegen jetzt also recht auf rechts aufeinander, so wie man normalerweise zwei Stofflagen miteinander verbinden würde. Die eben genähte Naht bügelst Du auch wieder platt und nähst die Stoffteile knappkantig ab, bzw. mit so viel Abstand, dass Deine nun innen liegende Nahtzugabe auf jeden Fall in der Absteppung verschwindet. Ich habe bei dem feinen Stoff nicht bis ganz zur oberen Kante genäht, sondern kurz davor aufgehört, damit sich die Kante an dieser Stelle nicht so “verknäuelt”.

Jetzt ist der Moment, in dem Du auch die anderen Längskanten (die ja schon eine saubere Kante haben) jeweils aufeinanderlegst und zusammennähst.

Die Säckchen nun alle wieder auf rechts drehen. Die sauberen Nahtkanten liegen nun alle innen. Wenn ein paar Fäden von der versteckten Nahtzugabe abstehen, diese vorsichtig abschneiden.

  

 

Die Säckchen bei Bedarf noch bügeln, befüllen und einem Band Deiner Wahl zusammenbinden, fertig!

6. der mit eingezogenem Bändchen, eine Seite offen

Mit Lavendel verbinde ich automatisch auch immer Leinen, deshalb musste mindestens eine Variante aus Leinen sein. Das, was ich hier verwende ist ein Stoffrest, von einer Aktion, bei der ich mein Bügelbrett neu bezogen habe. Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Dann beide Längskanten versäubern und den Stoff quer falten. Stoffseiten liegen rechts auf rechts. Eine der Längskanten komplett bis zur oberen Kante schließen. Bei der anderen Seite von der unteren Kante nach oben schließen, aber an dem Punkt, an dem die berechnete Breite für den Tunnelzug beginnt, stoppen und verriegeln.

  

Die Nahtzugaben auseinanderbügeln. Auch den Schlitz, der eigentlich nicht zusammengenäht wurde. Danach den Schlitzbereich klappkantig absteppen und die obere Kante versäubern.

Dann den Tunnelzug (oberer Bereich Tunnelzug + Nahtzugabe) gemäß Deiner berechneten Breite umbügeln.

Die Naht, mit der ihr den Tunnelzug absteppt, sollte genau auf der Höhe eures Schlitzendes liegen oder ein wenig darunter.

Dann nur noch auf rechts drehen, befüllen und ein Band eurer Wahl durch den Tunnelzug ziehen und festzurren.

 

7. der mit eingezogenem Bändchen, beide Seiten offen  – mit Nähbasics: Kantenversäuberung mit dem Rollierfüßchen

Wenn es ein Säckchen mit einseitiger Öffnung für ein eingezogenes Bändchen gibt, muss es natürlich auch eins mit zwei Öffnungen geben. Der Stoff hierfür kam von einem Stoffrest eines Rockes, den ich meiner Mutter vor vielen Jahren mal genäht habe. Ich finde ihn immer noch schön. An diesem Stoff wollte ich Dir die Möglichkeit der Kantenversäuberung mit dem Rollfüßchen Deiner Nähmaschine zeigen. So wie die Doppelnaht, ist das eine schöne Möglichkeit, Stoffkanten ordentlich zu versäubern, wenn der Stoff sehr durchscheinend und generell vielleicht zu fein für eine normale Versäuberungsnaht ist.

Der Zuschnitt ist der Gleiche, wie bei der Variante mit einseitiger Öffnung. Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Nähbasics: Kantenversäuberung mit dem Rollierfüßchen

Ich vermute, dass jede Nähmaschine so ein Rollierfüßchen hat. Damit könnt ihr super leicht Kanten von feinen Stoffen säumen. Die Kanten werden durch die Führung des Füßchens automatisch eingeschlagen und festgesteppt. Bei gerade verlaufenden Schnittkanten ist das sehr einfach. Bei Rundungen braucht man etwas mehr Übung, wenn die Rundung zu stark ist, ist es nur noch schwer möglich. Hier geht Probieren mal wieder über Studieren.

    

 

Die Längskanten sind jetzt “sauber”, jetzt fehlen nur noch die kurzen Seiten. Diese kannst Du ganz normal versäubern und den Stoff danach wieder in der Mitte gefaltet rechts auf rechts legen.

Beim Absteppen beider Längsseiten (stellt euch vor, der Stoff unten im Foto würde schon doppelt liegen, ich habe leider ein entsprechendes Foto vergessen) nur bis zu dem Punkt nähen, an dem die von euch berechnete Breite für den Tunnelzug beginnt. (rot markiert)

Wenn Du die Längskanten zusammennähst, achte darauf, direkt neben deinem Rollsaum zu nähen, nicht darauf. Das erschwert sonst später das Auseinanderbügeln.

Dann die “Nahtzugaben” auseinander und den Tunnelzug (oberer Bereich Tunnelzug + Nahtzugabe) gemäß Deiner berechneten Breite umbügeln. Die Naht, mit der ihr den Tunnelzug absteppt, sollte genau auf der Höhe eures Schlitzendes liegen oder ein wenig darunter.

Dann wieder auf rechts drehen und jeweils zwei Bänder durch die Tunnel ziehen. Jedes Band jeweils von einer anderen Tunnelzugseite beginnend.

Dann nur noch befüllen und zuziehen, fertig!

8. die Manschette

Die Idee hierzu ist mir gekommen, weil ich zeitgleich eine langärmelige Bluse upgecycelt habe. Ich habe aus den langen Ärmeln einer Bluse kurze Volantärmel gemacht. Dementsprechend waren natürlich die Manschetten überflüssig geworden. Außerdem fehlte mir in der Lavendelsäckchensammlung noch eine etwas männlichere Option. Schließlich haben auch Männer Wollpullover oder -mäntel vor Motten zu beschützen. Der Nachteil bei dieser Variante ist, dass diese Säckchen nicht ständig geöffnet und geschlossen werden können. (Außer man trennt die naht immer wieder auf). Hier muss dann also nach ein paar Monaten mit Lavendelöl nachgeholfen werden.

Die Manschette vom Ärmel abtrennen, dann ist sie an einer Seite schon geöffnet.

 

Ich habe sie in der Mitte durchgeschnitten, um ein normales “Lavendelsäckchenmaß” zu bekommen. Da Manschetten meist noch einmal klappkantig abgesteppt sind, musste ich diese Naht auch noch ein Stückchen öffnen, um später die Nahtzugabe gut nach innen legen zu können.

Ich habe dann beide Säckchen erst einmal an den Längsseiten zugesteppt. Das eine Säckchen nur klappkantig, das andere doppelt. Trenne einfach die nicht mehr benötigten Steppnähte auf, wenn Du die Längsseiten fixiert hast. Du musst die äußerste Steppnaht zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht verriegeln.

Dann befüllst Du die Säckchen und nähst die obere Querkante zu, indem Du ein kurzes Stück auf dem Ende der schon genähten Längsnähte nähst, zu Beginn und Ende. So vermeidest Du Verriegeln, was unnötig auffallen würde.

Ich habe dann noch den Knopf ausgetauscht und einen “Gegenknopf” auf der Rückseite angebracht.

 

9. der mit Kräuselkante

Wie schon bei Variante 6 erwähnt, gehört für mich zu Lavendel irgendwie immer auch Leinen. Ich hatte mal eine Leinenhose in einem leichten Beigeton, die ich geliebt und bis zum Verschleiß getragen habe. Wegschmeißen kam natürlich trotzdem nicht in Frage und so dient sie mir jetzt als Stofflager für allerlei Beutel und Säckchen, so wie eben auch dieses.

Im Foto siehst Du, welche Maße bedacht werden müssen. Das Ganze wird dann in der doppelten Länge zugeschnitten. Am besten faltest Du den Stoff gleich quer zur Hälfte und schneidest dann Dein berechnetes Maß zu.

Den Stoff an den Längskanten versäubern.

Den Stoff doppelt legen und gemäß den roten Linien absteppen. Die Längskanten können in einem durchgesteppt werden, es sollte aber immer vor und nach einem geplanten Loch für den Tunnelzug verriegelt werden.

Hier siehst Du noch mal nur die Markierung, an denen verriegelt werden muss.

Danach die Nahtzugaben auseinanderbügeln (oder mit dem Fingernagel auseinander drücken) und die obere Kante versäubern. Du kannst auch gleich Deine Tunnelzugbereiche wieder auftrennen. Wenn diese, wie bei mir, nur einen Zentimeter betragen, wird es sich nur um zwei, drei Stiche handeln, die Du auftrennen musst. Da Du ja davor und danach verriegelt hast, gehen die Löcher jetzt nicht weiter auf, als sie sollten.

 

Dann die obere Kante so nach unten umbügeln, dass die Löcher für die Tunnelzüge auf einer Höhe liegen. Darüber und darunter ringsum absteppen.

Dann wieder auf rechts drehen und jeweils zwei Bänder durch die Tunnel ziehen. Jedes Band jeweils von einer anderen Tunnelzugseite beginnend.

Dann nur noch befüllen und zuziehen, fertig! Ich finde das Säckchen übrigens auch toll, um darin Schmuck oder ähnliche Kleinigkeiten zu verschenken.

Was ich sonst noch so mit Lavendel mache?

Manchmal streue ich Lavendel auf selbst gemachte Zartbitter Schokolade! Mit Fleur de Sel eine super Mischung!

Ziemlich oft trinke ich Lavendeltee pur oder gemischt mit anderen Kräutern, indem ich einfach einen bis zwei Teelöffel auf ca. einen Liter kochendes Wasser gebe.

Manchmal nehme ich mir ein Lavendelsäckchen, knautsche es ein wenig um die Blüten und den Duft zu aktivieren und lege es zum Einschlafen neben mein Kopfkissen.

Wenn ihr euch von noch mehr “lavendeligen” DIYs inspirieren lassen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Seite. Hier gibt es meiner Meinung nach sehr ausführliche und viele solide Informationen rund um die dufte Pflanze, die verschiedenen Sorten und Anwendungsgebiete. Und auch wann man die Säckchen mit ätherischem Öl “nachbeduften” sollte ist dort gut beschrieben.

Ich hoffe, Du hast eine Variante für Dich gefunden und musst Dich ab sofort nicht mehr mit Motten rumschlagen. Was machst Du noch so mit Lavendel? Schreib mir gerne in den Kommentaren unten von Deinen Erfahrungen – mit Lavendel generell oder mit diesen Anleitungen!

Blumen für die Wand – ein Herbarium als Alternative zu Fotos, Postern & Co

Manchmal mag ich unsere vier Jahreszeiten und manchmal nicht. Eines steht aber fest: Ich liebe den Sommer! Wenn die Fenster den ganzen Tag und die ganze Nacht sperrangelweit offen stehen können, ohne dass ich deshalb friere. Wenn ich barfuß über die kalten Fließen in Küche und Bad laufen kann. Wenn ich das Duschshampoo der Nachbarn durch die offenen Fenster rieche und die leisen Töne einer Gitarre aus einer anderen Wohnung höre…

Und ebenso liebe ich Klatschmohn!

Den gibt es ja sogar schon im Frühling. Leider habe immer bedauert, dass sich diese feinen Stängel mit ihren unverhältnismäßig großen und wunderschönen seidenpapierartigen Blüten kaum abseits des Wegrandes oder Feldes, auf dem sie wachsen, betrachten lassen wollen. Kaum gepflückt, lassen sie schon ihren großen Blütenkopf hängen. Deshalb habe ich mir dieses Jahr etwas Anderes überlegt: ich werde sie pressen!

Blumen pressen ist etwas, das ich als Kind mal gemacht, aber relativ schnell wieder vergessen habe. Einzig ein winziger Bilderrahmen mit einer kleinen Blüte, den ich meiner Oma mal zum Geburtstag geschenkt hatte, ist ein Beweisstück von damals.

        

Das Tolle am Blumen pressen ist, dass Du dafür nichts brauchst, was Du nicht sowieso zu Hause hast: Bücher oder Zeitschriftenstapel und Löschpapier (ich habe das Papier, das es bei uns bei der Arbeit zum Hände abtrocknen auf der Toilette gibt, benutzt und später zu Hause dann unser ungebleichtes Toilettenpapier) Natürlich kannst Du es auch ganz professionell angehen und eine richtige Blumenpresse benutzen, aber zum Ausprobieren sind Bücher und Zeitschriften total in Ordnung.

Und dann beginnt auch schon der erste tolle Teil: Du gehst raus in die Natur oder den (am besten eigenen ;)) Garten und suchst Dir ein oder mehrere Objekte Deiner Begierde.

  • am besten um die Mittagszeit, dann sind die meisten Blüten “entfaltet”
  • nicht ganz so fleischige Arten, diese lassen sich wegen der Dicke und der vielen Feuchtigkeit nicht so gut pressen
  • lass nicht allzu viel Zeit zwischen Pflücken und Pressen verstreichen, sonst lassen einige Kandidaten eventuell schon wieder den Kopf hängen, ehe Du bei Deinen Büchern angekommen bist. Nimm Dir eventuell schon Bücher und Löschpapier mit raus in die Natur.
  • ich finde es am Schönsten, wenn bei den Pflanzen alle Blätter und Seitentriebe bis zur Wurzel dran bleiben, dann sieht es später schön “botanisch-wissenschaftlich” aus

Zu Hause angekommen, öffnest Du dann ein Buch, legst Löschpapier (oder die oben genannten Alternativen) auf eine Seite, die Pflanze auf das Löschpapier und darauf dann wieder eine Lage Löschpapier. Bis zur nächsten Lage Löschpapier – Pflanze – Löschpapier habe ich immer ca. einen halben bis einen Zentimeter dicken Abstand innerhalb eines Buches gelassen.

Dann schließt Du das Buch, beschwerst es noch mit einigen anderen und lässt es ein paar Wochen liegen. Ich habe mal gelesen, dass man alle paar Tage das Küchenpapier wechseln sollte, weil sonst die noch vorhandene Feuchtigkeit Schimmel bilden und die Blütenteile dann dunkel werden könnten. Das Wechseln des Löschpapiers habe ich bei meinem Klatschmohn nur nach dem ersten Tag gemacht und danach nicht mehr. Das hatte ihm schon gereicht. Es ist sicher nicht verkehrt, nach ein, zwei Tagen noch mal nach dem Rechten zu sehen. Ob das wirklich regelmäßig gemacht werden muss, hängt wahrscheinlich von der Pflanze ab. Hier geht Probieren definitiv über Studieren. Ich habe noch ein paar Tipps für’s Pressen:

  • für Pflanzen, die länger sind, als Deine Bücher groß sind, legst Du unter und über das “Pflanzen-Küchenpapier-Sandwich” am besten Zeitschriften der gleichen Sorte. Diese haben oft die gleiche Dicke und so kannst Du sie aneinander legen, um eine größere Fläche zu bekommen.
  • Wenn Du die Zeitschriften, wie oben beschrieben, zur Flächenerweiterung benutzt, sind unbeschichtete wahrscheinlich ideal, weil hier das Papier der Deckblätter auch noch ein bisschen Feuchtigkeit aufsaugen kann.
  • Du musst damit rechnen, dass sich die Seiten, zwischen denen die Pflanzen liegen, danach leicht gewellt sein könnten (wegen der Feuchtigkeit). Verwende also keine Bücher, bei denen Du das nicht möchtest.
  • lege mehrere Pflanzenteile nicht übereinander bzw. lass sie nicht überlappen, sie bekommen sonst eventuell Knicke oder Falten

Auf jeden Fall kommt nach ein paar Wochen (bei den Mohnblumen waren es ungefähr drei Wochen) der zweite aufregende Teil: Die Pflanzen sind fertig gepresst und getrocknet und ihr könnt eure Schätze begutachten. Ich fand es bei den Mohnblumen zum Beispiel total interessant, wie sich die Farben verändert haben (das Rot ist weniger stark und hat sich bei einer der Sorten in ein Altrosa und bei der anderen in ein dunkles Purpur verwandelt). Als Unterlage für die Bilderrahmen habe ich Aquarellpapier benutzt. Das hat eine schöne Struktur und ich finde, die Blüten sehen darauf noch edler aus. Fixieren musste ich den Klatschmohn auf der Unterlage gar nicht, das Glas hält ihn an Ort und Stelle. In ovalen oder runden Rahmen kommen die gepressten Blüten meiner Meinung nach übrigens am besten zur Geltung. Leider war mein ovaler Rahmen etwas zu klein für die Mohnblumen. Da werde ich mich wohl noch auf die Suche nach einer anderen Blüte machen müssen…

  

Dieses Wochenende habe ich in dem Garten meines Vaters dasselbe mit vielen verschiedenen Kräutern gemacht. Jetzt heißt es also erst mal wieder warten. Ich werde den Artikel auf jeden Fall aktualisieren, wenn ich neue Erkenntnisse gewonnen habe.

Kräuter Update

Seit der Veröffentlichung dieses Beitrages sind nun fast sechs Wochen vergangen und es steht ja noch ein Ergebnis aus. Ich habe nun alle Kräuter, die ich bei meinem Vater im Garten gesammelt hatte, aus ihren Sandwichlagen befreit und die eine oder andere kleine Überraschung erlebt. Hier meine Tipps und Fotos der letzten “Presserlebnisse”:

  • das Allerwichtigste: KEIN Küchenpapier verwenden! Küchenpapier ist zu stark strukturiert. Feine Blätter und Blüten waren nach dem Pressen mit dem Küchenpapiermuster “gebrandmarkt”. Ich hatte meine Mohnblumen mit dem Papier, was man auf öffentlichen Toiletten zum Hände abtrocknen findet, gepresst. Das hatte keine Struktur. (Ich hatte die Blumen morgens auf dem Weg vom Bahnhof zur Arbeit gepflückt) Später zu Hause hatte ich es mit Toilettenpapier getrocknet. Das hatte zwar eine Struktur, aber nicht so stark und fest, wie die des Küchenpapiers bei meinem Vater. Deshalb ist mir dieses Thema bei den Mohnblumen noch gar nicht aufgefallen. Oben im Text habe ich das Küchenpapier deshalb als Option wieder aus dem Text herausgenommen.
  • die Kapuzinerkresse hielt noch eine andere Überraschung für mich parat:  anscheinend hatte sich Ungeziefer noch im gepressten Zustand an der Pflanze vermehrt. Zumindest war mir beim ins Buch legen keines aufgefallen. Also am besten vorher zwei Mal schauen, das Ungeziefer könnte sich sonst noch während des Trocknungsprozesses negativ auf das Aussehen der Pflanze auswirken

  • manche Blätter an derselben Pflanze sind gelb geworden, andere grün geblieben. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich würde in Zukunft von einer Pflanze einfach mehrere Exemplare pressen, damit die Chance für eine schöne Variante größer ist. Ich vermute, es liegt auch daran, wie lange eine Blüte schon geblüht und wie frisch und fein die Triebe noch sind. Bei Kräutern mit sehr stabilen Blättern, wie dem Eukalyptus, Thymian, Rosmarin oder Salbei ist das mit dem Gelb werden gar nicht oder kaum passiert, bei Kapuzinerkresse und Rucola schon eher.

So, das wars auch schon von meinen neuen Erkenntnissen. Ich habe die für mich schönsten Exemplare dann eingerahmt und in meiner Küche über die Gewürzgläser gehängt. Wer meinen Beitrag über die Gewürzgläser schon gelesen hat, der weiß wahrscheinlich schon, dass ich dort erst Bilderrahmen mit Illustrationen von Kräutern hängen hatte. Die liebe ich auch immer noch, aber Kräuter in “echt” sind natürlich noch viel toller, wie ich finde. Was meinst Du?

Vorher:

Nachher:

 

Ich habe für die Kräuter, wie auch schon für die Mohnblumen, Aquarellpapier als Unterlage benutzt, da ich finde, dass es dem Ganzen eine edlere Optik gibt. Außerdem habe ich noch in meiner schönsten Sonntagsschrift den botanischen Namen der Pflanze dazu geschrieben. Achte auf jeden Fall auch darauf, die Kräuter nicht dort aufzuhängen, wo die Sonne hinscheint, die Farben werden sonst schnell verblassen.

  

 

Hast Du schon mal Blumen oder Kräuter gepresst? Hast Du noch einen Punkt, den man auf jeden Fall beachten sollte? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

Stell Dir vor, Du liebst es auszumisten…

… haha, wirst Du jetzt denken, “Ich und Ausmisten, das ist wie Wasser und Öl, Eisbären und Pinguine, Rindersteak und Veganer.” Wenn meiner Mutter und mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal anderen Menschen beim Aufräumen ihrer Wohnung helfen würde, hätten wir wahrscheinlich ähnlich reagiert. Wir hätten denjenigen erst mit offenem Mund und staunenden Augen angeschaut, um gleich danach in schallendes Gelächter auszubrechen. Ich war so unordentlich oder ordentlich, wie wahrscheinlich fast alle Kinder und Teenager. Weshalb ich mit zunehmendem Alter vermehrt Spaß am Ausmisten, Aufräumen und Sortieren gefunden habe, weiß ich gar nicht mehr so genau. Aber ich bin davon überzeugt, dass es jedem so gehen kann…

Nachdem ich meine Ausbildung zur Modedesignerin beendet und drei Jahre in diesem Job gearbeitet hatte, wollte ich noch etwas Anderes lernen und entschied mich für ein Duales Studium zur Textilbetriebswirtin (also Praxisphasen in einer Firma und Theoriephasen an einer Schule/Uni). Es war klar, dass ich ständig umziehen müsste, da die Praxisphasen nicht in einem Headquarter, sondern in den Stores des Unternehmens in immer anderen Städten sein würden. Ich lagerte also fast meinen gesamten Haushalt in der Garage meines Vaters ein und zog immer nur mit dem Nötigsten um. Ich gewöhnte mich sehr schnell an die geringe Auswahl meiner Habseligkeiten und stellte irgendwann fest, dass ich mit diesem Wenig ziemlich gut klar komme. Das Einzige, was ich wirklich vermisst hatte und was auch heute noch einen Großteil meines Wohnungsinhaltes ausmacht, sind Stoffe zum Nähen und Dinge, die ich für’s Nähen und Schnitte machen und so generell zum kreativ sein brauche. Das Studium an sich hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Arbeit im Verkauf in den Filialen (Bekleidungsbranche) leider nicht so sehr. Ich habe viel lieber im Büro Ordner sortiert, ausgemistet und mir clevere Ablagelösungen einfallen lassen. Das hat sich übrigens wie ein roter Faden durch alle folgenden Bürojobs gezogen. Immer habe ich mir zuerst die Ordner vorgenommen und neu sortiert (was meine neuen Kollegen auch durchaus geschätzt haben), bevor es dann an die eigentliche Arbeit gehen konnte/musste.

Während des Dualen Studiums habe ich außerdem drei Monate bei meiner Mutter gewohnt. Sie lebte damals schon in Frankfurt und hatte (und hat bis heute) eine kleine Wohnung im Zentrum Frankfurts.

In ihrer Wohnung habe ich mich immer pudelwohl gefühlt. Das lag nicht nur daran, dass sie eben meine Mutter ist, sondern auch und vor allem daran, dass sie schlicht und einfach nicht viel Platz hat und ihre kleine Wohnung deshalb sehr ordentlich und klar eingerichtet ist. Gleichzeitig strahlt sie eine warme Gemütlichkeit aus.

Wir wussten beide, dass ich während meiner Zeit zur Zwischenmiete bei ihr gezwungen sein würde, meinen Ausbreitungs- und Liegenlasstrieb sehr zu kontrollieren und alles Benutzte nach Gebrauch gleich wieder aufzuräumen, ansonsten würden wir schnell Ärger miteinander bekommen. Meine Mutter und ich lieben uns sehr, aber in diesem Punkt ist mit ihr nicht zu spaßen. Unbewusst habe ich aber auch eingesehen, dass genau diese Ordnungsliebe von ihr dafür sorgt, dass ihre Wohnung so eine Ruhe und Wärme ausstrahlt. Ich strengte mich also an und ich glaube, wir sind in dieser Zeit kein einziges Mal aneinander geraten.

Als ich nach dem Dualen Studium dann wieder eine feste eigene Wohnung hatte, ist mir ein Buch in die Hände gefallen, das mich, glaube ich, ebenso nachhaltig geprägt hat und mich bis heute inspiriert:

“Simplicity” von Mark und Sally Bailey*.

Darin wird mit stimmungsvollen Fotos gezeigt, wie schön natürliche Materialien und Farben in Wohnungen wirken, wie man Gegenstände recyceln und upcyceln kann und wie charmant auch unperfekte und alte Möbel sein können. Das Buch vermittelt wunderschön, wie ästhetisch natürliche Farben und Materialien sind und machen auch Lust auf freie, unverstellte Stellen in der Wohnung. Die drei unteren Bilder sind aus diesem Buch.

aus dem Buch “Simplicity” von Mark und Sally Bailey

aus dem Buch “Simplicity” von Mark und Sally Bailey

aus dem Buch “Simplicity” von Mark und Sally Bailey

Ich hatte damals sowieso schon ein Faible für alte Gegenstände und Möbel. Ein Freund hat mich damals mit erhobenen Augenbrauen angeschaut, als ich ihm sagte, er müsse mir helfen, einen Schrank aus Norddeutschland abzuholen – einen “Schrank mit Seele”, den ich nach langem Suchen auf Ebay gefunden und ersteigert hatte. Wir sind dafür an einem Tag mehrere hundert Kilometer gefahren. Das hier ist er übrigens:

Meine Wohnungen waren auch noch nie sehr bunt eingerichtet, deshalb hat dieses Buch bei mir nur Öl ins Feuer gekippt. Und so habe ich dann auch weiterhin auf Ebay oder auf dem Flohmarkt nach Einrichtungsgegenständen und Möbeln “mit Seele” gesucht. Gleichzeitig habe ich immer wieder meinen eigenen Hausstand überdacht und selbst vieles auf Flohmärkten und Ebay verkauft. So haben sich in meiner Wohnung im Laufe der Zeit “Lieblingsstücke” und Dinge, die mir aus irgend einem Grund wichtig sind und mich an bestimmte Personen oder Momente oder Orte erinnern, vermehrt. Dinge, die mit der Zeit nicht mehr zu mir gepasst oder die ich nicht mehr gebraucht habe, sind weniger geworden.

Immer wenn ich von einer Sache zwei Varianten zur Verfügung habe, behalte ich die für mich wertvollere Variante und verkaufe oder verschenke die weniger „schöne“. Glücklicherweise ist “schön” sehr subjektiv und so findet sich meistens jemand, der genau das haben möchte, was ich nicht (mehr) haben möchte.

Vor nicht allzu langer Zeit ist mir dann noch ein anderes Buch in die Hände gefallen, das Du vielleicht auch schon kennst oder von dem Du zumindest schon gehört hast:

“Magic Cleaning” von Marie Kondo*.

Marie Kondo kommt aus Japan und ist Aufräumprofi. Das Buch ist letztlich eine Anleitung dafür, wie man seine Wohnung optimal ausmistet. Einige Methoden wirken etwas unkonventionell und fast schon esoterisch, aber meistens geht sie sehr strukturiert und rationell vor. Vieles in ihrem Buch hat mich bestätigt und ich war froh, zu lesen, dass in manchen Punkten noch jemand so verrückt ist, wie ich (Ich finde z.B. auch Verkaufsverpackungen fast immer hässlich und habe dann das Bedürfnis, den Inhalt in “schöne” Gefäße umfüllen zu müssen, siehe auch mein Beitrag zu den Gewürzgläsern. Marie Kondo hat da eine ganz eigene Meinung zu dem Thema Verpackungen, über die ich demnächst berichten werde). Ich denke, dass nicht alle Methoden von Marie Kondo für jeden geeignet sind. Grundsätzlich ist das Buch aber ein guter Leitfaden und auf einige Punkte werde ich auch in meinen Beiträgen eingehen.

Aufgrund meiner eigenen Geschichte bin ich davon überzeugt, dass jeder von uns Spaß am Ausmisten haben kann. Wir brauchen nur Inspirationsquellen, die uns eine Idee davon vermitteln, wie toll es aussehen und sich anfühlen könnte, in einer aufgeräumten Wohnung zu leben. In einer Wohnung, in der es nur Dinge gibt, die wir lieben und die uns Geschichten erzählen. Ausgedachte oder Wahre.

Jeder Möbelhauskatalog, jedes Foto auf Instagram, Pinterest oder Deiner Lieblingszeitschrift kann Dich dazu animieren, auszumisten und Deine Wohnung oder Dein Zimmer oder auch nur ein Regal oder Sideboard dadurch schöner, gemütlicher, freier und ordentlicher zu gestalten. Suche nach solchen Bildern und hänge sie irgendwo auf, wo Du sie ständig siehst! Jeder hat etwas Anderes, das ihn inspiriert. Als ich das Buch “Simplicity” damals ganz begeistert einer Freundin ausgeliehen habe, habe ich es mit einem etwas nüchternem: “Naja, das sind ja schon eher Möbel, die ich auf dem Sperrmüll liegen lassen würde” zurück bekommen. Etwas verdutzt, aber dankbar für ihre Ehrlichkeit ist mir dann klar geworden, welch unterschiedliche Vorstellungen wir alle von einer Traumwohnung und -einrichtung haben. Du kannst Dir auch eine Person schnappen, deren Wohnung Du schön findest und bei der Du Dich so wohl fühlst, wie ich es damals (und natürlich auch heute noch) in der Wohnung meiner Mutter getan habe. Frag’ sie, ob sie Dir Tipps geben kann. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht oder weiß nicht, wie man anfangen soll und dann ist ein neutraler Blick von außen unglaublich hilfreich. Wenn du möchtest, kann auch ich diese Person sein. Schreib’ mir gerne eine Nachricht. Je nachdem, was Du in Deiner Wohnung verändern möchtest, helfe ich Dir mit einem Plan zum Ausmisten oder den richtigen Fragen und Tipps zum richtigen Zeitpunkt. Damit Du bald in Deiner Traumwohnung oder Deinem Traumzimmer wohnst und Zeit und Energie für das hast, was Dir wirklich wichtig ist.

Hast Du auch ein Buch, eine Person oder ein Erlebnis, das Dich dazu gebracht hat, den inneren Schweinehund zu besiegen und Deine Wohnung oder auch nur den Kleiderschrank auszumisten? Was war es? Ich freue mich, wie immer, auf Deinen Kommentar!

* Ich bekomme kein Geld oder sonstige Vorteile von den von mir markierten oder verlinkten Unternehmen, Produkten oder Personen. Ich verlinke nur, wenn ich den Link inspirierend oder den Inhalt oder die Produkte nützlich im Zusammenhang mit meinem Beitrag finde.

Simsalabim! Der Turban Look aus alten Klamotten – genäht oder gebunden

Hast Du mal ‘ne Minute? Dann schnapp Dir doch schnell Deinen Lieblingsschal oder Dein Lieblingstuch und binde Dir damit ganz stylish eine neue Frisur. Oder hast Du vielleicht sogar eine Stunde Zeit und noch ein paar alte Tücher oder Klamotten, die Du nicht mehr anziehst, deren Stoffe Du aber noch ganz schön findest? Dann kannst Du Dir sogar ratz-fatz ein (Turbo-)Turban-Haarband nähen. Auch für Bad Hair Days oder einfach nur als Abwechslung zu Zopf und Dutt finde ich den Look super. Außerdem funktioniert er bei kurzen und bei langen Haaren gleich gut und ist unglaublich wandelbar (sportlich, dramatisch, elegant, Hippie….).

Ich selbst wurde von einem Video* meiner Lieblings-Yoga-You-Tuberin Mady Morrison dazu inspiriert und habe deshalb meine Schals aus Baumwolle oder Viskose schon im Winter gerne auf diese Art als “Ohrenwärmer” getragen. Wegen meiner Neurodermitis kratzt mich nämlich selbst die feinste Wolle ganz schnell auf der Haut und es ist gar nicht so leicht, winterliche Mützen oder Stirnbänder zu finden, die nicht aus Wolle oder Synthetikfasern bestehen. Vor ein paar Tagen kam dann noch meine nähbegeisterte Freundin zu mir und wollte sich aus ihrem alten Tuch ein Turban-Haarband nähen. Die “Bindevariante” fand sie für sich nicht optimal, da sie sehr dünne Haare hat und sie jedes gebundene Tuch auf dem Kopf als zu viel Stoff empfunden hätte. Wir haben uns also gleich nach einer Nähanleitung im Internet umgeschaut. Ich fand diese* hier von Eliza sehr hilfreich, allerdings ist die Anleitung nur für elastische Materialien geeignet, das Tuch von Sabrina ist aber gewebt, also nicht elastisch. Es würde also schnell vom Kopf rutschen, da es sich nicht so gut an die Kopfform anpassen könnte. Kurzerhand haben wir uns eine abgewandelte Version der Nähanleitung ausgedacht und das hat mich dazu gebracht, diese mit euch hier zu teilen. Es gibt also in diesem Beitrag drei Anleitungen für den Turban- Look:

Variante 1: gebunden (ohne nähen, geht am schnellsten)

Variante 2: genäht mit nur drei Nähten aus dehnbarem Material (einfach und schnell)

Variante 3: genäht aus nicht dehnbarem Material (etwas kniffliger, dauert aber trotzdem nicht länger als eine Stunde)

Die 2. Variante könnte man übrigens aufgrund der wenigen Nähte sogar ohne Nähmaschine, aber dafür mit der Hand nähen. Dauert etwas länger, aber der Arbeitsaufwand bleibt trotzdem noch übersichtlich.

1. die gebundene Variante:

Der Vorteil dieser Variante ist natürlich, dass es unglaublich schnell geht. Außerdem musst Du nichts nähen und zerschneiden und kannst Deine Schals und Tücher das nächste Mal auch wieder für etwas Anderes benutzen. Die Länge sollte so sein, dass der Schal oder das Tuch zwei Mal um Deinen Kopf gewickelt werden kann und noch Platz für ein Abschlussknoten ist.

Beginne mit der Schalmitte am Hinterkopf, führe beide (gleich langen) Schalhälften an den Ohren entlang nach oben zur Stirn.

   

Überkreuze nun die Schalhälften am Haaransatz in der Mitte (oder seitlich) und drehe sie jeweils in die gleiche Richtung um 180° umeinander (Richtung ist egal, Du musst zwei Mal die Hände wechseln, um keinen Knoten in den Armen zu bekommen)

   

Jetzt haben sich beide Schalhälften ineinandergehakt und Du kannst sie wieder an den Ohren vorbei zum Hinterkopf führen und mittig (oder seitlich) verknoten. Zuppel jetzt noch ein bisschen an den Schalteilen herum, bis es Dir gefällt. Wenn Du die Schalteile auf jeder Seite etwas versetzt nebeneinander am Kopf entlangführst, wirkt das “Haarband” nicht so dick aber dafür breiter. Mir persönlich gefällt es so am besten.

2. die genähte Variante aus dehnbarem Material

Der Vorteil dieser Variante ist, dass sie wirklich sehr leicht zu nähen ist und Du aus alten Klamotten etwas ganz Neues zaubern kannst. Ich habe zum Beispiel ein T-Shirt von meinem Freund genommen, das er zwar noch schön fand, aber eigentlich doch nicht mehr getragen hat. Ich finde den Spruch ziemlich lustig und die Farben haben mir auch gefallen, deshalb musste es als Versuchsobjekt herhalten. Falls Du Nähanfänger/in bist, möchte ich kurz noch erklären, woran man erkennen kann, ob der eigene Stoff eher zu der dehnbaren (Gewirke/Gestricke oder Maschenware genannt) oder nicht dehnbaren Sorte (Gewebe oder Webware genannt) gehört:

Nähbasics: Gewirke/Gestricke und Gewebe

Textile Flächen können in noch mehr Kategorien, als nur in Gewirke/Gestricke und Gewebe eingeteilt werden, aber der Großteil Deines Kleiderschrankinhalts besteht aus diesen beiden Arten, deshalb beschränke ich mich darauf:

Gewirke/Gestricke: Bei Gestricken, die entweder manuell oder maschinell hergestellt werden können, wird ein Faden mit einer Nadel in horizontaler Richtung als Schlinge (Masche) nacheinander durch jede Schlinge der vorhergehenden Reihe gezogen. Die ganze Fläche kann wieder aufgeribbelt werden, wenn man an diesem Faden ziehen würde. Bei Gewirken werden auch Fadenschlingen durch die vorhergehenden Schlingen gezogen, allerdings passiert dieser Prozess bei jeder Masche der vorhergehenden Reihe gleichzeitig. Die Arbeitsfäden verlaufen hier deshalb vertikal. Diese Flächen können nur maschinell hergestellt werden, weil man so viele Nadeln braucht, wie es Maschen in der Breite der textilen Fläche gibt. Diese Fläche kann nicht einfach aufgeribbelt  werden. Gestricke und Gewirke haben gemeinsam, dass die fertige textile Fläche aus Maschen besteht und deshalb dehnbar ist und sich den Körperformen gut anpassen kann. Die Maschen können ganz klein und kaum wahrnehmbar sein, oder ganz groß, wie z.B. bei dicken Winterpullovern.

Beim Nähen mit der Nähmaschine ist bei Maschenware zu beachten, dass Du eine Jerseynadel benutzt. Diese sind weniger spitz als normale Nähmaschinennadeln. Das ist wichtig, damit die Nadel beim Einstechen Deine Maschenware nicht kaputt macht. Sonst entsteht ganz leicht ein Loch oder mehrere Löcher dort, wo Du genäht hast. Dieses Problem hat übrigens einen lustigen Namen: Maschensprengschäden. Wenn Du nur eine Haushaltsnähmaschine hast, solltest Du beim Nähen mit diesen Stoffen immer den Zickzack Stich wählen, damit Deine Naht ebenso dehnbar ist, wie der Stoff selbst. Wenn Du einen normalen Steppstich nehmen würdest, und den Stoff beim Anziehen und Tragen dehnst, kann die Naht schnell reißen. Manchmal möchte man bei später sichtbaren Steppnähten die Zickzack Optik vermeiden, dann kannst Du es mit einem schmaler eingestellten Zickzack Stich probieren. Dieser hat dann meist immer noch mehr Elastizität als ein gerader Steppstich, ist aber nicht ganz so auffällig.

Gewebe: bei Geweben werden meist zwei rechtwinklig zueinander stehende Fadensysteme miteinander verkreuzt. Je nachdem nach welcher Methode/Regel die Fadensysteme miteinander verkreuzt werden, können verschiedene haptische und optische Eigenschaften des Stoffes erzielt werden. Prinzipiell ist ein Gewebe nicht oder kaum dehnbar, außer, es werden dem Gewebe elastisch machende Materialien beigemischt (wie z.B. Elasthan).

Bei Geweben sollte man die Dicke der Nähnadeln an die Feinheit des Stoffes anpassen. Eine Jeansstoff braucht z.B. eine andere Nadel, als Chiffon.

 

Aber nun zur Anleitung, die quasi die fotografierte Version von Eliza’s Videoanleitung ist:

Schneide aus Deinem Stoff zwei Streifen á 22 x 58 cm aus. (Ich hatte bei meinem T-Shirt leider nur Platz für 54 cm Länge, es sitzt daher etwas straff.) Schneide im Zweifel lieber ein paar Zentimeter mehr in der Länge zu. Kürzen kannst Du später noch.

Falls Du möchtest, dass Motive später immer noch mittig auf dem Stoffstreifen platziert sind, zeichne Dir Hilfslinien (z.B. durch die gedachte Mitte des Motivs) und miss von dort jeweils die Hälfte des Längen- und/oder Breitenmaßes.

Falte beide Stoffstreifen rechts auf rechts längs zur Hälfte und stecke die Stofflagen fest. Nähe nun mit einem Zickzack Stich die Stofflagen fest und verriegele (kurzes Vor- und Zurücknähen) am Anfang und Ende der Naht. Als Nahtzugabe kannst Du ca. 1 cm kalkulieren.

Nähbasics: vor dem Nähen Stofflagen feststecken

Während Du nähst, wird die obere Stofflage vom Nähfuß auf die untere Stofflage gedrückt und die untere Stofflage wird von den Zähnchen des Transporteurs gezogen. Transporteur und Nähfuß gewährleisten den Weitertransport beider Stofflagen beim Nähen. Durch das Drücken auf der oberen Stoffseite und Ziehen auf der unteren Stoffseite werden die Stofflagen allerdings minimal gegeneinander verschoben. Die obere Stofflage scheint am Ende der Naht auf einmal “länger” als die untere. Deshalb ist es wichtig, die Stoffkanten, die Du beabsichtigst zu nähen, vorher zusammenzustecken, um diese Differenzen beim Nähen zu vermeiden. Zuerst sollten Anfang und Ende zusammengesteckt werden, danach die Mitte, danach die Mitte von der Mitte etc. Je kürzer die Naht und je sicherer Du Dich beim Nähen fühlst, desto weniger Nadeln wirst Du wahrscheinlich brauchen. Wenn Du Nadeln mit kleinem Metallkopf wählst und diese im rechten Winkel zum Nahtverlauf steckst, kannst Du auch vorsichtig drüber nähen, ohne die Nähnadel oder Stecknadel kaputt zu machen.

 

Nun hast Du zwei “Schläuche”, die Du noch umstülpen musst, so dass die Nahtzugabe innen liegt. Lege die Naht mittig zur Schlauchbreite, so wie auf dem Foto zu sehen.

Lege die beiden Schläuche über Kreuz aufeinander. Die Nähte beider Schläuche zeigen zueinander (schauen sich an).

Nun faltest Du die Schläuche in der Mitte und legst die jeweiligen Schlauchenden aufeinander.

Die zwei Schläuche sind jetzt ineinander verhakt und die Nähte der jeweils beiden Schlauchhälften zeigen wieder zueinander.

Normalerweise könnten jetzt schon alle vier Schlauchenden übereinander gelegt und zusammengenäht werden. Dann wäre das Haarband fertig, aber man würde leicht die Nahtzugabe der letzten Naht erkennen. Deshalb lege noch nicht alle Schlauchenden aufeinander. Nimm zuerst einmal nur die obere Schlauchhälfte des linken Schlauches und legen ihn so auf die beiden rechten Schlauchhälften, dass die Naht nach oben zeigt.

Die untere linke Schlauchhälfte legst Du nun unter alle drei rechts liegenden Schlauchenden, so dass die Naht nach unten zeigt.

An Deinem “Schlauchendenpäckchen” solltest Du jetzt von oben und unten eine Naht sehen können.

Jetzt ziehst Du alle Lagen noch einmal zurecht. Achte darauf, dass die Nähte alle mittig übereinander liegen und nähe mit einer Zickzack Naht alle Stofflagen zusammen. Vergiss nicht, die Naht am Anfang und Ende zu verriegeln.

Du kannst nun noch die Ecken der Nahtzugaben schräg abschneiden, dann fallen sie später noch weniger auf. Pass aber auf, dass Du nicht zu dicht an der Naht schneidest.

Wenn Du jetzt wieder alles auseinander faltest, sollte die Nahtzugabe zwischen den Schlauchenden versteckt liegen. Das Turban Haarband ist fertig!

3. die genähte Variante aus nicht dehnbarem Material

Die Vorgehensweise ist erst einmal dieselbe, wie bei Variante 2, nur dass Du für alle Nähte eine normale Steppnaht anstatt eines Zickzack Stiches verwendest. Nähe Dein Haarband aus nicht dehnbarem Material nach Anleitung 2 so weit, bis Du bei diesem Foto angekommen bist:

Dies ist der Punkt, an dem Du das Band schon mal um Deinen Kopf legen solltest. Am Hinterkopf sollten noch ein paar Zentimeter Platz zischen den Schlauchenden sein. Bei Sabrina  haben wir die Schlauchenden so gekürzt, dass 5 cm Zwischenraum frei waren. Du brauchst nun für diesen Zwischenraum ein Elastikgummi, dass später für die nötige Spannung sorgt und garantiert, dass dein Haarband auch abends noch da bleibt, wo Du es morgens hingerückt hast. Damit man das Elastikgummi später nicht sieht, nähst Du dafür noch einen kleinen Schlauch aus dem gleichen Stoff, wie Deinem Haarband. Und das geht so:

 

Die Länge des Gummibandes kann ungefähr der Länge des Zwischenraumes entsprechen, der entsteht, wenn Du Dein Haarband jetzt schon mal um den Kopf legst. Du müsstest zwar normalerweise noch Nahtzugaben bei Gummiband und Schlauchenden hinzurechnen, aber eine gewisse Grundspannung im Gummiband ist nicht verkehrt, damit das Haarband später gut sitzt.

Die Maße des benötigten Stoffstreifens errechnest Du so:

Länge = ca. 2x Länge des Gummibandes (da sich der Schlauch später mit dem Gummiband “mitdehnen” können muss)

Breite = 2x Breite des Gummibandes + 2x gewünschte Nahtzugabe + 1-2 cm Mehrweite damit das Gummiband später leicht in den Schlauch passt.

Wir waren hier großzügig und haben ein den Stoffstreifen mit den Maßen 6 cm Breite x 9,5 cm Länge zugeschnitten. Mit zwei Mal Nahtzugabe von 0,5 cm hat der Schlauch dann eine fertige Breite von 2,5 cm, also 1 cm breiter, als das Gummiband. Auch hier wird der Stoffstreifen, wie anfangs bei den zwei großen Schläuchen, längs rechts auf rechts gefaltet und mit einem normalen Steppstich zugenäht. Am Anfang und Ende der Naht wieder verriegeln und danach den entstandenen Schlauch wenden.

Nun stecke das Gummiband in den kleinen Schlauch. Lege die Kante des Gummibandes und  die Kante des Schlauches bündig aufeinander und nähe mit einem Steppstich beides miteinander fest.

Dasselbe machst Du auf der anderen Seite des Gummibandes. Schiebe dazu die ganze Mehrweite des Stoffes in die Richtung Deiner eben genähten Naht. Da der Schlauch länger ist, als das Gummi, wird er sich jetzt in Falten legen. Das ist richtig und so gewollt, achte aber darauf, dass der Stoff an der Schlauchkante glatt liegt und Du beim Festnähen keine Falten in den  Stoff nähst.

Jetzt ist Deine faltige “Gummibandraupe” fertig und sie muss nun nur noch als Verbindung zwischen die Schlauchenden Deines Haarbandes genäht werden. Lege es dafür bündig auf die zwei Schlauchenden einer Seite und falte sie auf die Breite der “Gummibandraupe” zusammen, indem du die Längskanten Deiner Schlauchenden immer weiter in Richtung “Gummibandraupe” einschlägst.

 

Wenn Deine “Gummibandraupe” fertig eingewickelt ist, kannst Du alles wieder mit einem Steppstich festnähen. Verriegeln lohnt bei so einer kurzen Strecke nicht, deshalb nähst Du am besten einmal komplett nach vorne und komplett wieder zurück. Dasselbe machst Du noch mit den anderen beiden Schlauchenden Deines Haarbandes. Achte darauf, dass Du nicht aus Versehen Stofflagen verdrehst, die nicht verdreht werden sollen. Die Nähte Deiner Haarbandschläuche sollten auch hier innen liegen. Und tadaaaa, auch dieses Haarband ist jetzt schon fertig!

 

Ich hoffe, ich konnte euch zu einer kleinen Nähaktion oder einfach nur zu einer neuen Frisur inspirieren. Kommt ihr mit der Nähanleitung gut zurecht? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

 

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